Has­ber­ger Flücht­lings­ba­ra­cke wird ab­ge­ris­sen

300 000 Eu­ro für neue Wohn­an­la­ge am Ei­sen­bahn­weg

Neue Osnabrucker Zeitung - Stadt Osnabruck - - REGION OSNABRÜCK -

jcf HASBERGEN. Zwei­ein­halb Jah­re nach Be­ginn der De­bat­te zur Flücht­lings­ba­ra­cke wird die Un­ter­kunft am Ei­sen­bahn­weg in die­sem Win­ter nun end­lich ab­ge­ris­sen. Das hat Bür­ger­meis­ter Hol­ger Elix­mann im So­zi­al­aus­schuss am Mon­tag­abend an­ge­kün­digt. Im Früh­jahr soll ein neu­es Holz-Mo­dul­haus dort 18 Per­so­nen Platz bie­ten.

In der Zwi­schen­zeit sol­len die Ge­flüch­te­ten in der Flücht­lings­un­ter­kunft „Zur Ro­then­burg“un­ter­ge­bracht wer­den. Das ehe­ma­li­ge Ho­tel soll ab Au­gust 2018 nicht mehr als Flücht­lings­un­ter­kunft ge­nutzt wer­den. Elix­mann wies zu­dem dar­auf hin, dass die Ge­mein­de an der Teck­len­bur­ger Stra­ße zu­dem ein Haus er­wor­ben ha­be, in dem ak­tu­ell zwei Woh­nun­gen um­ge­baut wer­den. Er re­sü­mier­te: „Mo­men­tan sind wir bei den Un­ter­künf­ten her­vor­ra­gend auf­ge­stellt.“Die Dia­ko­nie küm­me­re sich zu­dem dar­um, dass die Ob­dach­lo­sen aus der Un­ter­kunft am Ei­sen­bahn­weg ei­ne neue Woh­nung be­kom­men.

Be­reits En­de April 2015 hat­ten die Rats­frak­tio­nen auf Vor­schlag der Ver­wal­tung be­schlos­sen, dass die Flücht­lings­ba­ra­cke am Ei­sen­bahn­weg auf­grund ih­res de­so­la­ten Zu­stands nach mehr als 20 Jah­ren kei­ne Zu­kunft mehr hat. Al­ler­dings re­agier­te die Ge­mein­de vor zwei Jah­ren auf den gro­ßen Flücht­lings­zu­strom und be­hielt die Holz­ba­ra­cke als Not­un­ter­kunft.

Die für Asyl­be­wer­ber und Ob­dach­lo­se nun vor­ge­se­he­ne neue Wohn­an­la­ge am Ei­sen­bahn­weg wird mit Kos­ten in Hö­he von 300 000 Eu­ro ver­an­schlagt. Der So­zi­al­aus­schuss stimm­te ein­stim­mig für den Be­schluss­vor­schlag. Le­dig­lich die bei­den CDU-Aus­schuss­mit­glie­der ent­hiel­ten sich ih­rer Stim­me. Christ­de­mo­kra­tin Ja­ni­na Ur­ban er­klär­te: „In An­be­tracht der Tat­sa­che, dass wir die Flücht­lings­un­ter­kunft nicht von in­nen ken­nen und die Le­bens­um­stän­de der dort le­ben­den Men­schen nicht be­ur­tei­len kön­nen, wer­den wir uns ent­hal­ten.“

Brei­we für An­strich

Zu­dem se­he das Mi­gra­ti­ons­kon­zept des Land­krei­ses de­zen­tra­le Woh­nun­gen und nicht neue Ge­mein­schafts­un­ter­künf­te für Ge­flüch­te­te vor. CDU-Frak­ti­ons­che­fin Su­san­ne Brei­we füg­te hin­zu, dass es haus­recht­lich un­zu­läs­sig sei, über 300000 Eu­ro zu ver­fü­gen, oh­ne po­li­ti­sche Grund­be­schlüs­se über den Ab­riss der bis­he­ri­gen Un­ter­kunft und das Flücht­lings­kon­zept ge­fasst zu ha­ben. Auch Brei­we ver­wies auf das Mi­gra­ti­ons­kon­zept des Land­krei­ses, das der­zeit po­li­tisch be­ra­ten wer­de. Den­noch er­ken­ne sie an, dass das Flücht­lings­fo­rum gu­te Ar­beit für die Flücht­lin­ge leis­te und nach ei­ner Ver­bes­se­rung der Le­bens­um­stän­de der Flücht­lin­ge stre­be. Sie hof­fe, dass bei wei­te­ren Ent­schei­dun­gen für Wohn­raum in Zu­kunft das Mi­gra­ti­ons­kon­zept des Land­krei­ses An­wen­dung fin­det, und be­ton­te: „Dass das im vor­lie­gen­den Fall nicht ge­schah, las­ten wir dem Flücht­lings­fo­rum nicht an, hal­ten es po­li­tisch nicht für die rich­ti­ge Ent­schei­dung. Da­her ent­hal­ten wir uns.“

Brei­we sag­te auf Nach­fra­ge nach der Sit­zung, dass sie sich eher für ei­ne Re­no­vie­rung aus­spre­che. Man kön­ne die Ba­ra­cke et­wa von au­ßen an­strei­chen. Als Has­ber­ger CDU-Spit­zen­kan­di­da­tin hat­te Brei­we im Kom­mu­nal­wahl­kampf 2016 ge­sagt, dass die Flücht­lings­ba­ra­cken und die Con­tai­ner am Ei­sen­bahn­weg ent­fernt wer­den müss­ten, um Woh­nun­gen für Flücht­lin­ge zu schaf­fen. Ak­tu­ell wür­de sie die vor­ge­se­he­nen 300 000 Eu­ro lie­ber in­ves­tie­ren, um de­zen­tral Woh­nun­gen zu bau­en. „In ei­ner Ge­mein­schafts­un­ter­kunft tau­schen sie sich nur un­ter­ein­an­der aus. Das ist für ei­ne In­te­gra­ti­on der Flücht­lin­ge im­mer schlecht“, so Brei­we.

Kat­ja Mit­tel­berg-Hinxla­ge (SPD) war es „ganz wich­tig, dass die neue Un­ter­kunft so ge­stal­tet wird, wie die Plä­ne des Flücht­lings­fo­rums es vor­se­hen“. Zu­dem zeig­te sich Mit­tel­berg-Hinxla­ge über­zeugt, dass es be­reits ei­nen po­li­ti­schen Be­schluss zum Ab­riss der Ba­ra­cke am Ei­sen­bahn­weg gibt. Die Ver­wal­tung will prü­fen, ob die­ser vor­liegt. Der Lei­ter des Ord­nungs­amts, Mar­tin Till­ner, ver­si­cher­te, dass das Mo­dul­haus mit ei­ner Flä­che von 345 Qua­drat­me­tern den Vor­stel­lun­gen des Has­ber­ger Flücht­lings­fo­rums ent­spricht.

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