Was war mit Wolf „Kur­ti“los? Tier wird in Ber­lin un­ter­sucht

Dis­kus­si­on um Ab­schuss. Kei­ne Po­pu­la­tio­nen in Deis­ter und Ei­len­rie­de

Neue Presse - - NACHRICHTEN - VON ANDRE­AS VOIGT

Han­no­ver. Ex­per­ten vom Leib­niz-In­sti­tut für Zoo- und Wild­tier­for­schung in Ber­lin wol­len klä­ren, ob der er­schos­se­ne Wolf aus der Lü­ne­bur­ger Heide mög­li­cher­wei­se krank war und des­halb sei­ne Scheu vor Men­schen ver­lo­ren hat. Dies teil­te das nie­der­säch­si­sche Um­welt­mi­nis­te­ri­um ges­tern mit. Für mög­lich hal­ten es Ex­per­ten aber auch, dass der Wolf als Jung­tier an­ge­füt­tert wor­den war oder an­ders mit Men­schen in Kon­takt ge­ra­ten sei und des­halb sei­ne Scheu ver­lo­ren ha­be.

Der Wolf mit der of­fi­zi­el­len Be­zeich­nung MT6, von vie­len nur „Kur­ti“ge­nannt, hat­te sich im­mer wie­der oh­ne Scheu Men­schen bis auf we­ni­ge Me­ter ge­nä­hert und soll zu­letzt den an­ge­lein­ten Hund ei­ner Fa­mi­lie beim Sonn­tags­spa­zier­gang an­ge­grif­fen ha­ben. Am Mittwoch- abend wur­de das Tier dann bei Bad Fal­ling­bos­tel im Auf­trag des Mi­nis­te­ri­ums durch ei­nen Scharf­schüt­zen der Po­li­zei er­schos­sen.

Dass die Po­li­zei und kein Förs­ter den Wolf er­leg­te, er­klär­te ei­ne Spre­che­rin des Mi­nis­te­ri­ums da­mit, dass Ge­fahr im Voll­zug ge­we­sen sei. In sol­chen Fäl­le bit­te man ge­ne­rell die Po­li­zei um Amts­hil­fe. An­wäl­te hat­ten dem Mi­nis­te­ri­um da­mit ge­droht, das Mi­nis­te­ri­um ver­kla­gen zu wol­len, soll­te es tat­säch­lich zur Er­schie­ßung des Tie­res kom­men. Von sol­chen An­kün­di­gun­gen wis­se man, bis ges­tern Nach­mit­tag ha­be das Mi­nis­te­ri­um je­doch kei­ne Kennt­nis ge­habt vom Ein- gang ei­ner sol­chen Schrift, so die Spre­che­rin wei­ter.

In Nie­der­sach­sen sind 70 Wöl­fe be­kannt, die von der Lan­des­jä­ger­schaft un­ter Be­ob­ach­tung ste­hen. Wolf­s­po­pu­la­tio­nen im Deis­ter oder so­gar in der Ei­len­rie­de, dem han­no­ver­schen Stadt­wald, sind bis­her nicht be­ob­ach­tet wor­den, so die Spre­cher von Stadt und Re­gi­on Han­no­ver. Soll­ten tat­säch­lich Be­ob­ach­tun­gen ge­macht wer­den, so könn­ten sich Bür­ger un­ter an­de­rem bei der Wolfs­be­auf­trag­ten des Lan­des­jä­ger­schaft Nie­der­sach­sen, Brit­ta Hab­be, mel­den, sagt Re­gi­ons­spre­cher Klaus Abel­mann.

Die Kon­takt­da­ten sind per Mail wolg@ljn.de, per Te­le­fon 0511/530430. Dar­über hin­aus hält die Lan­des­be­hör­de für Küs­ten-und Na­tur­schutz (NLWKN) in Han­no­ver ein Wolfs­bü­ro. Kon­takt hier: wolfs­bue­ro@nlwkn-h. nie­der­sach­sen.de

EI­GENT­LICH SCHEU: Wöl­fe mei­den in der Re­gel die Ge­sell­schaft von Men­schen. „Kur­ti“(links) hin­ge­gen kam ih­nen zu nah.

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