Die CDU of­fen­bart ih­re Rat­lo­sig­keit

Neue Presse - - MEINUNG & ANALYSE -

Pünkt­lich zum Bun­des­par­tei­tag der AfD in Stutt­gart hat Uni­ons-Frak­ti­ons­chef Vol­ker Kau­der ein we­nig an­ti-is­la­mi­schen Staub auf­ge­wir­belt: Mo­sche­en müss­ten staat­lich kon­trol­liert wer­den, sagt er in ei­nem In­ter­view, weil in „ei­ni­gen“Pre­dig­ten ge­hal­ten wür­den, die un­se­rem Staats­ver­ständ­nis wi­der­spre­chen wür­den. Wäh­rend die Rechts­po­pu­lis­ten bei der AfD ein Ver­bot von Mi­na­ret­ten for­dern, plä­diert die CDU im­mer­hin da­für, zu über­wa­chen, was un­ter den Mi­na­ret­ten pas­siert.

Das ist in ge­wis­ser Hin­sicht ba­nal. Denn selbst­ver­ständ­lich müs­sen Mo­sche­en ob­ser­viert wer­den, wenn die Be­hör­den ir­gend­wel­che Hin­wei­se dar­auf ha­ben, dass dort kri­mi­nel­le oder gar ex­tre­mis­ti­sche Ak­ti­vi­tä­ten vor­ge­hen. Kau­der hat sei­ne Wor­te je­doch so ge­wählt, dass nicht klar wird, ob er ei­ne ge­ziel­te oder ei­ne ge­ne­rel­le Über­wa­chung for­dert. Da­mit stellt er is­la­mi­sche Ge­mein­den und ih­re Pre­di­ger un­ter Ge­ne­ral­ver­dacht.

Das ist bes­ten­falls ein bil­li­ger Ver­such, der AfD et­was Was­ser ab­zu­gra­ben. Schlimms­ten­falls be­för­dert Kau­der – und in des­sen Schlepp­tau CSU-Chef See­ho­fer – das Ge­schäft der ra­di­ka­len Is­la­mis­ten. Denn de­ren Stra­te­gie zielt in ers­ter Li­nie dar­auf ab, ei­nen Spalt zu trei­ben zwi­schen der deut­schen Mehr­heits­ge­sell­schaft und der mus­li­mi­schen Min­der­heit. Vor­ur­tei­le, Hass und staat­li­che Re­pres­sio­nen, durch Ter­ror­an­schlä­ge pro­vo­ziert, sol­len den Gläu­bi­gen zei­gen, dass ein Mit­ein­an­der nicht funk­tio­niert, dass De­mo­kra­tie und Chris­ten­tum ver­lo­gen sind. So wol­len Ex­tre­mis­ten fried­li­che Mus­li­me ra­di­ka­li­sie­ren.

Da­ge­gen hel­fen nur Be­son­nen­heit und Auf­klä­rung. Na­tür­lich muss man Lö­sun­gen fin­den für Pro­ble­me, die der Zu­zug vie­ler mus­li­mi­scher Men­schen mit sich bringt. Und den Schutz vor Ter­ro­ris­ten or­ga­ni­sie­ren. Pau­scha­le Ver­däch­ti­gun­gen sind da­ge­gen kon­tra­pro­duk­tiv und Aus­druck von Rat­lo­sig­keit.

Es gibt kei­nen Grund, war­um man die­se er­folg­rei­che Be­hör­de ab­schaf­fen soll­te.

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