Die grü­ne Dop­pel­kri­se

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest - D.fis­ser@noz.de

Kei­ne Zeit für Au­f­ar­bei­tung. CDU-Über­läu­fe­rin El­ke Twes­ten ist bö­se. Die Grü­nen sind toll und wer­den wei­ter­re­gie­ren. So ein­fach ist das. Zu­min­dest nach Mei­nung der Par­tei­tags­re­gie in Göt­tin­gen. Na­tür­lich ist al­les et­was kom­ple­xer. Den Par­tei­wech­sel Twes­tens und da­mit den Zu­sam­men­bruch der nie­der­säch­si­schen Lan­des­re­gie­rung als Ver­rat und In­tri­ge ab­zu­tun reicht nicht aus. Die Grü­nen klam­mern näm­lich aus, was der Schritt der Ab­ge­ord­ne­ten über die Ver­fasst­heit der Par­tei aus­sagt: dass in­te­gra­ti­ve Kraft mehr ist als ei­ne herz­li­che Umar­mung. Die the­ma­ti­schen Span­nun­gen in­ner­halb der Par­tei sind so groß, dass die Iden­ti­täts­kri­se im In­nern mitt­ler­wei­le zu ei­nem Glaub­wür­dig­keits­pro­blem nach au­ßen ge­führt hat. Von Dirk Fis­ser

Um­fra­gen deu­ten dar­auf hin, dass die Grü­nen im Bund wie im Land nur noch ih­re Kern­wäh­ler­schaft er­rei­chen könn­ten. Das wird in Nie­der­sach­sen nicht ge­nug sein, um die rot-grü­ne Re­gie­rung fort­zu­füh­ren. Man hät­te nun mei­nen kön­nen, das po­li­ti­sche Be­ben der ver­gan­ge­nen Tage hät­te die Par­tei wach­ge­rüt­telt. Of­fen­bar nicht. Sie will mit Alt­be­währ­tem in den ver­kürz­ten Wahl­kampf zie­hen und ver­gisst da­bei doch, dass es nicht reicht, wenn man nur von sich selbst über­zeugt ist. Man muss auch den Wäh­ler über­zeu­gen.

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