Berg­bau oder Fe­der­pro­duk­ti­on?

Zwei In­dus­trie­mu­se­en mit völ­lig un­ter­schied­li­chen Aus­stel­lun­gen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Region/lokalsport - Os­na­brück.

Das Mu­se­um In­dus­trie­kul­tur Os­na­brück und das In­dus­trie­mu­se­um Loh­ne ge­hö­ren zu den At­trak­tio­nen, auf die die brau­nen Schil­der an der Au­to­bahn hin­wei­sen. Lohnt sich ein Ab­ste­cher zu ei­nem der bei­den Mu­se­en?

Von Vin­cent Buß

Die bei­den Mu­se­en zei­gen, wie sich die Städ­te durch die In­dus­tria­li­sie­rung zu dem ent­wi­ckelt ha­ben, was sie heu­te sind. Be­son­ders wich­tig war in Os­na­brück der St­ein­koh­le­ab­bau am Pies­berg. Pas­sen­der­wei­se be­fin­det sich das Haupt­ge­bäu­de des Mu­se­ums In­dus­trie­kul­tur in ei­ner ehe­ma­li­gen Ze­che. In ei­nem glä­ser­nen Auf­zug kön­nen Be­su­cher 30 Me­ter un­ter die Er­de fah­ren und wie die Berg­ar­bei­ter vor 100 Jah­ren durch den Ha­sestol­len lau­fen. Dar­über ge­lan­gen sie in das Ma­ga­zin­ge­bäu­de, in dem Son­der­aus­stel­lun­gen statt­fin­den. Mo­men­tan dre­hen sich die­se um Mode, Mö­bel und Mo­tor­rä­der so­wie die Os­na­brü­cker Gro­ße Stra­ße im Jahr 1900.

Dau­er­haf­te Aus­stel­lun­gen wer­den im Haupt­ge­bäu­de ge­zeigt, bei­spiels­wei­se über die ers­ten Fa­b­ri­ken. In der Hal­le kön­nen Be­su­cher au­ßer­dem ei­ne in­tak­te Dampf­ma­schi­ne be­wun­dern, die Boh­rer und Dreh­bän­ke an­treibt. Ab­wechs­lung für Fa­mi­li­en bie­tet die in­ter­ak­ti­ve Aus­stel­lung „El­tern spie­len mit ih­ren Kin­dern“.

Al­le In­fos: Das Mu­se­um In­dus­trie­kul­tur ist mitt­wochs bis sonn­tags von 10 bis 18 Uhr ge­öff­net, ei­ne Rund­wan­de­rung um den Pies­berg ist je­der­zeit mög­lich. Kin­der bis zum 16. Le­bens­jahr kom­men gra­tis ins Mu­se­um, al­le an­de­ren zah­len 5 Eu­ro be­zie­hungs­wei­se er­mä­ßigt 3 Eu­ro. Mit dem Au­to neh­men Be­su­cher von der A1 die Ab­fahrt Os­na­brück-Nord und fol­gen der B 68 bis zum Fürs­ten­au­er Weg 171 in 49090 Os­na­brück. Aus der In­nen­stadt kann auch mit den Bus­li­ni­en 81, 82, 581 oder 582 Rich­tung Hol­la­ge an­ge­reist wer­den, Hal­te­stel­le In­dus­trie­mu­se­um. Mehr In­for­ma­tio­nen auf der Web­site .

An­de­re Schwer­punk­te setzt schon re­gio­nal­be­dingt das In­dus­trie­mu­se­um Loh­ne. Weil die Kork­pro­duk­ti­on ein wich­ti­ger Wirt­schafts­zweig war, be­inhal­tet das Mu­se­um ei­ne Kork­fa­brik. Auch die Her­stel­lung von Mo­der­nes Ge­bäu­de: Schreib­fe­dern, die die Stadt präg­te, wird ge­zeigt. Da­bei kön­nen Be­su­cher ei­ge­ne Ex­em­pla­re pro­du­zie­ren. Ak­tu­ell gibt es ei­ne Son­der­aus­stel­lung mit Ob­jek­ten aus der Mu­se­ums­samm­lung, bei­spiels­wei­se Ab­sack­waa­gen und Zen­tri­fu­gen. Ei­ne funk­ti­ons­fä­hi­ge Dampf­ma­schi­ne be­sitzt das Mu­se­um na­tür­lich auch.

In der Fe­ri­en­zeit fin­den zwei Ver­an­stal­tun­gen für Kin­der statt. Am 20. Ju­li um 14 Uhr star­tet ei­ne in­for­ma­ti­ons­rei­che Mo­or­wan­de­rung für Schü­ler ab der zwei­ten Klas­se. Kos­ten 3 Eu­ro pro Per­son, An­mel­dun­gen sind er­for­der­lich. Sie­he da­zu die Web­site. In der kom­men­den Wo­che kön­nen Kin­der au­ßer­dem ih­re ei­ge­nen Sam­mel­ob­jek­te im Mu­se­um ab­ge­ben, die dann ab dem 29. Ju­li aus­ge­stellt wer­den un­ter dem Ti­tel „Mein liebs­tes Stück“.

Das In­dus­trie­mu­se­um Loh­ne ist diens­tags bis sonn­tags von 14 bis 18 Uhr ge­öff­net, don­ners­tags bis 20 Uhr. Kin­der un­ter sechs Jah­ren zah­len kei­nen Ein­tritt, ab sechs Jah­ren 2 Eu­ro, Er­wach­se­ne 3 Eu­ro und Fa­mi­li­en 6 Eu­ro. Aus Os­na­brück kom­mend, fah­ren Be­su­cher von der A1 in Rich­tung Loh­ne ab und fol­gen der Din­kla­ger Stra­ße bis zur Ku­es­ter­mey­er­stra­ße 20 in 49393 Loh­ne. Vom Bahn­hof Loh­ne ist das Mu­se­um in drei Mi­nu­ten zu Fuß er­reich­bar. Zur­zeit fährt zum Bei­spiel ab Bram­sche Schie­nen­er­satz­ver­kehr.

Qu­al der Wahl

Im di­rek­ten Ver­gleich wirkt das Os­na­brü­cker Mu­se­um schon auf­grund sei­ner Ku­lis­se im­po­san­ter. Für Be­woh­ner des Süd­krei­ses liegt es zu­dem deut­lich nä­her. Gera­de aus dem Alt­kreis Witt­la­ge ist aber auch das Loh­ner Mu­se­um gut zu er­rei­chen. Letzt­lich ist es ei­ne Fra­ge, für wel­che Re­gi­on man sich in­ter­es­siert. Und na­tür­lich kann man auch bei­de Mu­se­en be­su­chen.

Fe­ri­en­spaß: Wei­te­re Frei­zeit­tipps fin­den Sie auf un­se­rer The­men­sei­te auf noz.de/fe­ri­en

Das In­dus­trie­mu­se­um in Loh­ne un­ter­schei­det sich schon op­tisch vom Mu­se­um für In­dus­trie­kul­tur in Fo­to: Axel Hin­de­mith

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