Par­tei­tag: Grü­ne ge­ben sich trot­zig

Piel und Wenzel füh­ren Lis­te an

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest -

Par­tei­tag eins nach dem po­li­ti­schen Be­ben in Nie­der­sach­sen: Der Lan­des­ver­band der Grü­nen kommt an die­sem Wo­che­n­en­de in Göt­tin­gen zu­sam­men, um die Kan­di­da­ten für die an­ste­hen­de Land­tags­wahl zu be­nen­nen. Zum Auf­takt gab sich die Par­tei am Frei­tag­abend trot­zig.

Von Dirk Fis­ser

Vor­sit­zen­der Ste­fan Kör­ner rief den et­wa 140 De­le­gier­ten ent­ge­gen: „Ein Sturm ist über das po­li­ti­sche Nie­der­sach­sen hin­weg­ge­zo­gen, und die­ser Sturm hat al­les ver­än­dert.“Was er da­mit mein­te, wuss­te je­der im Saal, oh­ne dass Kör­ner Die Spit­zen­kan­di­da­ten Na­men nann­te: den Wech­sel der Ex-Grü­nen El­ke Twes­ten zur CDU und den da­mit ver­bun­de­nen Zu­sam­men­bruch der rot-grü­nen Lan­des­re­gie­rung. Nun wird am 15. Ok­to­ber neu ge­wählt und nicht – wie ge­plant – im Ja­nu­ar des kom­men­den Jah­res.

Geht es nach den Grü­nen, ist das kein Pro­blem für die kri­sen­ge­schüt­tel­te Par­tei. Kör­ner gab ein zwei­stel­li­ges Ziel aus. 2013 er­reich­ten die Grü­nen 13,7 Pro­zent. Ähn­lich gut soll das Er­geb­nis auch die­ses Mal aus­fal­len. Über­zeu­gen will die Par­tei vor al­lem mit alt­be­kann­ten Zie­len. Frak­ti­ons­che­fin Anja Piel zähl­te das ge­plan­te Was­ser­ge­setz, ein Trans­pa­renz­ge­setz und das Gleich­be­rech­ti­gungs­ge­setz auf. Al­le drei wa­ren in der po­li­ti­schen Pi­pe­line, konn­ten aber von Ro­tG­rün nicht mehr um­ge­setzt wer­den.

Schuld dar­an aus grü­ner Sicht: Twes­ten. Doch auch Piel hielt sich nicht lan­ge mit ih­rer ehe­ma­li­gen Frak­ti­ons­kol­le­gin auf. „Klar war ich ent­täuscht.“Wü­tend sei sie auch ge­we­sen, aber nach ei­nem kur­zen Spa­zier­gang durch Han­no­ver sei der al­te Kamp­fes­wil­le zu­rück­ge­kehrt, sag­te die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de. „Die Zeit zum Jam­mern ist vor­bei“, sag­te Piel. „Es kann doch nicht sein, dass die Leu­te, die das dre­ckig in­sze­nie­ren, am En­de die Wahl ge­win­nen.“

Das gab kräf­ti­gen Ap­plaus und ein star­kes Er­geb­nis von 94,2 Pro­zent. Piel wird die Grü­nen auf Lis­ten­platz eins in den ver­kürz­ten Wahl­kampf füh­ren. Auf Platz zwei folgt der bis­he­ri­ge Um­welt­mi­nis­ter Ste­fan Wenzel, der dann doch den ver­bo­te­nen Na­men nann­te: „Ei­ne El­ke macht noch kei­nen Al­t­hus­mann“, sag­te er in An­spie­lung auf den CDU-Lan­des­chef und sprach eben­falls von ei­ner In­tri­ge der CDU.

Wenzel schlug aber auch selbst­kri­ti­sche Tö­ne an. „Wir ha­ben nicht im­mer recht, und wir müs­sen gut zu­hö­ren“, mahn­te er sei­ne Par­tei. Und woll­te so wohl klar­stel­len, war­um die Grü­nen nicht al­le ih­re Zie­le ge­mein­sam mit der SPD hat­ten um­set­zen kön­nen. „Wir müs­sen Bünd­nis­se schmie­den und Ge­mein­sam­kei­ten er­ken­nen.“Das gab 153 von 175 Stim­men.

Der Par­tei­tag dau­ert bis Sonn­tag. Ein­zi­ger Ta­ges­ord­nungs­punkt ist die Kan­di­da­ten­lis­te zur Land­tags­wahl.

der Lan­des-Grü­nen, Anja Piel und Ste­fan Wenzel. Fo­to: dpa

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