Neue Osnabrucker Zeitung - Wallenhorst

Schö­ne Be­sche­rung

- Von Uwe West­dörp u.west­do­erp@noz.de Good News · Celebrations

Seit Wo­chen krei­sen die Pa­ro­len in der Co­ro­naDe­bat­te im­mer wie­der um ein The­ma: Weih­nach­ten ret­ten. Das ist al­ler Eh­ren wert. Doch un­ver­kenn­bar wird das gro­ße Fest auch zum Ve­hi­kel im Kri­sen­ma­nage­ment, nach dem Mot­to: Wer jetzt schön brav ist, darf Weih­nach­ten nett fei­ern – zu­min­dest zu fünft.

Weih­nach­ten steht da­mit für ein zen­tra­les Pro­blem: Die Po­li­tik meint, sich im­mer mehr ins Zeug le­gen zu müs­sen, um die Men­schen bei Lau­ne zu hal­ten. Das ist in­so­fern ver­ständ­lich, als Kri­ti­ker der Maß­nah­men den ei­nen oder an­de­ren Punkt ge­macht ha­ben. Die Weih­nachts-Li­ta­nei ist aber den­noch über­zo­gen, weil die gro­ße Mehr­heit weiß: Wenn wir jetzt die Ner­ven ver­lie­ren, hin­ter­lässt Co­ro­na noch tie­fe­re Spu­ren und wä­ren zahl­lo­se An­stren­gun­gen ver­ge­bens ge­we­sen.

Es ist des­halb rich­tig, Teil-Lock­down und Kon­takt­be­schrän­kun­gen zu ver­län­gern. Und es ist wich­tig, zum Fest die Zü­gel ein we­nig zu lo­ckern. Denn je­der Mensch muss auch mal durch­at­men kön­nen.

Ih­re Weih­nachts­num­mer kön­nen sich Kanz­le­rin und Mi­nis­ter­prä­si­den­ten aber spa­ren. Sie ha­ben es in der Mehr­zahl mit dis­zi­pli­nier­ten Bür­gern zu tun, die – ganz er­wach­sen – wis­sen, wo­rum es geht. Mehr Hoff­nung als Weih­nach­ten macht so­wie­so ei­ne an­de­re Nach­richt: Es wer­den schon bald die ers­ten Imp­fun­gen mög­lich sein. Es geht berg­auf.

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