Ste­ter Trop­fen höhlt den St­ein

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - WIRTSCHAFT - Von Wal­traud Mess­mann w.mess­mann@noz.de

Die ei­nen schwö­ren auf die hei­len­de Wir­kung der Kü­gel­chen. Für die an­de­ren sind sie Hum­bug. Kri­ti­ker for­dern schon lan­ge, den ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­run­gen die Kos­ten­über­nah­me für ho­möo­pa­thi­sche The­ra­pi­en und Arz­nei­en zu un­ter­sa­gen. Dass sie sich bis­her nicht durch­set­zen konn­ten, hängt auch mit dem knall­har­ten Wett­be­werb un­ter den Kas­sen zu­sam­men: Sie hof­fen, durch die Er­stat­tung die­ser Leis­tun­gen die für sie lu­kra­ti­ven ge­sund­heits­be­wuss­ten Ver­si­cher­ten an­zu­lo­cken.

Doch ste­ter Trop­fen höhlt den St­ein: Der Rück­gang der Ver­kaufs­zah­len die­ser Mit­tel deu­tet dar­auf hin, dass auch im­mer mehr Pa­ti­en­ten an ih­rer Heil­kraft zwei­feln. Da­mit dürf­te ih­re Be­deu­tung als Lock­mit­tel für die Kas­sen sin­ken. Ein Vor­stoß, der Ho­möo­pa­thie den Son­der­sta­tus im Ge­sund­heits­we­sen zu neh­men, könn­te da­mit er­folg­ver­spre­chen­der wer­den.

Vie­les spricht da­für, dass die Ho­möo­pa­thie vor al­lem über Pla­ce­bo-Ef­fek­te wirkt. Da­zu ge­hört auch das po­si­ti­ve Ge­fühl, dass ein Arzt ver­mit­telt, wenn er sich für ein Ge­spräch Zeit neh­men kann. Das aber ist der­zeit oft nicht der Fall. Aus­ge­rech­net die Pa­ti­en­ten­be­ra­tung wird nur ge­ring ver­gü­tet. Statt ihr Geld in Glo­bu­li zu ste­cken, soll­ten die Kas­sen das än­dern. Da­von wür­den dann al­le Pa­ti­en­ten pro­fi­tie­ren – auch sol­che, die noch nie ein Kü­gel­chen ge­schluckt ha­ben.

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