Die rich­ti­ge Dia­gno­se

Neue Post - - Meine Gesundheit - Prof. Dr. Jür­gen Schä­fer Der In­ter­nist und Kar­dio­lo­ge lei­tet das „ Zen­trum für un­er­kann­te und sel­te­ne Er­kran­kun­gen“in Mar­burg

War­um ist ei­ne Dia­gno­se oft schwer?

Der­zeit gibt es et­wa 8 000 sel­te­ne Er­kran­kun­gen, die sich zum Teil völ­lig un­ter­schied­lich äu­ßern und da­her ei­ne auf­wen­di­ge Dia­gnos­tik er­for­dern. Gän­gi­ge Er­kran­kun­gen ha­ben den „Vor­teil“, dass Ärz­te da­mit be­reits viel Er­fah­rung ha­ben.

Wie fin­den Sie her­aus, was ei­nem Pa­ti­en­ten fehlt?

Je­de Dia­gno­se ist ein Pro­zess. Team­ar­beit nach dem Prin­zip „Ich se­he was, was du nicht siehst“ist da­bei das wich­tigs­te. So be­leuch­ten bei uns Ärz­te al­ler Fach­rich­tun­gen die Fäl­le aus al­len Blick­rich­tun­gen. So­gar ein Tier­arzt und Pa­ra­si­to­lo­ge kom­men manch­mal da­zu. Zu­dem nut­zen wir mo­derns­te Soft­ware, die bei der Dia­gno­se­fin­dung zu­sätz­lich hilft.

Wel­che Pa­ti­en­ten su­chen am häu­figs­ten Ih­re Hil­fe?

Men­schen mit „un­er­kann­ten“Krank­hei­ten, sei es ei­ne nicht dia­gnos­ti­zier­te Bor­re­lio­se, ei­ne ver­schlepp­te Tro­pen­er­kran­kung oder un­er­wünsch­te Ne­ben­wir­kun­gen von Me­di­ka­men­ten.

Wie wich­tig ist ei­ne Dia­gno­se für die Psy­che?

Sehr wich­tig! Vie­le Pa­ti­en­ten, die ih­re Lei­den lan­ge nicht zu­ord­nen kön­nen, wer­den von ih­rem Um­feld in die „Psy­cho-Ecke“ge­stellt. Das be­las­tet see­lisch und ver­schlim­mert kör­per­li­che Be­schwer­den noch.

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