Das Pri­vi­leg, Nie­der­sach­se zu sein

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest - Von Dirk Fis­ser d.fis­ser@noz.de

Jetzt dürf­ten auch die letz­ten Zwei­fel aus­ge­räumt sein. CDU und Grü­ne wer­den nach dem 15. Ok­to­ber wohl kei­ne ge­mein­sa­me Re­gie­rungs­ko­ali­ti­on bil­den – auch nicht un­ter Ein­be­zie­hung der FDP als so­ge­nann­tes Ja­mai­ka-Bünd­nis. Denn die ge­gen­sei­ti­gen Atta­cken der ver­gan­ge­nen Ta­ge mit ih­rem vor­läu­fi­gen Hö­he­punkt auf dem Grü­nen-Par­tei­tag in Göt­tin­gen ge­hen über das Maß der po­li­ti-

schen Ge­häs­sig­kei­ten un­ter Kon­kur­ren­ten hin­aus. Sie of­fen­ba­ren ei­ne ideo­lo­gisch be­grün­de­te Ab­nei­gung, die nach dem Wech­sel von El­ke Twes­ten zur CDU noch ein­mal ver­fes­tigt wor­den sein dürf­te. Ein sol­ches Bünd­nis rein um der Macht wil­len lie­ße sich dem Wäh­ler und den je­wei­li­gen Par­tei­mit­glie­dern nicht glaub­haft ver­mit­teln. Wer Staat ma­chen will, der muss sich ge­gen­sei­tig re­spek­tie­ren. Das ist hier nicht der Fall. Ein La­ger­wahl­kampf dürf­te den­noch nicht zu er­war­ten sein. Da­zu sind die Mehr­hei­ten in den ak­tu­el­len Um­fra­gen zu wa­cke­lig. Macht­tak­tisch ma­chen es die Li­be­ra­len vor die­sem Hintergrund klü­ger als die Grü­nen: Sie schlie­ßen kei­nen der bei­den Se­ni­or­part­ner in ei­ner Ko­ali­ti­on aus, kom­men aber auch kei­nem zu na­he. Ge­wiss ist der­zeit nur eins: Der Wäh­ler in Nie­der­sach­sen ist pri­vi­le­giert. Denn wäh­rend der Rest der Re­pu­blik im Bun­des­tags­wahl­kampf po­li­tisch da­hin­d­öst, wird im­mer­hin in Nie­der­sach­sen um die de­mo­kra­ti­sche Zu­kunft des Lan­des ge­run­gen.

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