Die Lin­ke will Rot-Rot-Grün

Neue Presse - - MEINUNG & ANALYSE -

MAG­DE­BURG. Nach ih­rem Wahl­par­tei­tag vom Wo­che­n­en­de in Mag­de­burg setzt die Link­s­par­tei auf die Mit­hil­fe der Ge­werk­schaf­ten bei der Zu­sam­men­füh­rung ei­nes lin­ken La­gers zur nächs­ten Bun­des­tags­wahl. An­ge­sichts der po­li­ti­schen Pro­ble­me in Deutsch­land und bei der Su­che nach ei­ner rot-rot-grü­nen Al­ter­na­ti­ve zur Bun­des­kanz­le­rin und CDU-Vor­sit­zen­den An­ge­la Mer­kel soll­te ins­be­son­de­re Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke ei­ne füh­ren­de mo­de­rie­ren­de Rol­le ein­neh­men. „Das wä­re hilf­reich“, sag­te Lin­ken-Chef Bernd Ri­ex­in­ger dem Re­dak­ti­ons­Netz­werk Deutsch­land.

Ge­werk­schaf­ten und So­zi­al­ver­bän­de hät­ten von der Gro­ßen Ko­ali­ti­on nichts mehr zu er­war­ten. „Es wä­re des­halb wich­tig, dass sich die Ge­werk­schaf­ten an die Spit­ze ei­ner Be­we­gung für ei­ne Ge­rech­tig­keits­wen­de set­zen. Sie müss­ten sa­gen, wir ver­lan­gen von SPD, Grü­nen und auch von der Lin­ken, dass ihr euch zu­sam­men­tut, um et­was zu be­we­gen. Die müss­ten Druck dar­auf ma­chen.“Mit Blick auf Ver­di-Chef und Grü­nen­Mit­glied Bsirs­ke mein­te Ri­ex­in­ger: „Von seiner po­li­ti­schen Ein­stel­lung her wä­re Frank Bsirs­ke ei­ner, der klar er­kenn­bar auf der Sei­te ei­ner sol­chen Wen­de stün­de.“

Ein an­geb­lich „an­ti­fa­schis­tisch“mo­ti­vier­ter Tor­ten­wurf ins Ge­sicht der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Sah­ra Wa­genk­necht und die Wie­der­wahl der Füh­rungs­spit­ze be­stimm­ten zu­vor den zwei­tä­gi­gen Par­tei­tag in Mag­de­burg. Die we­gen um­strit­te­ner Po­si­tio­nen in der Flücht­lings­de­bat­te in der Dis­kus­si­on ste­hen­de Wa­genk­necht ver­si­cher­te, sie wer­de sich von der­lei „sau­blö­den“Pro­test­ak­tio­nen nicht be­ir­ren las­sen. An­trä­ge auf Kri­tik an Wa­genk­nechts Po­si­tio­nen, die sich über miss­brauch­tes Gast­recht und auch über Gren­zen der Zu­zugs­be­las­tung ge­äu­ßert hat­te, ka­men nicht zur Ab­stim­mung.

Statt­des­sen ver­si­cher­ten die als Vor­sit­zen­de wie­der­ge­wähl­ten Kat­ja Kip­ping (74 Pro­zent, mi­nus 3,3 Pro­zent­punk­te) und Bernd Ri­ex­in­ger (78,5 Pro­zent, mi­nus 11,2) so­wie der Ko-Frak­ti­ons­chef Diet­mar Bartsch ih­re So­li­da­ri­tät mit dem Op­fer der Tor­ten­at­ta­cke. Uni­so­no be­klag­te die Füh­rungs­gar­de den „Sch­lin­ger­kurs“der SPD und be­kann­te sich da­zu, trotz jüngs­ter Wäh­ler­ver­lus­te „nicht in Sack und Asche“ge­hen zu wol­len. Es gel­te viel­mehr, sich an die Spit­ze der Be­we­gun­gen an­ge­sichts gro­ßer so­zia­ler Pro­ble­me zu stel­len.

In ei­ner be­ju­bel­ten Re­de vor den knapp 600 De­le­gier­ten des Par­tei­ta­ges hat­te Wa­genk­necht die un­so­zia­le Po­li­tik der Bun­des­re­gie­rung als Ur­sa­che für das Auf­kom­men rechts­po­pu­lis­ti­scher Ten­den­zen ver­ant­wort­lich ge­macht. Die Ur­sa­che da­für sei, „dass wir seit Jahr­zehn­ten ei­ne neo­li­be­ra­le Po­li­tik ha­ben, die al­les da­für tut, den Zu­sam­men­halt zu zer­stö­ren“. Wut, Ohn­macht und Frust sei­en Er­geb­nis des „Man­tras der Al­ter­na­tiv­lo­sig­keit“. In Ab­gren­zung zu rot-rot­grü­nen La­ger­spe­ku­la­tio­nen stell­te die Po­li­ti­ke­rin fest, dass SPD und Grü­ne da­für ver­ant­wort­lich sei­en, dass der „Raub­tier­ka­pi­ta­lis­mus freie Bahn“er­hal­ten ha­be.

Die müss­ten Druck dar­auf ma­chen. Bernd Ri­ex­in­ger, Lin­ken-Chef, zur Rol­le von SPD, Lin­ken und Grü­nen in der So­zi­al­po­li­tik.

„Sau­blö­de Pro­test­ak­ti­on“: Sah­ra Wa­genk­necht be­kommt ei­ne Tor­te ins Ge­sicht – und Par­tei­che­fin Kat­ja Kip­ping und Ko-Frak­ti­ons­chef Diet­mar Bartsch stel­len sich vor Wa­genk­necht.

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