Zu­rück zur Fa­mi­lie!

… und wie er jetzt sein Le­ben neu ord­net

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Früh­mor­gens vor der „Vil­la Wurm­bach“in Ber­lin-Dah­lem. Ein dunk­ler Au­di des Bun­des­prä­si­di­al­am­tes rollt vor, zwei Be­am­te stei­gen aus. Sie ha­ben ei­nen Ter­min bei Joa­chim Gauck (77), Deutsch­lands elf­tem Bun­des­prä­si­den­ten. Es geht um sei­nen

Aus­zug, denn die Di­enst-Vil­la wird von Gaucks Nach­fol­ger, Frank-Wal­ter St­ein­mei­er (61), ge­braucht. Vor al­lem wol­len die Be­am­ten wis­sen: Wo­hin sol­len sie Gaucks Um­zugs-Lkws schi­cken? Wo wird der Alt-Bun­des­prä­si­dent künf­tig woh­nen?

„Erst mal ein Weil­chen durch­at­men, nur für mich und meine Fa­mi­lie ver­ant­wort­lich sein, das klingt ba­nal, aber da­nach steht mir nach mei­nem Aus­schei­den hier der Sinn“, ver­riet er sei­ne Zu­kunfts­plä­ne.

Was sagt sei­ne Freun­din da­zu?

Al­so doch! Er kehrt zu sei­ner Fa­mi­lie zu­rück! Viel­leicht nach Wus­trow an die Ost­see, in das reet­ge­deck­te Haus. Oder gar nach Ros­tock, wo sei­ne Ehe­frau Han­si (76) lebt?

Was muss bei sol­chen Wor­ten Gaucks Le­bens­ge­fähr­tin Da­ni-

ela Schadt (57) den­ken? Sie weiß, wie eng der Kon­takt zwi­schen Han­si und Joa­chim Gauck, die seit 57 Jah­ren ver

hei­ra­tet sind, im­mer war. Das Paar sah sich re­gel­mä­ßig auf Fa

mi­li­en-Fei­ern, ge­mein­sam mit den Kin­dern. Zu sei­nen vier er­wach­se­nen Töch­tern und Söh­nen Chris­ti­an (56), Mar­tin (54), Ge­si­ne (50) und Kat­ha­ri­na (37) hat der ehe­ma­li­ge Pas­tor – nach schwie­ri­gen Jah­ren – zu­letzt ein sehr gu­tes Ver­hält­nis ent­wi­ckelt. Ganz zu schwei­gen von den elf En­kel­kin­dern!

Wie re­agiert Da­nie­la Schadt auf die An­kün­di­gung des Man­nes, mit dem sie die letz-

ten Jah­re ver­brach­te? „So­bald ich hier raus­ge­he, ge­he

ich mei­nem Le­ben nach ... Ich wer­de si­cher et­was ma­chen, wo ich mich wie im­mer voll

ein­brin­gen kann“, sagt sie. Von ge­mein­sa­men Plä­nen kei­ne Re­de. Ist Joa­chim Gauck bald wie­der bei sei­ner Han­si?

„ So, wie es kommt, ist es stim­mig!“

Denn Da­nie­la Schadt scheint sich mit den Plä­nen des Al­tBun­des­prä­si­den­ten ab­ge­fun­den zu ha­ben. „Ein biss­chen Weh­mut ist schon da­bei“, sagt sie lei­se und fügt tap­fer hin­zu: „Aber so, wie es nun kommt, emp­fin­de ich es als stim­mig.“Ganz an­ders ihr Le­bens­ge­fähr­te, der fast über­spru­delt vor Vor­freu­de auf das, was kommt. Über sein neu­es Le­ben weiß er: „Ich freue mich dar­auf, ei­ne Zeit lang nicht nach die­sem und je­nem ge­fragt zu wer­den, nicht auf die­ses und je­nes ant­wor­ten zu müs­sen“, dann un­ter­bricht er kurz, schmun­zelt: „Und ein paar schö­ne Ide­en gibt es be­reits.“

Der Um­zugs­wa­gen kann kom­men …

Of­fen für Alt­be­währ­tes: Der Ros­to­cker freut sich, bald wie­der Kar­tof­feln mit Quark, sein Lieb­lings­ge­richt, zu es­sen – um­ge­ben von sei­ner Fa­mi­lie

Gauck mit Toch­ter Ge­si­ne. Al­le sol­len se­hen, wie zu­frie­den er wie­der ist. So in­nig hat man ihn mit Da­nie­la noch nie ge­se­hen … Sei­ne Kin­der Sei­ne Hei­mat Sohn Chris­ti­an (li.) und Toch­ter Kat­ha­ri­na sind stolz auf ih­ren Va­ter. Auch die elf En­kel­kin­der freu­en sich dar­über, dass Opa viel Zeit für sie hat „ In Je­ans auf ei­nem Fahr­rad her­um­ra­deln, im Ur­laub Mar­me­la­de ko­chen.“Gauck freut sich dar­auf – und auf sein Haus an der Ost­see in Wus­trow (o.) „ Es wä­re et­was falsch ge­lau­fen, wenn man nach fünf Jah­ren sa­gen wür­de: Gott sei Dank, es ist vor­über“, sagt Da­nie­la Schadt

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