Klar wie Kloß­brü­he AUS­BLICK RÜCKBLICK

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Im Leben -

Von Mar­cus Ta­cken­berg

In Zei­ten von Whatsapp, Emo­ji und Ins­ta­gram sind Re­de­wen­dun­gen und Sprich­wör­ter et­was aus der Mode ge­kom­men. Sehr scha­de, denn sie be­rei­chern nicht nur un­se­re Spra­che. Man kann zu­dem viel Spaß ha­ben, wenn man sich mit Men­schen aus an­de­ren Län­dern dar­über aus­tauscht. Wol­len mei­ne ira­ni­schen Freun­de je­man­dem auf sehr net­te und in­ti­me Wei­se ih­re Lie­be be­kun­den, sa­gen sie zum Bei­spiel „Jee­ga­ret o bok­ho­ram“– „Ich wer­de dei­ne Le­ber es­sen“. Zu­ge­ge­ben, das klingt nicht gera­de ver­lo­ckend für den Adres­sa­ten. Doch wer jetzt den al­ten Per­sern leicht­fer­tig kan­ni­ba­li­sche Ge­lüs­te un­ter­stellt, soll­te sich ver­ge­gen­wär­ti­gen, dass auch wir im Deut­schen Aus­drü­cke wie „Ich ha­be dich zum Fres­sen gern“oder „Ich könn­te dich ver­na­schen“ken­nen. Ei­nem Kind, das wir süß fin­den, wür­den wir al­ler­dings kaum – wie im Iran – ins Ge­sicht sa­gen: „Ei­ne Maus soll dich fres­sen.“

„An­de­re Län­der, an­de­re Frit­ten“pfleg­te ein al­ter Kum­pel in sol­chen Fäl­len im­mer zu sa­gen. Apro­pos: Wenn es dem Ja­pa­ner rich­tig le­cker schmeckt, sagt er „Mei­ne Wan­gen fal­len ab“, wäh­rend der Deut­sche Kör­per­de­for­mie­run­gen eher als Bild für sei­nen Hun­ger ver­wen­det – wie et­wa „Der Ma­gen hängt mir schon in den Knie­keh­len.“Tat­säch­lich ken­nen vie­le Völ­ker ähn­li­che Re­de­wen­dun­gen wie et­wa „Vie­le Kö­che ver­der­ben den Brei“, „das Haar in der Sup­pe“oder „Was man sich ein­ge­brockt hat, muss man auch aus­löf­feln“. Aber er­klä­ren Sie ei­nem Ira­ner mal, war­um ei­ne Le­ber­wurst be­lei­digt ist, wann man sein Fett weg­be­kommt und wie man sei­nen Senf da­zu­gibt. Al­les klar wie Kloß­brü­he! Die Som­mer­di­ät ist end­lich vor­bei: Nach ap­pe­tit­li­chen Con­fe­dCup-Häpp­chen im Ju­ni und Ju­li, ei­nem leicht ver­sal­ze­nen Zwi­schen­gang bei der Frau­en-EM so­wie di­ver­sen Vor­spei­sen aus Su­per­cup, 3. Li­ga und schließ­lich DFB-Po­kal an die­sem Wo­che­n­en­de rollt ab Frei­tag end­lich wie­der der Ball in der

Zum Auf­takt emp­fängt der Abo-Meis­ter Bay­ern München das Team von Bay­er Le­ver­ku­sen. Neu­gie­rig sind Mil­lio­nen Fans auf ei­ni­ge Neue­run­gen, wie die Ein­füh­rung des Vi­deo­be­wei­ses. Ei­ne Ge­win­ne­rin steht vor dem Sai­son­start be­reits fest: Mit Bi­bia­na St­ein­haus schaff­te erst­mals ei­ne Frau den Sprung in den Kreis der Erst­li­ga-Schieds­rich­ter. Fuß­ball-Bun­des­li­ga. Fo­to: dpa Ein Wech­sel und die Fol­gen: Mit dem Aus­tritt der Ab­ge­ord­ne­ten El­ke Twes­ten

bei den Grü­nen und dem da­mit ver­bun­de­nen Macht­ver­lust der Lan­des­re­gie­rung hat in Nie­der­sach­sen schlag­ar­tig der Wahl­kampf be­gon­nen. Die Au­f­ar­bei­tung des tur­bu­len­ten Über­tritts Twes­tens zur Uni­on zog sich durch die ge­sam­te Wo­che und wird wohl wei­ter an­dau­ern. SPD und CDU spar­ten nicht mit ge­gen­sei­ti­gen Vor­wür­fen. Mi­nis­ter­prä­si­dent Weil steht we­gen Ab­spra­chen mit dem VW-Kon­zern zu­sätz­lich in der Kri­tik. Bis zur Land­tags­wahl am 15. Ok­to­ber blei­ben gera­de ein­mal neun Wo­chen Zeit – ein Tur­boWahl­kampf steht be­vor, an­ge­rei­chert durch die Bun­des­tags­wahl am 24. Sep­tem­ber. Fo­to: dpa

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