Frank­reichs Re­pu­bli­ka­ner vor Zer­reiß­pro­be

Par­tei will Pre­mier­mi­nis­ter hin­aus­wer­fen

Neue Osnabrucker Zeitung - Wallenhorst - - POLITIK -

AFP PA­RIS. Man stel­le sich vor, die deut­schen Uni­ons­par­tei­en wür­den für ei­nen Aus­schluss von An­ge­la Mer­kel (CDU) stim­men, um sich un­ter CSU-Chef Horst See­ho­fer neu auf­zu­stel­len. Un­denk­bar? Et­was Ähn­li­ches pas­siert gera­de jen­seits des Rheins: Die fran­zö­si­sche Schwes­ter­par­tei Die Re­pu­bli­ka­ner will am Di­ens­tag Pre­mier­mi­nis­ter Edouard Phil­ip­pe und vier wei­te­re Mit­glie­der aus den ei­ge­nen Rei­hen aus­schlie­ßen. Der Vor­wurf: Sie mach­ten ge­mein­sa­me Sa­che mit Prä­si­dent Em­ma­nu­el Ma­cron.

Es ist das ers­te Mal in der Ge­schich­te der Fünf­ten Re­pu­blik, dass ein am­tie­ren­der Pre­mier sei­ne Par­tei ver­las­sen muss. Die Kon­ser­va­ti­ven wer­fen Phil­ip­pe vor, zu Ma­cron über­ge­lau­fen zu sein und die Zie­le sei­ner Par­tei La Ré­pu­bli­que en Mar­che zu un­ter­stüt­zen. Ma­cron hat­te den 46-Jäh­ri­gen im Mai zum Re­gie­rungs­chef er­nannt. Ne­ben Phil­ip­pe hol­te Ma­cron wei­te­re Re­pu­bli­ka­ner in sein Ka­bi­nett.

Mit dem Ader­lass voll­zie­hen die Re­pu­bli­ka­ner ei­nen Rechts­ruck. Den Neu­an­fang soll ein lang­jäh­ri­ger Ge­folgs­mann des Ex-Prä­si­den­ten Ni­co­las Sar­ko­zy er­mög­li­chen: Lau­rent Wau­quiez. Der 42jäh­ri­ge Prä­si­dent der ost­fran­zö­si­schen Re­gi­on Au­ver­gneRhô­ne-Al­pes ist haus­ho­her Fa­vo­rit für den Par­tei­vor­sitz. Wau­quiez ver­spricht, die Re­pu­bli­ka­ner zu ei­nen und ei­ne „wirk­lich rech­te Rech­te“zu for­men. Ei­ne An­nä­he­rung an den Front Na­tio­nal (FN) lehnt Wau­quiez al­ler­dings ab.

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