En­de des TV-Wahn­sinns in Sicht?

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - SPORT -

LON­DON. Noch sind nicht al­le TV-Rech­te in Groß­bri­tan­ni­en ver­kauft. Doch das En­de des Wahn­sinn­sWachs­tums in der Pre­mier Le­ague zeich­net sich nach Ab­schluss der wich­tigs­ten na­tio­na­len Ver­trä­ge zu­min­dest ab. Bis­her hat die Pre­mier Le­ague fünf von sie­ben Me­di­en-Pa­ke­ten für die drei Spiel­zei­ten von 2019/20 bis 2021/2022 ver­kauft. Da­für kas­siert sie von Sky und BT (Bri­tish Tele­com­mu­ni­ca­ti­ons) 4,464 Mil­li­ar­den Pfund, al­so rund 5 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Noch zwei klei­ne­re Pa­ke­te ste­hen zum Ver­kauf, um zu­min­dest das be­ste­hen­de Ni­veau zu er­rei­chen. Zwei­mal zwei kom­plet­te Spiel­ta­ge sind noch zu ha­ben. Da­für gibt es nach An­ga­ben von Li­ga-Boss Richard Scu­da­mo­re „ver­schie­de­ne Bie­ter“. Viel­leicht gibt es zu­sam­men­ge­rech­net wie­der ei­nen Re­kord-Ab­schluss wie beim noch lau­fen­den Ver­trag – aber si­cher kei­ne so gro­ße Stei­ge­rungs­ra­te.

Der­zeit zah­len Sky und BT für al­le Li­ve-Pa­ke­te 5,14 Mil­li­ar­den Pfund, nach der­zei­ti­gem Wech­sel­kurs al­so rund 5,76 Mil­li­ar­den Eu­ro. Zum Ver­gleich: Die Bun­des­li­ga kas­siert für die na­tio­na­len TV-Rech­te zwi­schen 2017/18 und 2020/21 ins­ge­samt 4,64 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Noch hinkt die deut­sche Li­ga al­so hin­ter­her. Doch der hei­mi­sche Markt ist in Groß­bri­tan­ni­en of­fen­sicht­lich ge­sät­tigt. Ent­schei­dend wer­den die Ein­nah­men aus der Aus­lands­ver­mark­tung sein, bei der die Kluft zwi­schen Pre­mier Le­ague und Bun­des­li­ga im Mo­ment deut­lich grö­ßer ist.

Da­durch er­hält selbst der Ta­bel­len­letz­te in Groß­bri­tan­ni­en mehr TV-Geld als der deut­sche Re­kord­meis­ter Bay­ern München. Ab­stei­ger Sun­der­land kas­sier­te in der ab­ge­lau­fe­nen Sai­son nach Pre­mier-Le­ague-An­ga­ben um­ge­rech­net 104 Mil­lio­nen Eu­ro. Die Bay­ern wer­den in der lau­fen­den Spiel­zeit, in der erst­mals der neue TV-Ver­trag gilt, wahr­schein­lich un­ter 100 Mil­lio­nen Eu­ro blei­ben.

Dass die Zeit des un­ge­brems­ten Wachs­tums bei Fuß­ball-Rech­ten of­fen­sicht­lich be­en­det ist, zeigt auch das Bei­spiel Ita­li­en. Die der­zei­ti­gen Fuß­ball-Sen­der Sky und Me­dia­set woll­ten 20 Pro­zent we­ni­ger zah­len. Die Se­rie A stopp­te dar­auf­hin das Bie­ter­ver­fah­ren. Den Zu­schlag er­hielt ver­gan­ge­ne Wo­che über­ra­schend die spa­ni­sche Grup­pe Me­di­aPro. 3,15 Mil­li­ar­den Eu­ro zahlt sie von 2018/2019 bis 2020/2021. Da­durch er­hal­ten die ita­lie­ni­schen Ver­ei­ne nur rund fünf Pro­zent mehr als in die­ser Sai­son.

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