Neue Osnabrucker Zeitung - Wallenhorst

Brüs­kie­rung der Part­ner muss Kon­se­quen­zen ha­ben

- Von Tho­mas Lud­wig t.lud­wig@noz.de Military · Politics · Warfare and Conflicts · World Politics · Libya · United Nations · Ankara · German Defence Force · Turkey · Germany · Mediterranean Sea · Greece · Berlin · NATO · German Navy

Un­ter deut­scher Ver­mitt­lung ha­ben sich An­fang des Jah­res die Teil­neh­mer der Ber­li­ner Li­by­en-Kon­fe­renz da­zu ver­pflich­tet, das UN-Waf­fen­em­bar­go ein­zu­hal­ten und die Kon­flikt­par­tei­en mi­li­tä­risch aus­zu­trock­nen. Die Vor­stel­lung von ei­nem En­de des Wett­rüs­tens der Bür­ger­kriegs­par­tei­en in Li­by­en und da­mit ein En­de der mi­li­tä­ri­schen Un­ter­stüt­zung von au­ßen war aber von An­fang an ein Wunsch­traum.

An­ka­ra steht seit Lan­gem in Ver­dacht, Rüs­tungs­gü­ter und Ke­ro­sin für Kampf­jets nach Li­by­en zu lie­fern. Ein Bun­des­wehr-Ein­satz zur Ver­hin­de­rung der­ar­ti­ger De­als ver­dient aber sei­nen Na­men nicht, wenn die Tür­kei als

Teil­neh­mer der Li­by­en-Kon­fe­renz die Kon­trol­le hei­mi­scher Schif­fe ver­hin­dert. Die Tür­kei schert sich zu­neh­mend we­ni­ger um in­ter­na­tio­na­le Ab­spra­chen, wenn es der Durch­set­zung ei­ge­ner In­ter­es­sen dient.

Um­so ver­wun­der­li­cher ist es, dass Deutsch­land nach wie vor mi­li­tä­ri­sche Aus­rüs­tung in Mil­li­ar­den­hö­he an die tür­ki­sche Ma­ri­ne lie­fert – zu­mal Prä­si­dent Er­do­gan An­sprü­che auf Gas­vor­kom­men im Mit­tel­meer an­mel­det und da­bei nicht vor mas­si­ven Dro­hun­gen ge­gen­über Grie­chen­land zu­rück­schreckt.

Vor die­sem Hin­ter­grund soll­te Ber­lin nicht nur die Rüs­tungs­ko­ope­ra­ti­on mit An­ka­ra beim Bau von U-Boo­ten über­den­ken. Dass die Tür­kei als Na­to-Mit­glied ih­re Si­cher­heits­part­ner wie­der­holt brüs­kiert, darf nicht oh­ne Kon­se­quen­zen blei­ben.

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