Das Er­sti-ABC

Schnel­le Hil­fe für ori­en­tie­rungs­lo­se Uni-An­fän­ger

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Jobwelt -

Wer gera­de noch an der Schu­le zu den Äl­tes­ten ge­hör­te, fängt an der Uni als Er­sti ganz von vor­ne an. Bafög, Cre­dits, Im­ma­tri­ku­la­ti­on... Die Lis­te der un­be­kann­ten Be­grif­fe ist lang. Von An­we­sen­heits­pflicht bis Zu­las­sung: Das müs­sen Ers­tis wis­sen.

Von Pau­li­ne Sick­mann

BERLIN. Je­der Stu­dent war ein­mal Er­sti. Die Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit bei der Su­che nach dem Hör­saal oder die Pro­ble­me mit dem elek­tro­ni­schen St­un­den­plan: Da müs­sen al­le durch. Hil­fe­stel­lung in den ers­ten UniWo­chen gibt das fol­gen­de Er­sti-ABC, mit Tipps vom Hoch­schul­kom­pass, dem Deut­schen Stu­den­ten­werk so­wie den Por­ta­len „Stu­disOn­li­ne“, „Stu­di-In­fo“und „Stu­die­ren.de“.

An­we­sen­heits­pflicht, die: Das Deut­sche Hoch­schul­rah­men­ge­setz legt fest, dass Unis kei­ne ge­ne­rel­le An­we­sen­heits­pflicht be­schlie­ßen dür­fen. Aber: Übun­gen, Prak­ti­ka oder La­bor­stun­den kön­nen An­we­sen­heit vor­aus­set­zen, weil sich de­ren Lern­ziel nicht zu Hau­se er­rei­chen lässt. Ein Blick in die Ver­an­stal­tungs­be­schrei­bung hilft da wei­ter.

AStA, der: Ab­kür­zung für All­ge­mei­ner Stu­die­ren­den­aus­schuss. Der AStA wird vom Stu­die­ren­den­par­la­ment ge­wählt und ver­tritt die In­ter­es­sen der Stu­die­ren­den. Au­ßer­dem be­rät er zu al­len The­men rund ums Stu­di­um. Bei psy­chi­schen Pro­ble­men oder Rechts- und Woh­nungs­fra­gen kön­nen sich Ers­tis an den AStA wen­den.

Bafög, das: Ab­kür­zung für Bun­des­aus­bil­dungs­för­de­rungs­ge­setz. Re­gelt ei­ne fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung wäh­rend der Aus­bil­dung. Be­an­tra­gen kön­nen Stu­die­ren­de es laut Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­ri­um beim Stu­den­ten­werk vor Ort. Die ei­ne Hälf­te des Gel­des ist ein staat­li­cher Zu­schuss, die an­de­re ein zins­lo­ses Dar­le­hen.

Bo­lo­gna-Pro­zess, der: Ei­ne eu­ro­päi­sche Hoch­schul­re­form, in de­ren Zu­ge die Ba­che­l­or­und Mas­ter­stu­di­en­gän­ge in Deutsch­land ein­ge­führt wur­den. An den Hoch­schu­len hat sich seit­dem ei­ni­ges ge­än­dert.

Cre­dit Po­ints, die: Sind Teil des Eu­ro­pean Cre­dit Trans­fer Sys­tem (ECTS), das die Ver­gleich­bar­keit von Stu­di­en­gän­gen ge­währ­leis­ten soll. Die Punk­te ste­hen für ei­nen be­stimm­ten Ar­beits­auf­wand (Eng­lisch: Wor­kload) und wer­den beim Ab­schluss von Ver­an­stal­tun­gen an­ge­rech­net. Hil­fe­stel­lung zur Ar­beits­pla­nung: Ein Cre­dit Po­int steht für 25-30 Ar­beits­stun­den. 180 Cre­dit Po­ints rei­chen für ei­nen durch­schnitt­li­chen Ba­che­lor.

c.t.: Ab­kür­zung für cum tem­po­re, über­setzt mit Zeit. Da­mit ge­kenn­zeich­ne­te Ver­an­stal­tun­gen be­gin­nen nicht zur an­ge­ge­be­nen Zeit, son­dern ei­ne Vier­tel­stun­de spä­ter. Des­halb spricht man auch vom aka­de­mi­schen Vier­tel. Ver­an­stal­tun­gen, die mit s.t.(si­ne tem­po­re – oh­ne Zeit) ge­kenn­zeich­net sind, be­gin­nen pünkt­lich. Zwei di­rekt auf­ein­an­der fol­gen­de Ver­an­stal­tun­gen sind so kein Pro­blem: Meis­tens ist ge­nug Zeit für den Raum­wech­sel – und so­gar für ei­nen Kaf­fee.

Dies Aca­de­mi­cus, der: La­tei­nisch für aka­de­mi­scher Tag. Heu­te fal­len die Vor­le­sun­gen und Se­mi­na­re aus, statt­des­sen gibt es Vor­trä­ge, In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen und Füh­run­gen. Ge­le­gen­heit für Ers­tis, über den Tel­ler­rand des ei­ge­nen Stu­di­en­gangs zu schau­en und in an­de­re Fach­schaf­ten hin­ein­zu­schnup­pern.

Eras­mus: Ein För­der­pro­gramm der Eu­ro­päi­schen Uni­on für Aus­lands­auf­ent­hal­te wäh­rend des Stu­di­ums. Stu­die­ren­de be­kom­men da­mit fi­nan­zi­el­le und or­ga­ni­sa­to­ri­sche Un­ter­stüt­zung bei ei­nem Se­mes­ter im Aus­land. An­sprech­part­ner ist oft das In­ter­na­tio­nal Of­fice auf dem Cam­pus.

Fach­schafts­rat, der: Wird kurz ein­fach Fach­schaft ge­nannt. Er ver­tritt die In­ter­es­sen der Stu­die­ren­den des je­wei­li­gen Fachs und or­ga­ni­siert In­fo- und Kul­tur­ver­an­stal­tung wie die Er­sti-Wo­che.

Hoch­schul­sport, der: Ei­ne gu­te Ab­wechs­lung vom Sit­zen am Schreib­tisch – und da­bei oft güns­ti­ger als Fit­ness im Stu­dio. Au­ßer­dem gibt es je nach Hoch­schu­le ein riesiges An­ge­bot: Von A wie Aqua­fit­ness bis Z wie Zum­ba ist al­les da­bei.

Im­ma­tri­ku­la­ti­on, die: Ein an­de­res Wort für Ein­schrei­bung. Nach­dem Be­wer­ber für ih­ren Stu­di­en­gang zu­ge­las­sen wur­den, kön­nen sie sich mit den er­for­der­li­chen Un­ter­la­gen an der Hoch­schu­le ein­schrei­ben und sind dann of­fi­zi­ell Stu­die­ren­de.

Job­bör­se, die: An vie­len In­sti­tu­ten gibt es ein Schwar­zes Brett. Mehr An­ge­bo­te gibt es meist in der Job­bör­se, bei­spiels­wei­se vom Stu­den­ten­werk vor Ort. Dort wer­den Tä­tig­kei­ten an­ge­bo­ten, die sich gut mit dem Stu­di­um ver­ein­ba­ren las­sen: 450-Eu­ro-Jobs oder die Ar­beit als Werks­stu­dent zum Bei­spiel.

Kin­der­geld, das: El­tern voll­jäh­ri­ger Stu­die­ren­der er­hal­ten bis zur Voll­en­dung des 25. Le­bens­jah­res Kin­der­geld. Wenn den El­tern kei­ne Kos­ten mehr durch ihr Kind ent­ste­hen, müs­sen sie ih­rem Kind das Geld aus­zah­len.

Kran­ken­ver­si­che­rung, die: Ge­ring­fü­gig be­schäf­tig­te Stu­die­ren­de kön­nen bis zu ih­rem 25. Le­bens­jahr wei­ter über ih­re El­tern ver­si­chert wer­den. Wer zu viel Geld da­für ver­dient oder äl­ter ist, für den gibt es güns­ti­ge Stu­den­ten­ta­ri­fe.

Li­te­ra­tur, die: Bei ei­ni­gen Stan­dard­wer­ken lohnt sich die An­schaf­fung, beim Rest grei­fen Stu­die­ren­de bes­ser auf Ko­pi­en oder Lei­h­e­x­em­pla­re zu­rück. Vie­le Do­zen­ten stel­len ei­nen Hand­ap­pa­rat oder Re­a­der zur Ver­fü­gung, in dem wich­ti­ge Li­te­ra­tur ge­sam­melt zu fin­den ist. Da­bei gilt gera­de bei vol­len Ver­an­stal­tun­gen: Wer zu­erst kommt, leiht zu­erst.

Or­dent­li­cher Stu­dent, der: Or­dent­li­cher Stu­dent ist, wer an ei­ner Hoch­schu­le ein­ge­schrie­ben ist und des­sen Zeit und Ar­beits­kraft über­wie­gend durch das Stu­di­um in An­spruch ge­nom­men wird. Wich­tig ist die­ser Sta­tus, weil sich nur da­mit be­stimm­te Leis­tun­gen in An­spruch neh­men las­sen.

Re­gel­stu­di­en­zeit, die: Die Se­mes­ter­zahl, die für das Ab­sol­vie­ren des Stu­di­en­gangs vor­ge­se­hen ist. Sie ein­zu­hal­ten, ist vor al­lem für BafögBe­zie­her wich­tig. Wer zu lan­ge für das Stu­di­um braucht, muss in man­chen Bun­des­län­dern au­ßer­dem Ge­büh­ren be­zah­len.

Se­mes­ter­bei­trag, der: Stu­di­en­ge­büh­ren gibt es in Deutsch­land höchs­tens noch für Bum­mel­stu­den­ten, ein Se­mes­ter­bei­trag wird aber meis­tens trotz­dem fäl­lig. Da­von wird un­ter an­de­rem das Se­mes­ter­ti­cket be­zahlt, au­ßer­dem er­hal­ten ei­nen Teil das Stu­den­ten­werk und die Ver­wal­tung.

Sti­pen­di­um, das: För­de­run­gen kön­nen nicht nur Stu­die­ren­de mit be­son­ders gu­ten No­ten be­kom­men. Auch wer sich so­zi­al en­ga­giert oder zu ei­ner Min­der­heit ge­hört, hat Chan­cen ei­ne fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung zu er­hal­ten.

Um­mel­den, das: Wer zum Stu­die­ren in ei­ne an­de­re Stadt zieht, muss sei­ner Mel­de­pflicht nach­kom­men und sich im Bür­ger­amt der neu­en Stadt an­mel­den. Da­für muss man ei­ne Ein­zugs­be­stä­ti­gung des Ver­mie­ters vor­le­gen.

Vor­le­sungs­freie Zeit, die: Nicht zu ver­wech­seln mit Fe­ri­en! Haus­ar­bei­ten und Prü­fun­gen ste­hen an, in man­chen Stu­di­en­gän­gen sind hier Pflicht­prak­ti­ka vor­ge­se­hen. Den Ur­laub bu­chen soll­ten Stu­die­ren­de da­her zum Bei­spiel erst, wenn Klau­su­ren und an­de­re Ter­mi­ne wirk­lich fest­ste­hen.

Zu­las­sung, die: Oft kann man sich nicht di­rekt für ei­nen Stu­di­en­gang ein­schrei­ben. Wenn we­ni­ger Plät­ze zur Ver­fü­gung ste­hen, als es Be­wer­ber für den Stu­di­en­gang gibt, kommt es auch bei Mas­ter­stu­di­en­gän­gen zu ei­nem Zu­las­sungs­ver­fah­ren.

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