Sai­son für Hoch­was­ser ver­la­gert sich

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Gut Zu Wissen -

Durch den Kli­ma­wan­del ver­schiebt sich die Hoch­was­ser­sai­son in Tei­len Eu­ro­pas: Ein in­ter­na­tio­na­les Wis­sen­schaft­ler­team hat in ei­ner Stu­die erst­mals ei­nen Zu­sam­men­hang zwi­schen Kli­ma­wan­del und Über­schwem­mun­gen be­legt, wie das Helm­holtz-Zen­trum Pots­dam und die fe­der­füh­ren­de Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Wi­en mit­teil­ten. Wäh­rend Flüs­se in den west­li­chen und nord­öst­li­chen Re­gio­nen Eu­ro­pas im Früh­jahr zei­ti­ger über die Ufer tre­ten, gibt es an der Nord­see und an Tei­len der Mit­tel­meer­küs­te im­mer spä­ter Über­schwem­mun­gen.

For­scher um den Hoch­was­ser­ex­per­ten Gün­ter Blöschl von der TU Wi­en ana­ly­sier­ten Da­ten aus 50 Jah­ren von mehr als 4200 hy­dro­me­tri­schen Sta­tio­nen in 38 eu­ro­päi­schen Län­dern. Die Wer­te stamm­ten aus den Jah­ren 1960 bis 2010. Zu­dem ver­gli­chen sie Nie­der­schlag, Bo­den­feuch­te und Tem­pe­ra­tur­da­ten. Die Er­geb­nis­se wur­den im Fach­ma­ga­zin „Sci­ence“ver­öf­fent­licht.

Kli­ma­wan­del als Grund

Da­bei zeig­te sich, dass sich die Flu­ten in Eu­ro­pa in den ver­gan­ge­nen fünf Jahr­zehn­ten zeit­lich ganz deut­lich ver­scho­ben. „Im Nord­os­ten Eu­ro­pas, in Schwe­den, Finn­land und im Bal­ti­kum, kom­men die Hoch­wäs­ser heu­te um ei­nen Mo­nat frü­her als in den 60er- und 70er-Jah­ren“, so Blöschl. Da­mals tra­ten die Über­schwem­mun­gen durch­schnitt­lich im April auf, heu­te im März. Die For­scher füh­ren dies dar­auf zu­rück, dass der Schnee in­zwi­schen frü­her schmilzt.

In En­g­land und Nord­deutsch­land hin­ge­gen kommt das Hoch­was­ser heu­te et­wa zwei Wo­chen spä­ter als da­mals. Weil der Kli­ma­wan­del der Stu­die zu­fol­ge die Luft­druck­ver­hält­nis­se über dem Nord­at­lan­tik ver­än­dert, führt dies dort zu spä­ter auf­tre­ten­den Win­ter­stür­men.

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