Olym­pia nach zä­hem Rin­gen doch im Free TV

ARD und ZDF ei­ni­gen sich mit Rech­te­inha­ber Dis­co­very – Spie­le bis 2024 in „ge­wohn­ter Qua­li­tät“

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport -

Deutsch­lands TV-Zu­schau­er müs­sen bei Olym­pia zu­min­dest bis 2024 nun doch nicht zwin­gend um­schal­ten. Live­bil­der von den kom­men­den vier Spie­len sind wei­ter­hin im öf­fent­lich-recht­li­chen Fern­se­hen zu se­hen. „Das Rin­gen um die Li­ve­rech­te hat sich ge­lohnt. Un­ser Pu­bli­kum kann sich jetzt wie­der dar­auf ver­las­sen, die Spie­le in der ge­wohn­ten Qua­li­tät von ZDF und ARD prä­sen­tiert zu be­kom­men“, sag­te ZDF-In­ten­dant Tho­mas Bel­lut.

Das In­ter­na­tio­na­le Olym­pi­sche Ko­mi­tee äu­ßer­te sich wohl­wol­lend über die Ei­ni­gung. „Das IOC be­grüßt die Ver­ein­ba­rung, weil sie zur um­fang­reichs­ten Olym­pia­Be­richt­er­stat­tung über al­le Platt­for­men hin­weg führt, die es je­mals in Deutsch­land ge­ge­ben hat“, hieß es vom IOC auf An­fra­ge der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Bei­de Sen­der dür­fen von den Win­ter­spie­len 2018 in Pyeong­chang, 2022 in Pe­king so­wie den Som­mer­spie­len 2020 in To­kio und 2024 wohl in Pa­ris grund­sätz­lich über al­les be­rich­ten. Le­dig­lich im kom­men­den Fe­bru­ar sind Snow­board, Short­track, Eis­kunst­lauf und Eis­ho­ckey live ex­klu­siv beim Dis­co­very-Sen­der Eu­ro­sport zu se­hen. ARD und ZDF kün­dig­ten den­noch „um­fang­rei­che High­lights“vom Eis­kunst­lauf, Short­track und Snow­board an. Die Sen­der be­grün­de­ten die Ein­schrän­kun­gen mit dem feh­len­den zeit­li­chen Vor­lauf zu den Win­ter­spie­len. ARD und ZDF dür­fen vom Eis­ho­ckey aber die deut­schen Spie­le so­wie das Fi­na­le aus Süd­ko­rea zei­gen.

Über­ra­schend kommt der De­al nicht. Seit Wo­chen be­fan­den sich al­le Par­tei­en wie­der in Ge­sprä­chen, nach­dem ei­ne ers­te Ver­hand­lungs­run­de En­de 2016 ge­schei­tert war. Nach dpa-In­for­ma­tio­nen sol­len ARD und ZDF da­mals rund 200 Mil­lio­nen Eu­ro für die Su­bli­zen­zen bis 2024 ge­bo­ten ha­ben. Ge­schätz­te 100 Mil­lio­nen Eu­ro lag man da­mals aus­ein­an­der. Dis­co­very hat­te dar­auf­hin an­ge­kün­digt, Live-Über­tra­gun­gen ex­klu­siv nur auf Eu­ro­sport und an­de­ren haus­ei­ge­nen Sen­dern zu zei­gen.

Das US-Un­ter­neh­men hat­te die Olym­pia-Rech­te vom In­ter­na­tio­na­len Olym­pi­schen Ko­mi­tee (IOC) für 1,3 Mil­li­ar­den Eu­ro er­wor­ben. Oh­ne ei­ne Ei­ni­gung mit ARD und ZDF hät­te viel Geld aus dem deut­schen Markt zur Re­fi­nan­zie­rung ge­fehlt. „Un­ser An­spruch für die Olym­pi­schen Spie­le ist es, das welt­weit größ­te Sport­er­eig­nis mehr Men­schen auf mehr Bild­schir­men denn je zu prä­sen­tie­ren. Durch Free-TVPart­ner­schaf­ten mit den füh­ren­den na­tio­na­len Sen­dern in ganz Eu­ro­pa wie ARD und ZDF ist es uns mög­lich, dies in die Tat um­zu­set­zen“, sag­te Eu­ro­sport-Chef Pe­ter Hut­ton.

Der De­al muss noch von den zu­stän­di­gen Gre­mi­en von ARD und ZDF ab­ge­seg­net wer­den. Dies gilt als Form­sa­che, da das Über­ein­kom­men auch für die Öf­fent­lich-Recht­li­chen ein Er­folg auf dem zu­letzt im­mer schwie­ri­ger und teu­rer ge­wor­de­nen Rech­te­markt ist. „Wir ha­ben im­mer be­tont, welch ho­hes pro­gramm­li­ches Gut die Olym­pi­schen Spie­le für die öf­fent­lich­recht­li­chen Sen­der in Deutsch­land sind. Um­so mehr schät­zen wir uns glück­lich, dass die lan­gen und in­ten­si­ven Ge­sprä­che mit Eu­ro­sport/Dis­co­very jetzt zu ei­nem po­si­ti­ven En­de ge­führt wer­den konn­ten“, sag­te ARD-Pro­gramm­di­rek­tor Vol­ker Her­res.

Bei­den Sen­dern wa­ren vor dem Olym­pia-De­al vom gro­ßen Sport die Fuß­ball-Welt­und Eu­ro­pa­meis­ter­schaf­ten ge­blie­ben. Die Qua­li­fi­ka­ti­ons­spie­le sind Sa­che des Pri­vat­sen­ders RTL. ARD und ZDF zei­gen ne­ben den gro­ßen Events noch die Test­spie­le des deut­schen Na­tio­nal­teams. Die ARD hat den DFB-Po­kal, das ZDF darf ab kom­men­der Bun­des­li­ga­sai­son drei Live-Spie­le zei­gen. Ver­lo­ren ha­ben die Main­zer nach zä­hem Rin­gen je­doch den Kampf um die Cham­pi­ons-Le­ague-Rech­te ab 2018.

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