Schwer zu er­tra­gen

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - Osnabrücker Land - Von Chris­ti­an Geers c.geers@ber­sen­bru­ecker­kreis­blatt.de

Es ist be­drü­ckend: Fast ge­nau vier Jah­re, nach­dem drei Men­schen auf dem un­be­schrank­ten Bahn­über­gang Jo­han­ni­ter­stra­ße bei ei­ner Kol­li­si­on mit ei­nem Zug ihr Le­ben ver­lo­ren, er­eig­net sich er­neut ein töd­li­cher Un­fall. Noch er­mit­telt die Po­li­zei den Her­gang, aber zwei Fra­gen drän­gen sich auf: Hät­te ei­ne Schran­ke das Un­glück ver­hin­dern kön­nen? Und was ist seit dem ers­ten Un­fall pas­siert?

Nicht viel, zu­min­dest ist an der Jo­han­ni­ter­stra­ße kei­ne Ve­rän­de­rung fest­zu­stel­len. Nach wie vor gibt es dort we­der Halb- noch Voll­schran­ke, ge­schwei­ge denn ei­ne Blink­licht­an­la­ge. Das mag dem Um­stand ge­schul­det sein, dass der Über­gang re­la­tiv gut ein­seh­bar ist. Und weil nur we­ni­ge Fahr­zeu­ge die­se Stel­le über­que­ren, be­steht für die Bahn kei­ne Ver­pflich­tung zu wei­ter­ge­hen­den Si­cher­heits­maß­nah­men. Die aber hat­te die Ge­mein­de Rieste im­mer wie­der ge­for­dert – bis­her ver­geb­lich, weil die Kom­mu­nen, die un­mit­tel­bar mit dem Leid kon­fron­tiert wer­den, kaum Chan­cen ge­gen den über­mäch­ti­gen Bahn­kon­zern ha­ben.

Vier To­te soll­ten ei­ne Mah­nung sein, dass al­le Be­tei­lig­ten, vor al­lem die Bahn, end­lich ei­ne Lö­sung für die­sen und vie­le an­de­re un­be­schrank­te Bahn­über­gän­ge fin­den. Dass lang­wie­ri­ge Ver­hand­lun­gen, über­bor­den­de Bü­ro­kra­tie und Ger­an­gel um Zu­stän­dig­kei­ten, Men­schen­le­ben kos­ten kön­nen, ist schwer zu er­tra­gen.

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