Staats­an­walt prüft Ver­fah­ren ge­gen Gau­land

An­zei­gen we­gen Volks­ver­het­zung

Neue Osnabrucker Zeitung - Wallenhorst - - POLITIK -

epd/dpa MÜHL­HAU­SEN/ BER­LIN. Die Staats­an­walt­schaft im thü­rin­gi­schen Mühl­hau­sen hat ge­gen den AfD-Spit­zen­kan­di­da­ten für die Bun­des­tags­wahl, Alex­an­der Gau­land, Vor­er­mitt­lun­gen we­gen des Ver­dachts ei­ner Straf­tat ein­ge­lei­tet. Die Äu­ße­run­gen Gau­lands über die In­te­gra­ti­ons­be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung, Ay­dan Özo­guz (SPD), wür­den von Amts we­gen ge­prüft, sag­te ei­ne Spre­che­rin der Staats­an­walt­schaft am Mitt­woch. Zu­dem lie­ge „ei­ne Viel­zahl von An­zei­gen“vor.

Gau­land hat­te bei ei­ner Wahl­kampf­ver­an­stal­tung im Eichs­feld da­von ge­spro­chen, Özo­guz in der Tür­kei zu „ent­sor­gen“, weil sie die Exis­tenz ei­ner spe­zi­fisch deut­schen Kul­tur ver­neint hat­te. Die El­tern der ge­bür­ti­gen Ham­bur­ge­rin wa­ren als Gas­t­ar­bei­ter aus der Tür­kei nach Deutsch­land ein­ge­wan­dert. Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) und Po­li­ti­ker an­de­rer Par­tei­en hat­ten die Äu­ße­rung als „ras­sis­tisch“ver­ur­teilt. SPD-Chef und Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz nann­te Gau­land den „Spit­zen­het­zer der AfD“. Des­sen Äu­ße­run­gen zu Özo­guz sei­en „ein­deu­tig rechts­ex­tre­mes Vo­ka­bu­lar“.

Un­ter an­de­rem hat­te der frü­he­re Bun­des­rich­ter Tho­mas Fi­scher den AfD-Po­li­ti­ker we­gen Volks­ver­het­zung an­ge­zeigt. Gau­land sag­te, er se­he dem ge­las­sen ent­ge­gen, und er­klär­te: „Frau Özo­guz ist in Deutsch­land völ­lig fehl am Plat­ze, und ich ha­be ihr emp­foh­len, dass sie da­hin ge­hen muss, wo sie mehr mit der Kul­tur an­fan­gen kann als in die­sem Land.“Im In­ter­view mit der „FAZ“leg­te Gau­land nach: „Ei­ne Frau, die sagt, ei­ne deut­sche Kul­tur sei jen­seits der Spra­che nicht iden­ti­fi­zier­bar, hat in die­sem Land nichts ver­lo­ren.“

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