FDP grenzt sich von CDU ab

Birk­ner zum Spit­zen­kan­di­da­ten ge­wählt

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Nordwest -

FDP-Lan­des­chef Ste­fan Birk­ner hat die nie­der­säch­si­schen Li­be­ra­len auf ei­nen un­ab­hän­gi­gen Wahl­kampf ein­ge­schwo­ren und sich deut­lich von der CDU ab­ge­grenzt. „Die Frei­en De­mo­kra­ten las­sen sich nicht ver­ein­nah­men. Wir sind ei­ne ei­gen­stän­di­ge po­li­ti­sche Kraft, und so wer­den wir auch im nie­der­säch­si­schen Land­tags­wahl­kampf an­tre­ten“, sag­te Birk­ner beim FDP-Lan­des­par­tei­tag in Han­no­ver. Dort wur­de der 44-Jäh­ri­ge am Sonn­tag mit 96,9 Pro­zent von den 292 De­le­gier­ten zum Spit­zen­kan­di­da­ten ge­wählt. Platz zwei si­cher­te sich der stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­chef im Land­tag, Jörg Bo­de, mit 75,7 Pro­zent.

Birk­ner be­ton­te, dass es nach der Wahl – die vor­aus­sicht­lich am 15. Ok­to­ber statt­fin­den wird – nicht au­to­ma­tisch auf ei­ne schwarz-gel­be Mehr­heit hin­aus­lau­fe. „Ich se­he auch kei­nen Raum für ei­ne Ko­ope­ra­ti­on mit den Grü­nen“, sag­te Birk­ner zur Fra­ge mög­li­cher Kon­stel­la­tio­nen nach der Wahl. Die Grü­nen sei­en in Nie­der­sach­sen viel stär­ker links­ori­en­tiert als in Schles­wig-Hol­stein, er­klär­te er mit Blick auf das dor­ti­ge Bünd­nis von CDU, FDP und Grü­nen.

Birk­ner at­ta­ckier­te das rot-grü­ne Bünd­nis in Han­no­ver, das nach dem über­ra­schen­den Wech­sel der Grü­nen-Ab­ge­ord­ne­ten El­ke Twes­ten zur CDU sei­ne EinS­tim­men-Mehr­heit im Land­tag ver­lo­ren hat­te. Die Re­gie­rung sei schon vor­her am En­de ge­we­sen. „Die­ser Mi­nis­ter­prä­si­dent ist ein­zig und al­lein an sich selbst ge­schei­tert“, sag­te der 44-Jäh­ri­ge. Re­gie­rungs­chef Ste­phan Weil spie­le nun ei­ne „Mit­leids­num­mer“und ver­brei­te ei­ne „Dolch­stoß­le­gen­de“.

Tat­säch­lich sei­en SPD und Grü­ne nicht in der La­ge ge­we­sen, so­li­de und sau­ber zu re­gie­ren, son­dern sei­en der Ar­ro­ganz der Macht er­le­gen. Die Re­gie­rung sei „sechs­mal vom Staats­ge­richts­hof ver­ur­teilt“wor­den, weil sie die Op­po­si­ti­on nicht aus­rei­chend in­for­miert ha­be. „In der Bil­dungs­po­li­tik hin­ter­lässt Ro­tG­rün ei­nen Scher­ben­hau­fen. Das zeigt sich be­son­ders bei der ka­ta­stro­pha­len Un­ter­richts­ver­sor­gung“, sag­te Birk­ner wei­ter. Die FDP wol­le zwar Fehl­ent­wick­lun­gen rück­gän­gig ma­chen, grund­sätz­lich müs­se es aber ei­nen „Bil­dungs­frie­den“ge­ben.

Die FDP will mit dem Ver­spre­chen ei­ner schlan­ke­ren Ver­wal­tung und mehr För­de­rung für Un­ter­neh­mens­grün­der in den Wahl­kampf zie­hen. Zu­dem wol­len die Li­be­ra­len ein Di­gi­tal­mi­nis­te­ri­um eta­blie­ren.

Der stell­ver­tre­ten­de FDPBun­des­chef Wolf­gang Ku­bi­cki rief sei­ne Par­tei vor der Bun­des­tags- und Land­tags­wahl zu Selbst­be­wusst­sein auf. „Wir müs­sen uns de­fi­ni­tiv nicht ver­ste­cken“, sag­te er bei dem Par­tei­tag. „Wir sind die ein­zi­ge Par­tei, die Men­schen nicht er­zie­hen will, son­dern sie be­fä­hi­gen, das Bes­te aus ih­rem Le­ben zu ma­chen.“Er kri­ti­sier­te, dass Mi­nis­ter­prä­si­dent Weil ei­ne Re­gie­rungs­er­klä­rung zu VW im Ok­to­ber 2015 zu­vor mit dem Au­to­bau­er ab­ge­stimmt hat­te. Die Staats­kanz­lei müs­se über ge­nü­gend ei­ge­nen ju­ris­ti­schen Sach­ver­stand ver­fü­gen, um of­fe­ne Fra­gen zu klä­ren.

Laut ei­ner am Don­ners­tag ver­öf­fent­lich­ten in­fra­test-di­map-Um­fra­ge kann die FDP bei der Wahl mit 7 Pro­zent rech­nen. 2013 hat­ten die Li­be­ra­len mit 9,9 Pro­zent ihr bis­lang bes­tes Er­geb­nis bei ei­ner Land­tags­wahl in Nie­der­sach­sen er­reicht.

Der Lan­des­vor­sit­zen­de Ste­fan Birk­ner. Fo­to:dpa

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