Grie­chi­sches Par­la­ment bil­ligt letz­tes gro­ßes Spar­pro­gramm

Tsi­pras spricht von his­to­ri­schem Tag / Kon­ser­va­ti­ve stel­len Miss­trau­ens­an­trag zu Ma­ze­do­ni­en-Kom­pro­miss

Neue Osnabrucker Zeitung - Stadt Osnabruck - - POLITIK - Dpa

AT­HEN Das grie­chi­sche Par­la­ment hat die Wei­chen für den für Au­gust ge­plan­ten Aus­stieg aus dem in­ter­na­tio­na­len Hilfs­pro­gramm ge­stellt – nach mehr als acht Jah­ren. Die Mehr­heit der Ab­ge­ord­ne­ten bil­lig­te ges­tern ein neu­es Re­form- und Spar­pro­gramm. Am kom­men­den Don­ners­tag will die Eu­ro­grup­pe über mög­li­che Maß­nah­men zur Re­du­zie­rung des grie­chi­schen Schul­den­bergs be­ra­ten und er­war­tet wei­te­re Re­form­zu­sa­gen.

Das Ja war nach den Wor­ten von Re­gie­rungs­chef Al­exis Tsi­pras von „his­to­ri­scher Be­deu­tung“. Sein Land ha­be al­le sei­ne Ver­pflich­tun­gen er­füllt. „Grie­chen­land ist nun nicht mehr das Pro­blem, son­dern Teil der Lö­sun­gen in Eu­ro­pa“, sag­te Tsi­pras wäh­rend der De­bat­te. Aus Sicht der EU-Kom­mis­si­on muss At­hen aber auch nach dem En­de der Hilfs­pro­gram­me wei­te­re Re­for­men an­ge­hen.

Das ver­meint­lich letz­te Spar­pa­ket sieht un­ter an­de­rem Ren­ten­kür­zun­gen bis zu 18 Pro­zent ab 1. Ja­nu­ar 2019, Er­hö­hun­gen der Ren­ten­bei­trä­ge und die Sen­kung des Steu­er­frei­be­trags ab 1. Ja­nu­ar 2020 vor. Da­mit sol­len bis 2022 gut fünf Mil­li­ar­den Eu­ro ge­spart wer­den.

Tsi­pras droht der­weil von an­de­rer Sei­te Un­ge­mach: Die kon­ser­va­ti­ve Op­po­si­ti­ons­par­tei Nea Di­mo­kra­tia (ND) be­an­trag­te ges­tern ein Miss­trau­ens­vo­tum ge­gen den Re­gie­rungs­chef. Grund ist die Ei­ni­gung im Na­mens­streit zwi­schen Grie­chen­land und Ma­ze­do­ni­en. Sie sieht vor, dass der nörd­li­che Nach­bar­staat sei­nen Na­men in Nord-Ma­ze­do­ni­en än­dert. Als Ge­gen­leis­tung will At­hen den Weg für den Bei­tritt des Lan­des zur Na­to und für die Auf­nah­me von EU-Bei­tritts­ver­hand­lun­gen frei ma­chen.

Tsi­pras ha­be kei­ne Mehr­heit, um den aus­ge­han­del­ten Kom­pro­miss mit dem ma­ze­do­ni­schen Re­gie­rungs­chef Zoran Zaev zu un­ter­zeich­nen, so ND-Chef Ky­ria­kos Mitso­ta­kis. Er nann­te die Ei­ni­gung ei­nen „gro­ßen na­tio­na­len Feh­ler“. At­hen ak­zep­tie­re mit dem Ab­kom­men die Exis­tenz ei­ner ma­ze­do­ni­schen Spra­che und Eth­nie. Die Ab­stim­mung im Par­la­ment soll am Sams­tag­abend statt­fin­den.

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