Neue Osnabrucker Zeitung - Wallenhorst

DFL-Aus­bil­dungs­ho­no­rie­rung: VfL er­hält über 140 000 Eu­ro

Auch OSC und SV At­ter kas­sie­ren / Sohn von Uwe Eh­lers spült Geld nach Sutt­hau­sen

- Von Ben­ja­min Kraus Sports · Soccer · DDR-Liga · Deutsche Fußball Liga · 2. Bundesliga · South Carolina · Osnabruck · Auch · 3. Liga · Bremen · Dresden · Borussia Dortmund · Dortmund · Arminia Bielefeld · Bielefeld · SV Rödinghausen · SV Werder Bremen · Leipzig · VfL Osnabrück · Wiesbaden · SC Wiedenbrück 2000 · Sportfreunde Lotte · Rodinghausen

OS­NA­BRÜCK Die Deut­sche Fuß­ball-Li­ga (DFL) hat ih­re Aus­bil­dungs­ho­no­rie­rung zur Sai­son 2019/20 aus­ge­schüt­tet: Ver­ei­ne, die an der För­de­rung von Jung­pro­fis be­tei­ligt wa­ren, er­hal­ten Geld, so­bald die­se in der 1. oder 2. Bun­des­li­ga ihr De­büt fei­ern. Für die ab­ge­lau­fe­ne Spiel­zeit pro­fi­tie­ren aus un­se­rer Re­gi­on der Os­na­brü­cker SC, der SV At­ter, RW Sutt­hau­sen – und na­tür­lich der VfL Os­na­brück.

Nach­wuchs­för­de­rung sei ein zen­tra­les The­ma für die Zu­kunft des deut­schen Fuß­balls: Das er­klär­te die DFL schon im Jahr 2017. Da­mals hat­te sie ihr Sys­tem der Aus­bil­dungs­ho­no­rie­rung um­ge­stellt. Ziel: Auch Ama­teur­klubs, die spä­te­re Bun­des­li­ga­pro­fis aus­bil­den, stär­ker zu ent­loh­nen. So wer­den nun be­reits ab dem 6. Le­bens­jahr des Spie­lers Aus­bil­dungs­leis­tun­gen in Klubs be­rück­sich­tigt. Da­für stellt die DFL jähr­lich über vier Mil­lio­nen Eu­ro (statt zu­vor et­wa ei­ne Mil­li­on Eu­ro) be­reit.

Jüngst er­klär­te die DFL, man ha­be in der neu­en Run­de der Aus­bil­dungs­för­de­rung ins­ge­samt rund 1,6 Mil­lio­nen Eu­ro an 103 Klubs un­ter­halb der 3. Li­ga aus­ge­schüt­tet.

Nicht kom­mu­ni­ziert wur­de von der DFL der För­der­an­teil für Pro­fi­klubs – der die­se Sum­me noch deut­lich über­stei­gen dürf­te. Das legt auch die Ana­ly­se der Aus­zah­lun­gen in der Re­gi­on zu den U-23-De­bü­tan­ten der letz­ten Sai­son na­he. Pro­fi­tiert ha­ben drei klei­ne­re Ver­ei­ne aus Os­na­brück-Stadt und -Land so­wie ei­ni­ge wei­te­re Klubs aus dem na­hen Um­land – noch mehr aber der VfL Os­na­brück, der vie­le die­ser Spie­ler jah­re­lang in sei­nem Nach­wuchs­leis­tungs­zen­trum aus­ge­bil­det hat­te.

Sechs da­ma­li­ge Fuß­bal­ler un­ter 23 Jah­ren fei­er­ten im Tri­kot der Li­la-Wei­ßen 2019/ 20 ihr Zweit­li­ga-De­büt: Se­bas­ti­an Klaas, Eti­en­ne Ame­ny­ido, Fe­lix Agu, Sven Köh­ler, Lau­renz Be­cke­mey­er und Anas Oua­him. Bis auf Köh­ler ha­ben al­le auch schon vor Voll­en­dung ih­res 21. Le­bens­jah­res für die Li­la-Wei­ßen ge­spielt – und brin­gen dem VfL so­mit Geld. Hin­ter Klaas, Be­cke­mey­er und dem im Som­mer nach Bre­men ge­wech­sel­ten Agu lie­gen zu­dem lan­ge Jah­re im VfLNach­wuchs­leis­tungs­zen­trum

– je­des die­ser drei Ta­len­te spült dem VfL ei­nen mo­de­ra­ten bis mitt­le­ren fünf­stel­li­gen Be­trag in die Kas­se. Ins­ge­samt er­hielt der VfL über 140000 Eu­ro aus dem DFL-Topf.

Als Be­cke­mey­er ge­gen En­de des letz­ten Spiels der ver­gan­ge­nen Sai­son in Dres­den zum Zweit­li­ga-De­büt für den VfL ein­ge­wech­selt wur­de, ha­ben sie sich auch beim SV At­ter ge­freut: Dort hat­te der jun­ge Kee­per vor dem Wech­sel als Elf­jäh­ri­ger zum VfL sei­ne ers­ten Schrit­te als Fuß­bal­ler ge­macht – was dem SV At­ter nun 21000 Eu­ro ein­bringt. Et­was we­ni­ger, 16 800 Eu­ro, kas­siert der OSC für vier Jah­re, die er Agu als Mi­ni­ki­cker ge­för­dert hat, be­vor er zum VfL ging. „Ei­ne An­er­ken­nung und ein Ansporn für un­se­re Ju­gend­ar­beit. Wir neh­men das ge­ra­de jetzt gern an, wo uns wo­an­ders we­gen Co­ro­na mas­siv Ein­nah­men weg­bre­chen“, sag­te OSC-Ge­schäfts­füh­rer Hen­drik Wit­te.

Bei Klaas, der erst mit 15 Jah­ren zum VfL kam, ver­tei­len sich zu­dem et­wa 40 000 Eu­ro auf sei­ne Ju­gend­ver­ei­ne Ib­ben­bü­re­ner Spvg., Broch­ter­be­cker SV und SC Dö­ren­the. Bei Ame­ny­ido pro­fi­tiert auch der Bün­der SV, den der Na­tio­nal­spie­ler To­gos

als 13-Jäh­ri­ger in Rich­tung Bo­rus­sia Dort­mund ver­ließ, mit über 30 000 Eu­ro.

Und was ist mit RW Sutt­hau­sen? Der Klub hat kein Ta­lent aus­ge­bil­det, das in der letz­ten Sai­son beim VfL spiel­te – wohl aber ei­nes, das bei Dres­den zu Zweit­li­ga­spie­len kam: Ke­vin Eh­lers, Sohn von Uwe Eh­lers. Der kick­te von 2007 bis 2009 für die Li­laWei­ßen, kam aber ver­let­zungs­be­dingt nur auf vier Kurz­ein­sät­ze und ging wie­der, oh­ne Spu­ren zu hin­ter­las­sen. Auch bei RWS dürf­te dann kaum mehr The­ma ge­we­sen sein, dass der klei­ne Ke­vin als Sechs- bis Acht­jäh­ri­ger im Os­na­brü­cker Vo­r­ort kick­te – ehe nun ei­ne Über­wei­sung über 8400 Eu­ro ein­ging, nach­dem In­nen­ver­tei­di­ger Eh­lers in der letz­ten Sai­son 19 Spie­le beim Ab­stei­ger Dy­na­mo ge­macht hat­te.

Fer­ner brach­te das Zweit­li­ga-De­büt von Pa­ter­son Cha­to bei We­hen Wies­ba­den dem SC Wie­den­brück und dem SV Jöl­len­beck ei­ne klei­ne Geld­sprit­ze. Die ent­fiel für die Sport­freun­de Lot­te, weil der Mit­tel­feld­mann erst als 22Jäh­ri­ger dort an­heu­er­te und so­mit zu alt war. Er­wäh­nens­wert sind noch Fabian Kun­ze, des­sen De­büt für Ar­mi­nia

Bie­le­feld dem SV Rö­ding­hau­sen über 20 000 Eu­ro brach­te – und Luc Ihorst. Über das De­büt des heu­ti­gen VfL-Leih­spie­lers bei Wer­der Bre­men ge­gen Leip­zig im Sep­tem­ber 2019 freu­te sich SW Os­ter­fei­ne. Dort war der heu­te 20Jäh­ri­ge bis 2012 ak­tiv – SWO kas­siert über 25 000 Eu­ro.

 ?? Symbolfoto: imago images/Nord­pho­to ?? Das Zweit­li­ga-De­büt von Lau­renz Be­cke­mey­er für den VfL in Dres­den brach­te auch dem SV At­ter Geld – die Aus­bil­dungs­ent­schä­di­gung macht’s mög­lich.
Symbolfoto: imago images/Nord­pho­to Das Zweit­li­ga-De­büt von Lau­renz Be­cke­mey­er für den VfL in Dres­den brach­te auch dem SV At­ter Geld – die Aus­bil­dungs­ent­schä­di­gung macht’s mög­lich.

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