Mit Tur­bu­len­zen ist zu rech­nen

Neue Osnabrucker Zeitung - Wallenhorst - - WIRTSCHAFT - Von Kat­ha­ri­na Rit­zer k.rit­zer@noz.de

Als die Bil­lig­flie­ge­rei neu war, sah die Luft­han­sa plötz­lich alt aus. Es schien nur ei­ne Fra­ge der Zeit, bis der Kra­nich gar nicht mehr flie­gen wür­de. In­zwi­schen hat sich der Wind ge­dreht: Die Bil­lig­flie­ger sor­gen für ne­ga­ti­ve Schlag­zei­len, die Luft­han­sa hin­ge­gen steht für Si­cher­heit, Ser­vice und se­riö­sen Um­gang mit dem Per­so­nal.

Vor die­sem Hin­ter­grund ist es gut, dass der größ­te Teil von Air Ber­lin an die Luft­han­sa geht. Die Nach­tei­le soll­ten al­ler­dings auch nicht ver­schwie­gen wer­den: Nicht al­le Mit­ar­bei­ter wer­den di­rekt über­nom­men, vie­le müs­sen sich auf ih­ren ei­ge­nen Job neu be­wer­ben. Die Kun­den von Air Ber­lin, die Ti­ckets schon früh ge­kauft ha­ben, gu­cken in die Röh­re. Und auch die Luft­han­sa-Kun­den be­mer­ken stei­gen­de Prei­se. Auf Dau­er wer­den aber wohl nur we­nig ge­frag­te Mo­no­polstre­cken auf ent­le­ge­ne Fe­ri­en­in­seln teu­rer, wäh­rend auf den Renn­stre­cken, et­wa nach Mallor­ca, der Wett­be­werb scharf bleibt. Denn an­de­re eu­ro­päi­sche Bil­lig­flie­ger ha­ben bei den Her­stel­lern be­reits mehr als 400 Ma­schi­nen ge­or­dert. Des­halb wird sich das Kar­tell­amt wohl auch mit ei­ni­gen Auf­la­gen zu­frie­den­ge­ben.

Rich­tig ner­vig wer­den dürf­te aber die Über­gangs­pha­se, bis aus Luft­han­sa und Air Ber­lin ein ge­schmei­dig syn­chro­ni­sier­ter Be­trieb wird. Was der Luft­han­saChef ver­nied­li­chend „Ru­cke­lei­en“nennt, wer­den si­cher hef­ti­ge Tur­bu­len­zen sein.

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