UN wer­fen Ve­ne­zue­la Fol­ter vor

Neue Osnabrucker Zeitung - Wallenhorst - - POLITIK -

dpa GENF/CA­RA­CAS. In Ve­ne­zue­la sind Re­gie­rungs­geg­ner nach UN-An­ga­ben ge­fol­tert wor­den. Bei der Un­ter­drü­ckung re­gie­rungs­kri­tischer Pro­tes­te sei­en zahl­rei­che Men­schen­rech­te ver­letzt wor­den, sag­te der UN-Hoch­kom­mis­sar Said Raad alHus­sein. Vie­le Men­schen sei­en miss­han­delt wor­den, „was in ei­ni­gen Fäl­len Fol­ter gleich­ge­kom­men ist“.

Ve­ne­zue­la steckt in ei­ner schwe­ren Wirt­schafts­kri­se. Die Re­gie­rung von Prä­si­dent Ni­colás Ma­du­ro hat ei­ne ver­fas­sungs­ge­ben­de Ver­samm­lung wäh­len las­sen, die das Par­la­ment ent­mach­tet hat. Die ins Aus­land ge­flo­he­ne Ge­ne­ral­staats­an­wäl­tin Lui­sa Or­te­ga Díaz warf Ma­du­ro den Um­bau des Staa­tes zu ei­ner Dik­ta­tur vor.

130 To­te seit An­fang April

Die ex­zes­si­ve Ge­walt ge­gen De­mons­tran­ten se­he nicht nach Aus­fäl­len ein­zel­ner Be­am­ter aus, so das Men­schen­rechts­bü­ro. Es han­de­le sich um ei­ne sys­te­ma­ti­sche Po­li­tik der Un­ter­drü­ckung kri­ti­scher Mei­nungs­äu­ße­run­gen, um die Be­völ­ke­rung in Angst zu ver­set­zen und De­mons­tra­tio­nen zu un­ter­bin­den. Seit An­fang April sei­en 130 Men­schen bei den Pro­tes­ten ums Le­ben ge­kom­men. Mehr als 720 sei­en vor Mi­li­tär­tri­bu­na­le ge­stellt wor­den.

Der­weil hat die Re­gie­rung in Ca­ra­cas an­ge­kün­digt, ei­ni­ge Op­po­si­tio­nel­le we­gen Lan­des­ver­rats vor Ge­richt zu stel­len. Die Mit­glie­der der ver­fas­sungs­ge­ben­den Ver­samm­lung ver­ab­schie­de­ten ein­stim­mig ein De­kret, in dem ein „his­to­ri­scher Pro­zess“an­ge­kün­digt wird. Den Op­po­si­tio­nel­len wird vor­ge­wor­fen, sich für die Wirt­schafts­sank­tio­nen aus­ge­spro­chen zu ha­ben, die die US-Re­gie­rung ge­gen das Land ver­hängt hat­te. Zu­dem hät­ten sie die USA um „mi­li­tä­ri­sche Ein­mi­schung im Land“ge­be­ten.

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