Mehr De­mut an­ge­zeigt

Neue Osnabrucker Zeitung - Wallenhorst - - WIRTSCHAFT - Von Bri­git­te Schol­tes ak­tu­el­les@noz.de

Das ab­lau­fen­de Jahr wird ei­nes der er­folg­reichs­ten der deut­schen Au­to­in­dus­trie. Die Bran­che prä­sen­tiert sich ak­tu­ell als Sau­ber­mann, be­tont ih­ren Ein­satz für sau­be­re Luft.

Im­mer­hin be­tei­li­gen sich die drei gro­ßen Her­stel­ler – BMW, Daim­ler und VW – am Die­sel­fonds, der Pro­jek­te für bes­se­re Luft in den Städ­ten för­dern soll. Da sind sie zu­min­dest den aus­län­di­schen Her­stel­lern vor­aus, die ein un­wür­di­ges Ge­feil­sche um ih­re Be­tei­li­gung be­gon­nen ha­ben. Doch auch die deut­schen Pro­du­zen­ten müs­sen sich fra­gen las­sen, war­um sie erst seit dem Die­selskan­dal be­gon­nen ha­ben, al­ter­na­ti­ve An­triebs­tech­no­lo­gi­en vor­an­zu­trei­ben. Die „Um­tausch­prä­mie“zeigt ja, dass die Au­to­fah­rer mit ei­nem klei­nen An­reiz doch be­reit sind, über ei­nen Um­stieg auf mo­der­ne­re Tech­nik nach­zu­den­ken.

Vie­le Jobs bei der Pro­duk­ti­on der alt­her­ge­brach­ten Ben­zin- oder Die­sel­mo­to­ren wer­den beim Um­stieg auf Elek­tro­an­trieb ver­lo­ren ge­hen, aber es ist un­ab­ding­bar, dass sich die Au­to­in­dus­trie der neu­en Rea­li­tät stellt. Und das könn­te sie glaub­wür­di­ger tun, wenn sie auf­hör­te zu jam­mern – denn dass sie noch nicht ganz be­reit ist, liegt weit­ge­hend an ih­ren ei­ge­nen Ver­säum­nis­sen. Fahr­ver­bo­te wür­den ei­nen nach­hal­ti­ge­ren Scha­den nach sich zie­hen. Ein we­nig mehr De­mut wä­re al­so an­ge­sagt.

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