Beu­te im Wert von ei­ner Vier­tel­mil­li­on Eu­ro

Bun­des­weit agie­ren­de Die­bes­ban­de schlug auch in Lot­te kräf­tig zu – Pro­zess­auf­takt in Müns­ter

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - WESTFÄLISCHE TAGESPOST - Von Mat­thi­as Münch

LOT­TE/MÜNS­TER. Sie ka­men im­mer im Schutz der Dun­kel­heit und blie­ben nur kur­ze Zeit. Wenn sie mit ih­rem Pkw wie­der ver­schwan­den, dann wa­ren Häu­ser und Woh­nun­gen durch­wühlt. Dann fehl­ten dort Schmuck, Uh­ren, Lap­tops, Ta­blets, Bar­geld oder teu­re Par­füms. Auch in Lot­te schlu­gen sie zu. Dort mach­ten sie so­gar mit Ab­stand die reichs­te Beu­te.

Da­für müs­sen sich seit ges­tern drei Män­ner im Al­ter von 24, 42 und 47 Jah­ren vor der 9. Gro­ßen Straf­kam­mer des Land­ge­richts Müns­ter ver­ant­wor­ten. Zwei von ih­nen kom­men aus Al­ba­ni­en. Der Drit­te stammt aus Ita­li­en. Er stieß spä­ter zur Ban­de und fun­gier­te als Fah­rer. Ihr Stütz­punkt war in Hamm. Von dort ope­rier­ten sie bun­des­weit bis hin­un­ter ins baye­ri­sche Lands­berg am Lech.

Ei­ne gan­ze Wei­le brauch­te die Staats­an­wäl­tin, um den Vor­wurf des schwe­ren Ban­den­dieb­stahls in 48 Fäl­len zu un­ter­mau­ern. Von De­zem­ber 2016 bis März 2017 sol­len die drei Män­ner in wech­seln­der Be­tei­li­gung und mit un­ter­schied­li­chen Tat­bei­trä­gen vor al­lem im Müns­ter­land ak­tiv ge­we­sen sein. Mit ei­nem Pkw such­ten sie Wohn­ge­bie­te mit gu­ter Au­to­bahn-An­bin­dung auf. Den Wa­gen stell­ten sie in der Nä­he ab und hiel­ten zu Fuß nach ge­eig­ne­ten Häu­sern Aus­schau. In die­se bra­chen sie durch Fens­ter oder Ter­ras­sen­tü­ren ein. Den Ge­samt­wert der Beu­te ta­xiert die Staats­an­walt­schaft auf knapp 250 000 Eu­ro. Hin­zu kom­men teil­wei­se er­heb­li­che Sach­schä­den.

Am 14. Ja­nu­ar ka­men die Tä­ter zum ers­ten Mal nach Lot­te. An die­sem Tag kon­zen­trier­ten sie sich auf den Orts­teil Bü­ren. Sie bra­chen zu­nächst in ein Haus am Schop­pen­busch ein, wo sie al­ler­dings nichts fan­den. Dann nah­men sie sich je­weils zwei Häu­ser am Bü­re­ner Berg und im Lau vor. In ei­nem Fall stah­len sie Schmuck und Bar­geld im Wert von 1500 Eu­ro, in zwei wei­te­ren Fäl­len Schmuck für 4000 be­zie­hungs­wei­se 12000 Eu­ro. Im fünf­ten Fall er­beu­te­ten sie teu­re Kost­bar­kei­ten, die laut Kauf­be­le­gen der Be­sit­zer in den 80er-Jah­ren 75000 DM ge­kos­tet hat­ten. We­ni­ger „er­folg­reich“wa­ren die Ein­bre­cher knapp drei Wo­chen spä­ter bei ih­rer zwei­ten Tour durch Lot­te. Am 3. Fe­bru­ar dran­gen sie in drei Wohn­häu­ser in den Stra­ßen Bren­dels­moor, Bu­chen­weg und Dros­sel­weg ein. Der Ge­samt­wert ih­rer Beu­te lag dort bei 2900 Eu­ro. Der Sach­scha­den an Fens­tern und Tü­ren war fast ge­nau­so hoch.

Fest­ge­nom­men wur­den die drei An­ge­klag­ten schließ­lich von der baye­ri­schen Po­li­zei auf ei­nem Rast­platz an der A 9 auf dem Weg nach Mün­chen. Am 6. Ok­to­ber wird das Ge­richt in die Be­weis­auf­nah­me ein­stei­gen. Der Pro­zess ist bis En­de No­vem­ber ter­mi­niert.

Aus dem Ge­richts­saal: Wei­te­re Pro­zess­be­rich­te le­sen Sie im In­ter­net auf noz.de/jus­tiz

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