Schüt­zen­ver­ein bucht falsch

76 000 Eu­ro Steu­er­schul­den auf­ge­lau­fen. „Gro­be Un­zu­läng­lich­keit.“

Neue Presse - - HANNOVER - VON ANDRE­AS VOIGT

HAN­NO­VER. Beim Ver­ein Han­no­ver­sches Schüt­zen­fest, zu­stän­dig für die Aus­rich­tung des Schüt­zen­fes­tes, hat es steu­er­li­che Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten ge­ge­ben. Nach NP-In­for­ma­tio­nen wur­de für 2015 kei­ne Um­satz­steu­er ans Fi­nanz­amt ab­ge­führt, so­dass ei­ne Steu­er­schuld von 76 000 Eu­ro auf­ge­lau­fen war.

Für die Steu­er­schuld sol­len al­ler­dings kei­ne Ab­sicht, son- dern „gro­be kauf­män­ni­sche Feh­ler und Un­zu­läng­lich­keit“ver­ant­wort­lich sein, wie es aus Rat­haus- und Schüt­zen­krei­sen heißt. Der Ver­ein soll die 76 000 Eu­ro und ei­ne durch ein Steu­er­bü­ro er­rech­ne­te Sum­me von 15 000 Eu­ro für Ver­zugs­zin­sen von sich aus be­reits ans Fi­nanz­amt über­wie­sen ha­ben. We­gen der Hö­he der Sum­me er­mit­telt das Fi­nanz­amt al­ler­dings den­noch we­gen des An­fang­ver­dach­tes der leicht­fer­ti­gen Steu­er­ver­kür­zung, wo­nach laut Ab­ga­be­ord­nung ein Buß­geld von bis zu 50 000 Eu­ro ver­hängt wer­den kann.

Schüt­zen­prä­si­dent Pau­lE­ric Stol­le, Kraft Am­tes ne­ben OB Ste­fan Schos­tok auch Vor­sit­zen­der des Ver­eins, woll­te den Vor­fall ges­tern „we­der be­stä­ti­gen noch de­men­tie­ren. Wir wer­den das rat­haus­in­tern in den nächs­ten Ta­gen klä­ren.“Von Sei­ten der Stadt hieß es, man ha­be drei Mit­ar­bei­ter aus den Be­rei­chen Fi­nan­zen und Rech­nungs­prü­fung da­mit be­auf­tragt, die Ge­schäfts­füh­rung bei der um­fas­sen­den Klä­rung des Sach­ver­hal­tes zu un­ter­stüt­zen.

Ge­schäfts­füh­rer Klaus Ti­ma­eus be­stä­tig­te ges­tern: „Wir ha­ben da Feh­ler ge­macht.“Ti­ma­eus weilt der­zeit in Ur­laub und woll­te sich dar­über hin­aus eben­falls nicht wei­ter äu­ßern. Nach NP-Re­cher­chen trägt er of­fen­bar die größ­te Schuld an dem Fi­nanz­di­lem­ma. Die Feh­ler pas­sier­ten in der Zeit, als die lang­jäh­ri­ge Buch­hal­te­rin we­gen ei­ner Er­kran­kung fast ein Jahr aus­fiel. Ti­ma­eus hat­te für sie ei­nen Di­plom­Kauf­mann auf 450-Eu­roBa­sis ein­ge­stellt, der ei­gent­lich Be­rufs­schul­leh­rer ist.

Die­se Aus­hil­fe soll dann mit­hil­fe ei­nes Com­pu­ter­pro­gramms Bu­chun­gen für den Ver­ein (in ers­ter Li­nie Schau­stel­ler-Rech­nun­gen) falsch vor­ge­nom­men ha­ben. Auf­ge­flo­gen war der Feh­ler jüngst durch ein Steu­er­be­ra­tungs­bü­ro, das für den Ver­ein die jähr­li­che Steu­er­er­klä­rung macht. Im­mer­hin: Scha­den ist der Stadt bis­lang nicht ent­stan­den. Nach­zah­lung und Zin­sen hat der Ver­ein aus ei­ge­ner Ta­sche be­zahlt.

Am 10. Mai bei der Mit­glie­der­ver­samm­lung des Ver­eins will die Stadt ei­nen aus­führ­li­chen Be­richt vor­le­gen.

Fo­tos: Archiv

IM FO­KUS: Ge­schäfts­füh­rer Klaus Ti­ma­eus (rechts) soll ei­nen Lai­en mit der Buch­hal­tung be­auf­tragt ha­ben. OB Ste­fan Schos­tok (links) und Schüt­zen­prä­si­dent Paul-Eric Stol­le bringt dies jetzt in Er­klä­rungs­not.

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