Spa­ni­en be­schwört den Te­am­geist

Hier­ro vor schwe­rem Auf­takt ge­gen Por­tu­gal / Au­ßen­sei­ter im di­rek­ten Du­ell

Neue Osnabrucker Zeitung - Stadt Osnabruck - - WM-KICK! - Dpa

SOT­SCHI/ST. PE­TERS­BURG Die Par­tie Por­tu­gal ge­gen Spa­ni­en zu Be­ginn ei­ner WM-Grup­pen­pha­se bie­tet schon oh­ne Wei­te­res je­de Men­ge Ge­sprächs­stoff. Nach dem per­so­nel­len Erd­be­ben mit der Ent­las­sung des spa­ni­schen Trai­ner Ju­len Lo­pe­te­gui er­fährt die Be­geg­nung am Frei­tag (20 Uhr) noch mehr Auf­merk­sam­keit als oh­ne­hin schon. Das zwei­te Du­ell der Grup­pe B zwi­schen Ma­rok­ko und Iran (17 Uhr) wird so noch mehr zum Ran­das­pekt.

Nach dem tur­bu­len­ten Tag von Kras­no­dar be­schwört der spa­ni­sche Ver­band FREF den Te­am­geist. „Ver­eint wie noch nie. So stark wie im­mer“, twit­ter­te er am Don­ners­tag vor dem Ab­flug zum Spiel­ort nach Sot­schi.

Vie­le Spie­ler woll­ten nach über­ein­stim­men­den Me­dien­be­rich­ten Lo­pe­te­gui, un­ter dem sie 20 Par­ti­en nicht ver­lo­ren hat­ten, be­hal­ten. Doch der neue Ver­bands­boss Lu­is Ru­bia­les fühl­te sich von Re­al-Prä­si­dent Flo­ren­ti­no Pé­rez re­spekt­los be­han­delt, als Lo­pe­te­gui sei­ne Aus­stiegs­klau­sel zog und sei­nen Ver­trag für die neue Sai­son mit Re­al Ma­drid per­fekt mach­te.

Fer­nan­do Hier­ro, einst ei­sen­har­ter Ver­tei­di­ger im Na­tio­nal­team und bei Ma­drid, stieg so ur­plötz­lich vom Sport­di­rek­tor des Ver­ban­des zum Chef­coach auf – und muss nun die La­ger aus Re­al-Pro­fis wie Ra­mos und Is­co so­wie Bar­ce­lo­na-Spie­lern wie An­drés Inies­ta, Ger­ard Pi­qué und Ser­gio Bus­quets zu­sam­men­hal­ten. Der 50Jäh­ri­ge ließ nach den „schlimms­ten 19 St­un­den der Selección“(Sport­blatt „Mar­ca“) erst mal ei­nen drei­köp­fi­gen As­sis­ten­ten­stab ein­flie­gen.

Hier­ro will – na­tür­lich – nur nach vor­ne schau­en und er­klär­te das mehr­fach so: Man müs­se „den Chip tau­schen“. „Wir ver­ren­nen uns, wenn wir an die Ver­gan­gen­heit den­ken. Wir sind hier, da­mit wir um den Ti­tel kämp­fen. Ei­ne Welt­meis­ter­schaft kommt erst in vier Jah­ren wie­der.“

Noch oh­ne WM-Ti­tel ist Eu­ro­pa­meis­ter Por­tu­gal mit Su­per­star Cris­tia­no Ro­nal­do. Für CR7 ist es mit 33 Jah­ren wo­mög­lich sei­ne letz­te Chan­ce, sich die­se Sehn­sucht zu er­fül­len. Mit ei­nem Sieg wä­re der Ein­zug ins Ach­tel­fi­na­le an­ge­sichts der wei­te­ren Geg­ner Ma­rok­ko und Iran fast schon ei­ne Form­sa­che. „Wir wer­den das­sel­be tun wie 2016: bis zum En­de kämp­fen und se­hen, was pas­siert“, kün­dig­te Ro­nal­do an. Sein Trai­ner glaubt nicht an ei­nen ne­ga­ti­ven Ein­fluss des Trai­ner­wech­sels: „Spa­ni­en spielt seit zehn Jah­ren den glei­chen Stil. Dar­um wird es mei­ner Mei­nung nach kei­ne Über­ra­schun­gen ge­ben“, sag­te Fer­nan­do San­tos.

Im zwei­ten Spiel der Grup­pe tref­fen die Au­ßen­sei­ter auf­ein­an­der. Nach 20 Jah­ren ist Ma­rok­ko um Ab­wehr­star Medhi Be­na­tia wie­der bei ei­ner WM da­bei – und hofft bei der fünf­ten Teil­nah­me auf den zwei­ten Ach­tel­fi­nal­ein­zug nach 1986. Gr­und­vor­aus­set­zung ist ein Auf­takt­sieg ge­gen Iran, bei dem auch der Schal­ker Ami­ne Ha­rit mit­hel­fen möch­te. Die Ira­ner wol­len erst­mals ins Ach­tel­fi­na­le. „Wenn sie ge­gen Ma­rok­ko ge­win­nen, ha­ben sie ei­ne Chan­ce“, sagt der Deut­sche Win­fried Schä­fer, der den ira­ni­schen Club Esteghl­al Te­he­ran trai­niert. Ex-Bun­des­li­ga­pro­fi Ash­kan De­ja­gah könn­te aus­fal­len.

Foto: Wit­ters/Pa­blo Gar­cia

Gibt den Weg vor: Spa­ni­ens neu­er Trai­ner Fer­nan­do Hier­ro fei­ert ge­gen Por­tu­gal sein De­büt.

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