Freie Bahn für die Ge­büh­ren­frei­heit

Neue Osnabrucker Zeitung - Stadt Osnabruck - - VORDERSEITE - Von Klaus Wie­sche­mey­er k.wie­sche­mey­er@noz.de

Manch­mal lie­gen die Din­ge, die die Po­li­tik und die Be­völ­ke­rung be­schäf­ti­gen, weit aus­ein­an­der. Für die Lan­des­po­li­tik ist der ge­büh­ren­freie Kin­der­gar­ten am Di­ens­tag kaum noch der Re­de wert. Im­mer­hin hat­ten al­le vier bis­he­ri­gen Land­tags­par­tei­en die­ses be­reits lan­ge vor der Wahl ge­for­dert. Und an­ge­sichts vol­ler Lan­des­kas­sen gibt es für die künf­ti­ge Gro­ße Ko­ali­ti­on auch kei­nen über­zeu­gen­den Grund, von dem Ver­spre­chen ab­zu­rü­cken. Zwar ist die nun im Ent­wurf für ei­nen Ko­ali­ti­ons­ver­trag ent­hal­te­ne An­kün­di­gung al­les an­de­re als ver­bind­lich. Doch po­li­tisch kön­nen und wol­len we­der SPD-Chef Ste­phan Weil noch der CDU-Vor­sit­zen­de Bernd Al­t­hus­mann von die­ser Idee ab­rü­cken. Zu den vie­len Streit­the­men der ab­seh­ba­ren Gro­ßen Ko­ali­ti­on ge­hört die Ge­büh­ren­frei­heit nicht. So kön­nen sich die Nie­der­sach­sen dar­auf ein­rich­ten, dass das vor der Wahl Ver­spro­che­ne nach der Wahl auch tat­säch­lich ein­ge­hal­ten wird. Frag­lich ist nur noch, ob das Land be­reits 2018 oder erst 2019 kom­plett aus den Ge­büh­ren aus­steigt. Die Po­li­tik be­schäf­tigt sich un­ter­des­sen mit der Fra­ge, wel­cher Fi­nanz­mi­nis­ter die­ses teu­re Ver­spre­chen um­set­zen soll.

Da­bei blei­ben vie­le Pro­ble­me: Die Ge­büh­ren­frei­heit ent­las­tet zwar vor al­lem Fa­mi­li­en in der Mit­te der Ge­sell­schaft. Doch sie al­lein ver­bes­sert we­der die Qua­li­tät der Be­treu­ung noch die Be­zah­lung der Er­zie­her. Die­se Bau­stel­len muss die Lan­des­po­li­tik wei­ter­hin im Blick be­hal­ten.

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