Un­ser Ge­winn

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - VORDERSEITE - Von An­na­le­na Klein a.klein@noz.de

Un­ab­hän­gig vom Aus­gang der U-18-Wahl – ge­won­nen hat un­se­re De­mo­kra­tie. Weil ge­sell­schaft­lich ak­ti­ve Ju­gend­li­che ei­ner neu­en Ge­ne­ra­ti­on von Po­li­tik­ver­dros­se­nen vor­beu­gen.

Das ist De­mo­kra­tie: Die Mehr­heit be­stimmt, wo es lang­geht. Und so wird Po­li­tik oft­mals für die stärks­te Grup­pe ge­macht. Be­zo­gen auf das Al­ter, sind das hier­zu­lan­de die über 70-Jäh­ri­gen. Da­bei be­steht die Ge­fahr, die Ge­ne­ra­tio­nen ge­gen­ein­an­der aus­zu­spie­len. Nur weil es we­ni­ger Jun­ge gibt, darf ih­nen nicht das Recht auf Mit­be­stim­mung in Abre­de ge­stellt wer­den. Die Ge­sell­schaft muss sich selbst ein­mal die Fra­ge stel­len, wie­so 16- und 17Jäh­ri­gen kol­lek­tiv die ko­gni­ti­ven Fä­hig­kei­ten ab­ge­spro­chen wer­den, sich auf bun­des­po­li­ti­scher Ebe­ne mit ih­rer Zu­kunft aus­ein­an­der­zu­set­zen, wäh­rend man die­se 90-Jäh­ri­gen pau­schal zu­spricht. Das Ar­gu­ment der geis­ti­gen Rei­fe ist ge­nau­so ana­chro­nis­tisch, wie es bei der De­bat­te im Jahr 1970 ge­we­sen ist, als das Wahl­al­ter auf 18 Jah­re ge­senkt wur­de.

Po­li­ti­ker wer­den nicht mü­de zu be­to­nen, dass Kin­der die Zu­kunft sind. Die U-18-Wahl zeigt den Blick un­se­rer Zu­kunft auf das po­li­ti­sche Deutsch­land. Jetzt muss die jun­ge Ge­ne­ra­ti­on ernst ge­nom­men wer­den.

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