Baut VW-Werk bald Au­dis?

Cay­enne und Cay­man lau­fen aus – Vor­stän­de wol­len in we­ni­gen Wo­chen in­for­mie­ren

Neue Osnabrucker Zeitung - Wallenhorst - - VORDERSEITE - Von Jörg San­ders Fo­to: Da­vid Ebe­ner

yjs OS­NA­BRÜCK. Im Herbst lau­fen im Os­na­brü­cker VW-Werk plan­mä­ßig die Pro­duk­tio­nen der Por­sche-Mo­del­le Cay­man und Cay­enne aus. Doch was kommt da­nach? Spe­ku­liert wird im VW-Um­feld über ei­nen Bau des Au­di TT und des A3-Ca­bri­os.

Das VW-Werk in Os­na­brück ver­liert im Herbst die­ses Jah­res plan­mä­ßig zwei Mo­del­le: den Por­sche Cay­enne und den Por­sche Cay­man. In drei bis vier Wo­chen will der Kon­zern mit­tei­len, wie es am Stand­ort Os­na­brück wei­ter­geht. Wo­mög­lich wird dann erst­mals ein Au­di von VW in Os­na­brück ge­baut.

OS­NA­BRÜCK. Am 23. Au­gust hat­te das VW-Werk hoch­ran­gi­gen Be­such zum Stand­ort­sym­po­si­um emp­fan­gen. Ge­kom­men wa­ren die Kon­zern­vor­stän­de Mat­thi­as Mül­ler und Karl­heinz Bles­sing, der Vor­sit­zen­de des Mar­ken­vor­stands von Volks­wa­gen-Pkw, Her­bert Diess, so­wie die Mit­glie­der des Mar­ken­vor­stands Ar­no Ant­litz, Ralf Brand­stät­ter, Jür­gen St­ack­mann, Tho­mas Ul­brich und Frank Welsch. Auch Mit­glie­der des Ge­samt­be­triebs­rats nah­men an dem Sym­po­si­um teil. Der Be­such hin­ter­ließ vie­le of­fe­ne Fra­gen.

In ei­ner in­ter­nen Mit­tei­lung des Be­triebs­rats vom 25. Au­gust, die un­se­rer Re­dak­ti­on vor­liegt, in­for­miert die­ser die Be­leg­schaft über die Ge­sprä­che mit den VW-Bos­sen. Dar­in heißt es, der Pro­duk­ti­ons­vor­stand ha­be dem Stand­ort Os­na­brück kei­ne Zu­sa­ge für ein ei­ge­nes Pro­dukt ge­ben kön­nen, um die Aus­las­tung zu si­chern. In den Neue VW und Por­sche war­ten auf Zü­gen ne­ben dem Ge­län­de von Volks­wa­gen in Os­na­brück auf ih­re Aus­lie­fe­rung. Wo­mög­lich sind dort bald Au­tos von Au­di zu se­hen.

kom­men­den drei bis vier Wo­chen soll über die Werk­be­le­gung und Aus­las­tung des Werks ent­schie­den wer­den.

Nach In­for­ma­tio­nen un­se­rer Re­dak­ti­on könn­te VW ab En­de 2018 für drei Jah­re das Sport­wa­gen­mo­dell TT und/oder das A3-Ca­brio der Kon­zern­toch­ter Au­di in Os­na­brück pro­du­zie­ren las­sen. Wahr­schein­lich wä­ren es auch hier le­dig­lich die La­ckie­rung und Mon­ta­ge, nicht aber der Ka­ros­se­rie­bau, be­rich­tet ein In­si­der. Schon Cay­enne und Cay­man wer­den nicht kom­plett in Os­na­brück ge­baut. Bei­de Mo­del­le fer­tigt Au­di der­zeit im un­ga­ri­schen

Au­di-Werk Györ. Der Au­to­her­stel­ler pla­ne of­fen­bar, es für ein an­de­res Mo­dell frei zu ma­chen.

In der Mit­tei­lung des Be­triebs­ra­tes ist fer­ner von ei­nem „even­tu­el­len be­fris­te­ten Wei­ter­lauf ei­nes bis­he­ri­gen Pro­duk­tes“die Re­de. Da­bei han­delt es sich un­se­rer Qu­el­le zu­fol­ge um den Por­sche Cay­man. Doch auch hier­für ge­be es noch kei­ne of­fi­zi­el­le Zu­sa­ge von­sei­ten der Vor­stän­de.

Un­ter­aus­las­tung droht

Das VW-Werk kann ei­nen neu­en Auf­trag gut ge­brau­chen. Der­zeit er­folgt am

Stand­ort Os­na­brück ein Teil der End­mon­ta­ge des Por­sche Cay­enne. Die drit­te Ge­ne­ra­ti­on des SUV, die Por­sche in die­sem Mo­nat prä­sen­tiert hat­te, soll zu hun­dert Pro­zent im slo­wa­ki­schen Bra­tis­la­va ge­baut wer­den. Bis­lang fin­det in Os­na­brück die „Hoch­zeit“statt, al­so die Ver­bin­dung von Ka­ros­se­rie und Mo­tor. Die ers­te Ge­ne­ra­ti­on des VW Ti­gu­an für die USA und Ka­na­da wird wohl nicht noch Jah­re in Os­na­brück la­ckiert und mon­tiert. Der Por­sche Cay­man, der seit dem Früh­jahr in Os­na­brück teil­wei­se ge­fer­tigt wird, läuft vi­el­leicht auch aus. Bleibt die La­ckie­rung des Sko­da Fa­bia. 2016 hat­te das Werk schon das VW Golf Ca­brio ver­lo­ren, das der Kon­zern ein­ge­stellt hat­te.

Die VW-Vor­stän­de hät­ten der Mit­tei­lung des Be­triebs­ra­tes zu­fol­ge die Sor­ge der Be­leg­schaft ge­teilt, dass „der Stand­ort sei­ne Kom­pe­tenz­ket­te ver­lie­ren könn­te“. Ei­ne Zu­sa­ge für die Kom­plett-Pro­duk­ti­on ei­nes Mo­dells hät­ten sie aber nicht ge­ben kön­nen. So­mit blei­ben die Be­fürch­tun­gen, dass der Stand­ort sei­ne Kom­pe­tenz – im Ka­ros­se­rie­bau – ein­bü­ßen könn­te.

Durch den Weg­fall des Cay­enne und wo­mög­lich durch den des Cay­man droht dem VW-Werk ei­ne Un­ter­aus­las­tung bis zur – mög­li­chen – Pro­duk­ti­on ei­nes Au­di. Ar­beits­platz­ver­lus­te in der Stamm­be­leg­schaft sind wohl nicht zu be­fürch­ten. Das könn­te VW et­wa durch Ar­beits­zeit­kon­ten re­geln – wie be­reits in der Ver­gan­gen­heit. Et­was sor­gen dürf­ten sich aber die et­wa 250 Leih­ar­bei­ter, wenn von Herbst 2017 bis En­de 2018 ei­ne Un­ter­aus­las­tung droht. Der­zeit sind in dem Os­na­brü­cker Werk ei­ge­ner An­ga­be zu­fol­ge et­wa 2300 Mit­ar­bei­ter be­schäf­tigt.

Ein Spre­cher des Os­na­brü­cker VW-Werks woll­te die­se In­for­ma­tio­nen we­der be­stä­ti­gen noch de­men­tie­ren und teil­te le­dig­lich mit, dass VW sich nicht zu „in­ter­nen Sach­ver­hal­ten“äu­ßern wer­de.

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