„Ein Traum, den man le­ben muss“

Borg­lo­her Hob­by­läu­fer Mer­gel­mey­er über Reiz und Her­aus­for­de­rung der sport­li­chen Al­pen­über­que­rung

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - SPORT REGIONAL - Von Ni­na Brink­mann

OS­NA­BRÜCK. Im Lauf­schritt über die Al­pen: 18 Sport­ler aus Os­na­brück und Um­ge­bung sind beim Tran­sal­pi­ne-Run ge­star­tet. 15 von ih­nen lie­fen die ge­sam­te Stre­cke. Der Borg­lo­her Hans-Bernd Mer­gel­mey­er spricht im In­ter­view über den Reiz und die Her­aus­for­de­run­gen der Al­pen­que­rung.

Herr Mer­gel­mey­er, 263,3 Ki­lo­me­ter und 16 000 Hö­hen­me­ter in sie­ben Ta­gen: War­um tut man sich das an?

Das hat sich so ent­wi­ckelt. Wenn Stra­ßen- und Land­schafts­läu­fe ir­gend­wann zu lang­wei­lig sind, kommt man zum Trail-Run­ning. Man stol­pert über den Trans-Alp und ist an­ge­fixt von die­sem Traum, den man ir­gend­wann le­ben muss.

Was war da­bei die größ­te Her­aus­for­de­rung?

Die Stre­cke an sich, die Län­ge und Hö­hen­me­ter, aber auch die Be­schaf­fen­heit. Da war mit Schnee, Matsch und Ge­röll al­les da­bei. Man darf auch nicht un­ter­schät­zen, dass man im­mer in Zwei­erTeams un­ter­wegs ist. Der ei­ne ist im­mer bes­ser drauf als der an­de­re. Da ist der Te­am­ge­dan­ke be­son­ders wich­tig.

Gab es auf der Stre­cke Mo­men­te, an de­nen Sie ans Auf­ge­ben ge­dacht ha­ben?

Ei­gent­lich nicht, da ich kon­di­tio­nell und von der Kraft her gut vor­be­rei­tet war. Aber es gab schon mal or­tho­pä­di­sche Pro­ble­me von den lan­gen Berg­ab-Stü­cken. Da war bei mir ein­mal ein Mo­ment, als ich ei­ne Rei­zung im Schien­bein hat­te, da gin­gen die Alarm­glo­cken an. Da dach­te ich kurz, dass es kri­tisch wer­den könn­te.

Wa­ren die lan­gen Ab­stie­ge das Schwie­rigs­te?

Wir muss­ten qua­si je­den Tag zwei Ber­ge hoch und auch wie­der run­ter. Fünf bis zehn Ki­lo­me­ter am Stück muss­te man da schon run­ter­ge­hen. Das hat be­son­ders den or­tho­pä­di­schen Ap­pa­rat be­las­tet.

Wenn man dann so ei­nen an­spruchs­vol­len Weg ge­schafft hat, kommt man da abends über­haupt zur Ru­he?

Wenn man im Ziel ist, ver­pflegt man sich erst mal. Dann du­schen, um­zie­hen, Phy­sio-Ter­mi­ne. Abends gab es im­mer ei­ne Pas­ta­par­ty mit Sie­ger­eh­rung, bei der auch das Brie­fing für den nächs­ten Tag durch­ge­gan­gen wur­de. An­schlie­ßend ging man dann nur noch ins Bett, auch wenn man­che nur sehr we­nig ge­schla­fen ha­ben. Man war ein­fach ge­tak­tet: nach­be­rei­ten, aus­ru­hen, vor­be­rei­ten.

Ha­ben Sie im Ziel or­dent­lich ge­fei­ert?

Es gab ei­ne gro­ße Par­ty. Man­che ha­ben auch noch ge­tanzt, aber da­für wa­ren die meis­ten zu mü­de. Ich bin auf je­den Fall stolz, das ge­schafft zu ha­ben. Das war nicht selbst­ver­ständ­lich, es sind ja 288 Zwei­erteams an den Start ge­gan­gen und nur 191 dann ins Ziel ge­kom­men.

Le­gen Sie ei­ne Pau­se ein, oder geht es gleich wei­ter?

Im Mo­ment ist noch Ru­he an­ge­sagt. Ich ha­be mir be­wusst kei­nen Plan ge­macht. Wenn die Lust kommt, geht’ s wie­der los – und die wird kom­men. Man ist aber im­mer noch mü­de.

Fo­to: Sepp Ren­zi

Zwi­schen­ziel

er­reicht: Hans-Bernd Mer­gel­mey­er am höchs­ten Punkt des Tran­sal­pin-Laufs.

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