Ei­gen­tor von rechts­au­ßen

Neue Presse - - VOR­DER­SEI­TE -

So et­was nennt man wohl ein klas­si­sches Ei­gen­tor. Und er­zielt hat es AfDVi­ze Alex­an­der Gau­land, der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de je­ner Par­tei, die am liebs­ten über rechts­au­ßen kommt.

„Die Leu­te“, be­haup­tet die­ser Gau­land, „fin­den ihn als Fuß­bal­ler gut, aber wol­len ei­nen Boateng nicht als Nach­barn ha­ben.“Peng! Gau­land hat ges­tern noch ver­geb­lich ver­sucht, sei­nen ras­sis­ti­schen Aus­fall ge­gen den deut­schen Na­tio­nal­spie­ler zu re­la­ti­vie­ren. Im Er­geb­nis aber möch­te wohl kaum noch je­mand Herrn Gau­land als Nach­barn ha­ben. So­gar sei­ne ei­ge­ne Par­tei­che­fin Frau­ke Pe­try hat sich für ihn ent­schul­digt.

Es ist ge­ra­de nicht leicht für die AfD mit ih­rer la­ten­ten Frem­den­feind­lich­keit. Die Fuß­ball-Eu­ro­pa­meis­ter­schaft steht ins Haus. Und Pa­ro­len, für die die AfD auf dem Hö­he­punkt der Flücht­lings­kri­se viel­leicht noch klamm­heim­lich Bei­fall be­kam, pro­vo­zie­ren jetzt schon mal ei­nen kol­lek­ti­ven Auf­schrei.

Vor al­lem, wenn es um das deut­sche Fuß­ball­na­tio­nal­team geht. „Die Mann­schaft“, sie ist so et­was wie das Sinn­bild ge­lun­ge­ner In­te­gra­ti­on. Da gibt es halt nicht nur die dun­kel­häu­ti­gen Ab­wehr­re­cken An­to­nio Rü­di­ger und Jé­rô­me Boateng, son­dern auch die be­ken­nen­den Mos­lems Me­sut Özil, Sa­mi Khe­di­ra, Sh­ko­dran Musta­fi und Ka­rim Bel­la­ra­bi. Nir­gends ge­hört der Is­lam so ein­deu­tig zu Deutsch­land wie in der Na­tio­nal­elf. Und nir­gends hat die Fra­ge nach Her­kunft und Haut­far­be wohl we­ni­ger Be­deu­tung als in die­ser mul­ti­kul­tu­rel­len Schweiß­ge­mein­schaft.

Die AfD? Passt in die­se Welt un­ge­fähr so gut wie ein Hoo­li­gan zum Frie­dens­fest. Und die­ser Gau­land? Hat nicht nur vom Fuß­ball kei­ne Ah­nung.

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