Mu­sik zur Lu­ther­zeit: Fremd­ar­tig und ver­traut

His­to­ri­sche Tö­ne im Mu­se­um

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Kultur Regional - Von Jan Kamp­mei­er

OS­NA­BRÜCK. Bei­na­he all­ge­gen­wär­tig scheint Mar­tin Lu­ther im Ju­bi­lä­ums­jahr der Re­for­ma­ti­on, auch das kul­tur­ge­schicht­li­che Mu­se­um zeigt ei­ne Aus­stel­lung. Pas­send da­zu er­klang am Sonn­tag Mu­sik der Lu­ther­zeit.

Micha­el Dü­cker, Mar­ti­na Bin­nig und Dorothee Schlü­ter in­ter­pre­tier­ten auf his­to­ri­schen In­stru­men­ten ei­ne Mu­sik, die ei­ner­seits heu­te sehr fremd wirkt, von der aber an­de­rer­seits man­che The­men noch heu­te be­kannt sind. „Ver­leih uns Frie­den gnä­dig­lich“et­wa, Text und Me­lo­die von Lu­ther selbst, er­öff­net das Kon­zert und wird noch heu­te in fast je­dem lu­the­ri­schen Got­tes­dienst ge­sun­gen.

Auch Hein­rich Isaacs „Inns­bruck, ich muss dich las­sen“kön­nen ei­ni­ge Zu­hö­rer nach Ein­la­dung mit­sin­gen. Als Trio tre­ten die drei Mu­si­ker kaum auf, meist sind nur zwei In­stru­men­te be­tei­ligt, Micha­el Dü­cker spielt so­gar et­li­che Stü­cke al­lein auf der Lau­te. Die­ses In­stru­ment, so Mar­ti­na Bin­nig, konn­te Lu­ther eben­so wie die Tra­vers­flö­te selbst spie­len. Auch wenn die meis­ten Wer­ke mit Lu­ther di­rekt nichts zu tun ha­ben, stellt sie den Be­zug trotz­dem in ih­ren Mo­de­ra­tio­nen im­mer wie­der her.

So et­wa bei Lud­wig Sen­fl, der zu Lu­thers Lieb­lings­kom­po­nis­ten ge­hör­te und dem er auch Brie­fe ge­schrie­ben hat, oder bei Jos­quin De­sp­rez, von dem Lu­ther ge­sagt ha­be, er sei „Der No­ten Meis­ter“.

Ein Trio, das kaum zu dritt spiel­te. Fo­to: Her­mann Pen­ter­mann

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