Die Trai­ner-Ma­cher

Ver­trag bis 2018. Wie Sten­del auch Ba­der über­zeugt.

Neue Presse - - SPORT - VON DIRK TIETENBERG

Han­no­ver. Die­ser Kreis ist heiß. Im­mer öf­ter rück­ten die 96-Spie­ler seit dem 4. April zu­sam­men und ver­sam­mel­ten­sichu­mih­renIn­te­rims­trai­ner. Da­ni­el Sten­del kam aus der U 19, sprach die Spra­che der jun­gen Spie­ler, sie hör­ten ihm zu, sie rann­ten für ihn mehr als je­de an­de­re Mann­schaft der Li­ga. Sie klatsch­ten so­gar im Trai­ning Ap­plaus für den 42-Jäh­ri­gen. 96 stieg zwar ab, weil Sten­del für die Ret­tung zu spät kam. Aber der Trai­ner steigt auf, das Team wur­de zum Trai­ner-Ma­cher. Sten­del, ur­sprüng­lich nur bis Sai­son­en­de be­för­dert, un­ter­schrieb ges­tern Mit­tag ei­nen Ver­trag bis 2018, als Chef­trai­ner bei 96.

„Er hat die Stim­mung zu­rück­ge­holt und Er­geb­nis­se ge­lie­fert“, sag­te Ge­schäfts­füh­rer Mar­tin Ba­der der NP. Da­mit setz­te sich Sten­del ge­gen die hoch qua­li­fi­zier­ten Ri­va­len Mir­ko Slom­ka und Kos­ta Run­jaic durch.

Tak­ti­sche Än­de­run­gen wie nach dem 0:2 in In­gol­stadt (2:2) über­zeug­ten Ba­der: „Das war mehr als: Ich wer­fe jetzt mal jun­ge Spie­ler rein.“Mit Mar­mor-Stein-und-Ei­sen-Men­ta­li­tät pack­te Sten­del Han­no­vers Fans und die Mann­schaft. Mit dem Schla­ger-Zi­tat „Al­les, al­les geht vor­bei, doch wir blei­ben treu“hat­ten die Fans vor ei­ner Wo­che mit ei­ner Chro­reo­gra­fie ge­glänzt. Ei­ne kra­chen­de Rock-Ver­si­on des Dra­fi-Deut­scherHits soll heu­te vor dem Schal­ke-Spiel (15,30 Uhr, HDI-Are­na) die Stim­mung an­hei­zen. Der Dop­pel­pass zwi­schen 96-Team und Fans funk­tio­niert end­lich wie­der.

In der Ka­bi­ne wird Phy­sio­the­ra­peut Ralf Blu­me wie vor dem Glad­bach-Sieg ein Mo­ti­va­ti­ons­pla­kat in die Ka­bi­ne hän­gen, auf dem die Spie­ler als star­ke Ge­mein­schaft zu se­hen sind. Sten­del gab 96 die Kraft zu­rück, die un­ter Trai­ner Tho­mas Schaaf ver­lo­ren ge­gan­gen war.

Und wie re­agier­te Sten­del ges­tern beim fi­na­len An­trag für die Pro­fiEhe mit 96? „Er hat ge­sagt: Ja, er hat Bock“, ver­riet Ba­der. Auch Han­no­ver hat Lust auf Sten­del. Ein­zi­ger kri­ti­scher Punkt bis­her: Sten­del soll sich in der zwei­ten Li­ga nicht aus­ken­nen.„Das­stimmt nicht“, be­ton­te Ba­der. „Er hat un­heim­lich gu­te Ide­en und ist im The­ma. Er kennt die Spie­ler der zwei­ten Li­ga ge­nau und hat gu­te Vor­schlä­ge ge­macht.“Die Fach­kennt­nis von der 96-Zu­kunft in Li­ga zwei war der letz­te aus­schlag­ge­ben­de Punkt.

Sten­dels Ver­gan­gen­heit als 96-Stür­mer und Ju­gend­trai­ner will Ba­der nun in den Ver­hand­lun­gen mit neu­en Spie­lern nut­zen. „Er kann je­dem er­zäh­len, was 96 be­deu­tet, dass das ein Klas­se-Club ist.“Mit Sten­del als Chef­trai­ner weiß 96 auch Stadt und Fans hin­ter sich. „Die Stim­mung ge­gen Glad­bach hat al­le mit­ge­ris­sen“, sagt Ba­der. „Das kann uns in der zwei­ten Li­ga hel­fen. So et­was ha­ben an­de­re Zweit­li­gis­ten nicht so.“96 hat jetzt ei­nen Sten­del, und zwar ge­bun­den nicht nur für ein Jahr, son­dern bis 2018. „Das“, er­klärt Ba­der, „ist ein State­ment für ihn.“

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