Der Mensch ge­hört in den Mit­tel­punkt

Neue Presse - - VORDERSEITE -

In­dus­trie 4.0? Vie­le Fir­men­chefs vor al­lem aus dem Mit­tel­stand ha­ben mit die­sem Be­griff bis­her we­nig an­fan­gen kön­nen. Auf der Han­no­ver-Mes­se lern­ten sie Bei­spie­le für die Di­gi­ta­li­sie­rung ih­rer Ar­beit ken­nen – ver­netz­te Pro­duk­ti­on mit Da­ten­samm­lung und Aus­wer­tung in der Cloud. Das ist die Zu­kunft, um­schrie­ben auch als vier­te in­dus­tri­el­le Re­vo­lu­ti­on.

Zum Trei­ber die­ses Um­bruchs hat sich Ame­ri­kas Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma ge­macht. Auch des­halb ist sein Be­such un­ver­gess­lich. Han­no­ver wird – hof­fent­lich – ir­gend­wann nicht nur als Stadt der welt­weit größ­ten In­dus­trie­mes­se be­kannt sein, als Stadt der ers­ten Mes­se, bei der ein US-Prä­si­dent zu Gast war, son­dern auch als Stadt, von der die Initi­al­zün­dung für die Di­gi­ta­li­sie­rung von Pro­duk­ten und Ener­gie aus­ging.

Das mag Sor­ge her­vor­ru­fen bei vie­len. Angst vor der Ver­nich­tung von Ar­beits­plät­zen, vor ei­nem noch stär­ker wer­den­den Fo­kus auf die Ma­schi­ne statt auf den Men­schen. Da trifft es sich gut, dass Han­no­ver gleich im An­schluss an die Han­no­ver-Mes­se wahr­schein­lich wie­der ei­ne bun­des­wei­te Re­kord­mar­ke bei der Be­tei­li­gung an der 1. Mai­Kund­ge­bung setzt. Die zeit­li­che Nä­he bei­der Er­eig­nis­se, der in­dus­tri­el­len Leis­tungs­schau und dem Tag der Ar­beit, soll­te An­lass ge­nug sein, über das nach­zu­den­ken, was der In­dus­trie 4.0 fol­gen muss: Ar­beit 4.0.

Der Mensch muss auch in der Smart Fac­to­ry der Zu­kunft die wich­tigs­te Grö­ße blei­ben, denn oh­ne ihn funk­tio­niert das In­ter­net der Din­ge nicht. Ar­beit 4.0 heißt al­so In­ves­ti­tio­nen in Aus- und Wei­ter­bil­dung, gu­te Ar­beit, ge­rech­te Be­zah­lung, kei­ne Al­ters­ar­mut.

Im Fo­kus VE­RA KÖ­NIG

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