Streiks sind jetzt vom Tisch

4,75 Pro­zent mehr für öf­fent­li­chen Di­enst

Neue Presse - - VORDERSEITE -

POTSDAM/HAN­NO­VER. Pünkt­lich zum 1. Mai kann Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke punk­ten. Im Ta­rif­kon­flikt um den öf­fent­li­chen Di­enst hol­ten Ver­di und der Be­am­ten­bund dbb in Potsdam ges­tern ein deut­li­ches Lohn­plus her­aus: 4,75 Pro­zent mehr Ge­halt bis 2017.

Die Warn­streik-Stra­te­gie der Ge­werk­schaf­ten scheint auf­ge­gan­gen zu sein. Ar­beits­nie­der­le­gun­gen an Flug­hä­fen und im Öf­fent­li­chen Nah­ver­kehr – et­wa bei der Üstra wäh­rend der Han­no­ver-Mes­se – hat­ten of­fen­bar Wir­kung ge­zeigt.

Die Lohn­er­hö­hung liegt deut­lich über dem ur­sprüng­li­chen An­ge­bot der Ar­beit­ge­ber von drei Pro­zent bis 2017. Die Ge­werk­schaf­ten hat­ten sechs Pro­zent für zwölf Mo­na­te ver­langt. Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke sprach von „deut­li­chen Re­al­lohn­ver­bes­se­run­gen“. Die Ver­di-Ta­rif­kom­mis­si­on ha­be den Mit­glie­dern der Ge­werk­schaft die An­nah­me des Ab­schlus­ses emp­foh­len. Bsirs­ke zeig­te sich er­leich­tert, dass von den Kom­mu­nen ge­for­der­te ge­ne­rel­le Ein­schnit­te bei der be­trieb­li­chen Zu­satz­ver­sor­gung fürs Al­ter ab­ge­wen­det wor­den sei­en.

Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas De Mai­ziè­re be­zif­fer­te die Kos­ten für den Bund auf 700 Mil­lio­nen Eu­ro. Da­zu kä­men die Kos­ten für die per Ge­setz ge­plan­te Über­nah­me auf die Be­am­ten und Sol­da­ten. Die Kos­ten für die Kom­mu­nen wur­den vom Prä­si­den­ten des kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­ver­bands (VKA), Tho­mas Böh­le, auf rund sechs Mil­li­ar­den Eu­ro für 24 Mo­na­te be­zif­fert.

Die Lohn­er­hö­hung soll ab 1. März mit 2,4 Pro­zent und ab 1. Fe­bru­ar 2017 mit 2,35 Pro­zent grei­fen. Aus­zu­bil­den­de sol­len in zwei Stu­fen ins­ge­samt 65 Eu­ro mehr be­kom­men. Böh­le sprach von ei­nem gu­ten aber auch schmerz­haf­ten Kom­pro­miss.

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