Neue Osnabrucker Zeitung - Wallenhorst

1:4 – VfL kas­siert ers­te Sai­son­nie­der­la­ge

De­já vu an der Bre­mer Brü­cke: Acht Mo­na­te nach dem 2:6 ge­gen We­hen geht der VfL mit 1:4 un­ter

- Von Su­san­ne Fet­ter, Jo­han­nes Kapitza und Ha­rald Pis­to­ri­us Sports · Soccer · Austrian Bundesliga · Osnabruck · Marco · 1. FC Nürnberg · 1. FC Nuremberg II · Nuremberg · SV Wehen Wiesbaden · Wiesbaden · Sidney L. Stürmer · 2. Bundesliga · VfL Osnabrück

Die Se­rie ist ge­ris­sen. Am ach­ten Spiel­tag der 2. Fuß­ball-Bun­des­li­ga kas­sier­te der VfL Os­na­brück die ers­te Nie­der­la­ge der Sai­son – und die war ganz be­son­ders def­tig. Mit 1:4 un­ter­lag die Mann­schaft von Trai­ner Mar­co Gro­te ge­gen den 1. FC Nürn­berg. Der Ta­bel­len16. aus Fran­ken über­nahm schnell die Kon­trol­le und lag be­reits zur Pau­se mit 3:0 in Füh­rung. Für den VfL, der nach der Nie­der­la­ge auf Ta­bel­len­platz sechs ab­rutsch­te, er­ziel­te Se­bas­ti­an Kerk in der 90. Mi­nu­te per Foul­elf­me­ter den Eh­ren­tref­fer.

OS­NA­BRÜCK Mit ei­nem Knall riss die Er­folgs­se­rie des VfL Os­na­brück. Nach sie­ben Spie­len oh­ne Nie­der­la­ge – sai­son­über­grei­fend so­gar zehn – ver­lo­ren die Li­la-Wei­ßen erst­mals wie­der in der 2. Bun­des­li­ga. Und wie: Das 1:4 ge­gen ei­nen al­les an­de­re als an­ge­schla­ge­nen 1. FC Nürn­berg spricht ei­ne deut­li­che Spra­che und do­ku­men­tier­te den Leis­tungs­un­ter­schied an die­sem küh­len Abend.

Nun muss sich der VfL zum ers­ten Mal in die­ser Sai­son kräf­tig schüt­teln und ei­ne Nie­der­la­ge ver­ar­bei­ten, die in die­sem Aus­maß nach der po­si­ti­ven Ent­wick­lung

der letz­ten Wo­chen nicht zu er­war­ten war. Doch ist ein Rück­schlag auch in die­ser Form kei­ne Ka­ta­stro­phe, denn es kann nicht an ei­nem miss­ra­te­nen Abend aus den Fu­gen ge­ra­ten, was hier auf­ge­baut wor­den ist.

Ho­hes Tem­po, frü­hes Pres­sing: Bei­de Mann­schaf­ten wähl­ten die­sel­ben Waf­fen, mach­ten ein­an­der das Kom­bi­nie­ren schwer. Zu­nächst war der VfL et­was bes­ser im Spiel, hat­te durch Aj­di­ni, der knapp ver­fehl­te, ei­ne ers­te Chan­ce (10.). Doch dann setz­ten sich zu­neh­mend die Nürn­ber­ger mit ih­ren spie­le­ri­schen Qua­li­tä­ten im Mit­tel­feld und ih­rer Ro­bust­heit in der De­fen­si­ve durch.

Aus ei­ner harm­lo­sen Si­tua­ti­on ent­wi­ckel­te sich die Füh­rung

der Gäs­te. Mühl be­kam an der Mit­tel­li­nie kei­nen Druck von Mult­haup und hob den Ball prä­zi­se in den Lauf von Va­len­ti­ni, der sich im Rü­cken von Reichel frei­ge­schli­chen hat­te und nach in­nen flank­te – und da war VfL-Schreck Sch­äff­ler hand­lungs­schnel­ler als Trapp und Beer­mann; mit ei­nem di­rek­ten Recht­schuss traf der Go­al­get­ter (25.).

Aus­ge­rech­net Sch­äff­ler, an des­sen Ver­pflich­tung der in den letz­ten Jah­ren mehr­fach in­ter­es­siert war, lei­te­te die Nie­der­la­ge ein – es war sein ach­ter Tref­fer ge­gen den VfL in den letz­ten acht Li­ga­par­ti­en. Und wer jetzt noch kein De­já vu hat­te und an das 2:6 ge­gen den SV We­hen Wies­ba­den am 6. März 2020 den­ken

muss­te, der be­kam es in den fol­gen­den Mi­nu­ten. Da­mals hat­te der VfL nach 15 Mi­nu­ten 1:3, zur Pau­se 1:5 und am En­de 2:6 hin­ten ge­le­gen; Sch­äff­ler er­ziel­te drei To­re.

Das 0:2 war ein Ge­schenk, denn trotz der Be­dräng­nis durch Sch­äff­ler hät­te Aj­di­ni den Rück­pass auf Kühn druck­vol­ler spie­len kön­nen. So konn­te Nürn­ber­ger den Ball er­lau­fen, Kühn um­kur­ven und aus spit­zem Win­kel ins lee­re Tor schie­ben (29.). Der VfL wehr­te sich, aber die Nürn­ber­ger hat­ten nun op­ti­ma­le Be­din­gun­gen für ih­re schnel­len Kon­ter. Ei­ner da­von hat­te nach ei­nem Os­na­brü­cker Ball­ver­lust im Mit­tel­feld vier Sta­tio­nen: Va­len­ti­ni Ball­ge­winn, Geis steil auf Sch­äff­ler, di­rekt zu Lohkem­per

– Flach­schuss, 0:3 nach 43 Mi­nu­ten.

Drei Wech­sel nahm Trai­ner Gro­te in der Pau­se vor; Wol­ze er­setz­te Reichel, der sei­ne Sei­te nicht dicht be­kom­men hat­te, Schmidt lös­te den wir­kungs­ar­men Mult­haup ab und Henning mach­te Platz für Stür­mer Ihorst.

Die Nürn­ber­ger lie­ßen den VfL nun kom­men, doch mehr als ei­ne op­ti­sche Über­le­gen­heit er­reich­ten die Li­la-Wei­ßen nicht. Sie ver­such­ten al­les, zeig­ten ein paar or­dent­li­che An­sät­ze, doch es fehl­te das Tor, das der Tur­bo hät­te sein kön­nen für ei­ne Auf­hol­jagd. Sie kämpf­ten, sie rann­ten und sie blie­ben ih­rem spie­le­ri­schen An­satz treu – aber sie ka­men nicht durch.

Statt­des­sen leg­ten die Gäs­te

nach, bei de­nen der Kno­ten förm­lich platz­te. Der über­ra­gen­de Lohkem­per setz­te sich ge­gen die zau­dern­de VfL-Ab­wehr durch und pass­te nach in­nen, wo Sch­äff­ler ein­schob – Tor Nr. 9 des Mo­dell­ath­le­ten ge­gen sei­nen Lieb­lings­geg­ner (71.).

Der Rest war das Be­mü­hen um Scha­dens­be­gren­zung. Die ge­lang, weil die Mann­schaft nach ei­nem von Ma­the­nia an Blacha ver­schul­de­ten und von Kerk ver­wan­del­tem Foul­elf­me­ter (90.).

Nach ver­hei­ßungs­vol­lem Start müs­sen Mann­schaft und Trai­ner nun zei­gen, dass sie als Team funk­tio­nie­ren und mit ei­nem sol­chen Na­cken­schlag um­ge­hen kön­nen. Wem sie das zei­gen müs­sen? Vor al­lem sich selbst.

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spo/Fo­to: dpa/Fri­so Gentsch
 ?? Fo­to: Hel­mut Kem­mel ?? En­de ei­ner Se­rie: Die erst­mals in die­ser Sai­son ge­schla­ge­ne­nen Os­na­brü­cker nach dem Tor zum zwi­schen­zeit­li­chen 0:4 ge­gen Nürn­berg.
Fo­to: Hel­mut Kem­mel En­de ei­ner Se­rie: Die erst­mals in die­ser Sai­son ge­schla­ge­ne­nen Os­na­brü­cker nach dem Tor zum zwi­schen­zeit­li­chen 0:4 ge­gen Nürn­berg.

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