Schwar­ze Pfings­ten in Leip­zig

Stu­die: Kunst­pro­jek­te för­dern Zu­sam­men­halt der Ge­sell­schaft

Neue Osnabrucker Zeitung - Lotte, Westerkappeln, Mettingen, Tecklenburg - - VORDERSEITE -

mhs LEIP­ZIG. Schwarz ist an Pfings­ten die vor­herr­schen­de Far­be in Leip­zig. Zum Wa­ve-Go­tik-Tref­fen (WGT) be­su­chen rund 20000 An­hän­ger der Got­hic-Sze­ne die Stadt. Die Gäs­te er­war­tet ein um­fang­rei­ches Pro­gramm.

Kunst- und Kul­tur­pro­jek­te leis­ten ei­nen wich­ti­gen Bei­trag für den ge­sell­schaft­li­chen Zu­sam­men­halt, zu die­sem Er­geb­nis kommt ei­ne neue Stu­die. Be­son­ders bei der In­te­gra­ti­on von Ein­wan­de­rern hel­fen sie. Doch das Po­ten­zi­al in Deutsch­land ist noch nicht voll aus­ge­schöpft.

KNA/epd GÜTERSLOH. Kunst- und Kul­tur­pro­jek­te ha­ben laut ei­ner Stu­die ei­nen po­si­ti­ven Ein­fluss auf den Zu­sam­men­halt ei­ner he­te­ro­ge­nen Ge­sell­schaft. „Aus­stel­lun­gen, Fes­ti­vals und Work­shops kön­nen bei ent­spre­chen­der The­men­set­zung po­li­tisch und ge­sell­schaft­lich grund­le­gen­de Her­aus­for­de­run­gen ver­han­deln und kom­mu­ni­zie­ren“, heißt es in ei­ner ges­tern in Gütersloh ver­öf­fent­lich­ten Stu­die der Ber­tels­mann-Stif­tung und der deut­schen Kom­mis­si­on der Welt­kul­tur­or­ga­ni­sa­ti­on Unesco (DUK).

Die Stu­die un­ter­sucht laut Ber­tels­mann an­hand von zwölf Bei­spie­len den Zu­sam­men­hang von Kunst und kul­tu­rel­ler Viel­falt. Be­son­ders ge­eig­net sei­en Mu­sik- oder Tanz­pro­jek­te, da sie sprach­li­che Hür­den über­wän­den, heißt es.

Auch wenn die vor­ge­stell­ten Pro­jek­te al­lein kei­ne Lö­sung für In­to­le­ranz und Frem­den­feind­lich­keit bie­ten könn­ten, hät­ten sie doch Bei­spiel­cha­rak­ter, er­klär­ten die For­scher. Sie setz­ten auf Be­geg­nung und Ver­stän­di­gung von Men­schen ver­schie­de­ner Her­kunft.

Auch der eta­blier­te Kul­tur­be­trieb und sein Pu­bli­kum müss­ten sich wei­ter öff­nen, for­der­te der So­zi­al­wis­sen­schaft­ler Kai Un­zi­cker von der Ber­tels­mann-Stif­tung.

Deutsch­land sei ein weit­ge­hend welt­of­fe­nes Land, in dem Men­schen aus rund 200 Län­dern mit un­ter­schied­li­chen kul­tu­rel­len Prä­gun­gen und Wert­vor­stel­lun­gen zu­sam­men­leb­ten,. Künst­le­ri­sche Ak­ti­vi­tä­ten trü­gen da­zu bei, das Mit­ein­an­der und die kol­lek­ti­ve Iden­ti­tät zu re­flek­tie­ren

und zu ge­stal­ten. Da­bei fin­de auch ei­ne Aus­ein­an­der­set­zung mit Kon­flik­ten statt.

Die Stif­tung spricht sich da­für aus, das An­ge­bot der öf­fent­lich ge­för­der­ten Kun­stund Kul­tur­ein­rich­tun­gen wei­ter aus­zu­bau­en. Oft sei­en Kunst­pro­jek­te nur tem­po­rär.

„Mehr Mut zu Viel­falt lohnt sich: für die Kul­tur­ein­rich­tun­gen, für das Pu­bli­kum und vor al­lem für die Ge­sell­schaft“, sag­te der Ber­tels­mann-Ex­per­te für ge­sell­schaft­li­chen Zu­sam­men­halt,

Kai Un­zi­cker. Künst­lern ge­lin­ge es, in ei­ner Ein­wan­de­rungs­ge­sell­schaft „Brü­cken zu bau­en und an ei­nem neu­en ge­mein­sa­men Wir-Ge­fühl mit­zu­wir­ken“, so die stell­ver­tre­ten­de Stif­tungs­vor­sit­zen­de Liz Mohn. Auch die Prä­si­den­tin der DUK, Ve­re­na Met­zeMan­gold, be­ton­te die wich­ti­ge „Rol­le von Kunst und Kul­tur für ein fried­li­ches Zu­sam­men­le­ben in Viel­falt“. Die Lei­te­rin des Fach­be­reichs Kul­tur der Deut­schen Unesco-Kom­mis­si­on, Chris­ti­ne M. Mer­kel,

mahn­te bes­se­re fi­nan­zi­el­le Rah­men­be­din­gun­gen an. Öf­fent­lich ge­för­der­te Kul­tur­ein­rich­tun­gen brauch­ten zur Pla­nungs­si­cher­heit lang­fris­tig an­ge­leg­te För­der­struk­tu­ren. Mer­kel for­der­te, vor­han­de­ne in­ter­kul­tu­rel­le Kul­tur­an­ge­bot in den Kom­mu­nen aus­zu­bau­en und Künst­ler mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund sys­te­ma­tisch zu för­dern. „Es geht nicht nur um Kunst für Mi­gran­ten, son­dern auch um Kunst von und mit Mi­gran­ten“, be­ton­te die Unesco-Fach­frau.

Fo­to: dpa

Ein Bei­spiel für ein in­ter­na­tio­na­les Kunst­pro­jekt: Das „Ship of To­leran­ce“(hier im Stadt­ha­fen von Ros­tock) des rus­si­schen Künst­ler­ehe­paa­res Ka­ba­kov soll Men­schen un­ter­schied­li­cher Kon­ti­nen­te und Kul­tu­ren ver­bin­den.

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