Ein neu­es Ka­pi­tel Po­kal­ge­schich­te?

VfL for­dert Bun­des­li­ga-Di­no HSV her­aus – Ars­lan: Im Spiel gibt es kei­ne Freun­de mehr

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Sport Regional -

Ein be­son­de­rer „Enochs-Po­kal-Mo­ment“am 21. Sep­tem­ber 2004: Der heu­ti­ge VfL-Coach wird nach sei­nem 1:1 ge­gen die Bay­ern von sei­nen Mit­spie­lern auf Hän­den ge­tra­gen. Alex­an­der Nou­ri (heu­te Wer­der-Coach, rechts) dreht schon mal ab. Es ist kein Frei­tag­abend. Auch kein Flut­licht­spiel. Und den­noch könn­te sich am Sonn­tag (An­stoß: 15.30 Uhr) die aus­ver­kauf­te Bre­mer Brü­cke mal wie­der in ei­nen He­xen­kes­sel ver­wan­deln. Es ist DFB-Po­kal-Zeit, ers­te Run­de, Klein ge­gen Groß – der VfL Os­na­brück emp­fängt den Bun­des­li­ga-Di­no Ham­bur­ger SV.

Von Ste­fan Al­ber­ti

Rech­net sich der VfL über­haupt ei­ne Chan­ce aus? Durch­aus. Da­bei kann der VfL gera­de ge­gen den HSV auf ei­ne Po­kal-Sen­sa­ti­on in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit ver­wei­sen (sie­he wei­te­re Sto­ry auf die­ser Seite). „Al­les ist mög­lich“, sagt Trai­ner Joe Enochs, der Op­ti­mis­mus aus­strahlt. „Die letz­ten bei­den Spie­le ge­gen Hal­le und Reh­den wa­ren klei­ne Schrit­te in die rich­ti­ge Rich­tung.“Mit der Fort­set­zung der po­si­ti­ven An­sät­ze aus die­sen bei­den Par­ti­en sei auch ge­gen die Ham­bur­ger et­was mög­lich: „Wir spie­len zwei Klas­sen tie­fer. Uns könn­te aber ent­ge­gen­kom­men, dass der HSV noch kei­nen Spiel­rhyth­mus hat. Die Ham­bur­ger ha­ben in die­ser Sai­son noch kein Pflicht­spiel be­strit­ten.“

Wie sieht die per­sön­li­che Po­kal-Ver­gan­gen­heit des Trai­ners aus? „Da gibt es vie­le schö­ne Spie­le – aber klar, der 21. Sep­tem­ber 2004 wird mir wohl im­mer in Er­in­ne­rung blei­ben.“Ein Di­ens­tag­abend, der VfL emp­fing in der zwei­ten Run­de den gro­ßen FC Bay­ern. Und brach­te den Fa­vo­ri­ten an den Rand ei­ner Nie­der­la­ge, „aber Roy Ma­k­aay mach­te in der 90. Mi­nu­te das 2:3, wie bit­ter“. Wenn Enochs über die­ses Spiel plau­dert, schießt ihm na­tür­lich auch sein Tref­fer zum zwi­schen­zeit­li­chen 1:1 in den Kopf – ein bra­chia­ler Ham­mer aus 22 Me­tern, der spä­ter von den Zu­schau­ern der ARD-Sport­schau zum Tor des Mo­nats ge­wählt wur­de.

Wird VfL-Neu­zu­gang Adam Sušac spie­len? Enochs lässt sich noch nicht in die Kar­ten schau­en – und wie­der­holt sei­nen Satz: „Al­les ist mög­lich.“Schließ­lich ist am Sams­tag­nach­mit­tag auch noch das Ab­schluss­trai­ning. Aber: Der kroa­ti­sche In­nen­ver­tei­di­ger ist fit – gut mög­lich, dass er am Sonn­tag ne­ben Mar­cel Ap­piah ins Ab­wehr­zen­trum rückt. Kon­stan­tin En­gel könn­te dann die lin­ke Au­ßen­ver­tei­di­ger-Po­si­ti­on über­neh­men. Nach den gu­ten Ein­drü­cken aus dem Reh­den-Spiel dürf­te Marc Hei­der auch im DFB-Po­kal wie­der ge­setzt sein.

Wer­den bis Sonn­tag noch ver­stärkt Elf­me­ter trai­niert? „Nein, nicht ver­stärkt“, sagt Enochs. „Die Jungs schie­ßen fast nach je­dem Trai­ning Elf­me­ter. Ah­met Ars­lan und Mar­cos Ál­va­rez ha­ben gera­de erst ei­nen Wett­be­werb mit 20 Elf­me­tern ver­an­stal­tet.“Der VfL dürf­te für den Fall des Fal­les ge­wapp­net sein. Da­zu ver­fügt Tor­wart­trai­ner Rolf Mey­er über ei­ne Elf­me­terDa­ten­bank, die auch den in der Vor­be­rei­tung ver­schos­se­nen El­fer des Ham­bur­gers An­dré Hahn be­inhal­tet.

Apro­pos Ars­lan: Für den 23-Jäh­ri­gen ist das Spiel ge­gen den HSV ei­ne be­son­de­re Par­tie, schließ­lich wech­sel­te er im ver­gan­ge­nen Jahr von der El­be an die Ha­se. „Ich ken­ne noch so ziem­lich je­den Spie­ler. Und ich ken­ne das Team hin­ter dem Team. Im Spiel gibt es aber kei­ne Freun­de mehr“, sagt Ars­lan, der sich auf ent­spre­chen­den Be­such aus der Hei­mat freut.

War sonst noch was? Der HSV-Vor­stands­vor­sit­zen­de He­ri­bert Bruch­ha­gen hat noch sehr ge­nau sei­ne sport­li­chen Auf­trit­te an der Bre­mer Brü­cke vor Au­gen: „Im Mai 1975 ha­ben wir dort mit DJK Gü­ters­loh 2:4 ver­lo­ren. Ich bin von Det­lef He­ge­köt­ter ge­foult wor­den, Gerd Rog­gen­sack hat den Elf­me­ter zum 1:2 ver­wan­delt. Aber dann ha­ben wir in den letz­ten zehn Mi­nu­ten noch drei Ge­gen­to­re be­kom­men. Im Au­gust ha­ben wir dann in Gü­ters­loh 4:2 ge­won­nen. Da hat mich Lothar Gans im Straf­raum ge­foult. Und am Abend ha­be ich dann mei­nen Pol­ter­abend ge­fei­ert.“

Und wie geht‘s nun aus? Wenn sich der VfL in die Ver­län­ge­rung ret­tet, kön­nen wir für nichts ga­ran­tie­ren…

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.