Jetzt wird es un­ter­ir­disch

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur - S.lued­de­mann@noz.de

Bloß kei­ne re­li­giö­sen Mo­ti­ve im öf­fent­li­chen Raum! Nur kein Cent öf­fent­li­chen Gel­des! Kunst ja, aber nie­mals oh­ne Er­laub­nis der Kunst­kom­mis­si­on! Karls­ru­he leis­tet sich gera­de, pas­send zu ei­nem Kunst­pro­jekt in der U-Bahn, ei­ne wahr­haft un­ter­ir­di­sche Dis­kus­si­on. Die De­bat­te strotzt nur so vor Pho­bi­en und Be­rüh­rungs­ängs­ten, die man im Hin­blick auf Kunst im öf­fent­li­chen Raum al­le für aus­ge­stan­den hielt. Aber nun der Rück­fall in klein­geis­ti­ge Zei­ten. Von Ste­fan Lüd­de­mann

Zu die­ser ab­sur­den Auf­füh­rung gibt je­der Mit­wir­ken­de sein Bes­tes. Stadt­po­li­ti­ker, die Kunst of­fen­bar nur dann be­für­wor­ten, wenn sie nichts kos­tet. ZKM-Lei­ter Pe­ter Wei­bel, der das Ge­ne­sis-Mo­tiv fürch­tet wie der Teu­fel das Weih­was­ser. Und Ma­na­ger, die Kunst ge­gen Wer­be­flä­chen ver­rech­nen.

Nur ei­ner dürf­te, par­don für den Ka­lau­er, sei­nen Hei­den­spaß ha­ben. Mar­kus Lü­pertz, Fach­kraft für Grö­ßen­wahn in der Ge­gen­warts­kunst, be­kommt ein Dra­ma ge­bo­ten, das Stoff für je­de Selbst­über­hö­hung bie­tet. Der Künst­ler als Hei­land, Op­fer, als Ge­nie oh­ne­hin – das ist nach sei­nem Ge­schmack. Da­bei hät­te die Lo­sung nach manch miss­lun­ge­ner Skulp­tur schlicht lau­ten müs­sen: Lü­pertz in un­se­rer Stadt? Ne­ver ever.

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