„Boom Boom Pow“mit Fer­gie

Fe­lix Ja­ehn, Cul­cha Can­de­la, Mi­low: 25 000 fei­ern die „N-Joy Star Show“

Neue Presse - - KULTUR - VON SE­BAS­TI­AN SCHE­RER

HAN­NO­VER. Manch­mal, da braucht es ein­fach nicht viel für ei­ne Show. Ein biss­chen Licht. Ein DJ-Pult. Und ei­nen jun­gen Mann, der auf der Ex­po Pla­za ei­gent­lich al­le der 25 000 An­we­sen­den vor al­lem mit Bass di­ri­gier­te. Fe­lix Ja­ehn ist der Senk­recht­star­ter im Pro­gramm der „N-Joy Star Show“ge­we­sen – auch am zwei­ten Tag des Pla­za Fes­ti­vals, Frei­tag noch von NDR2 ver­an­stal­tet, Sams­tag dann von N-Joy ist aus­ver­kauft.

Und auch am zzwei­ten Tag ist die Stim­mung her­vor­ra­gend. Nicht nur we­gen des 21-Jäh­ri­gen DJs. Oder des US-Stars Fer­gie, die das Fi­na­le be­strei­tet.

Ent­spannt be­ginnt der Tag, elek­tro­nisch und club­big mit dem New­co­mer Li­ons He­ad. Da­nach wird es di­rekt be­kann­ter. Cul­cha Can­de­la sind dank Songs wie „Mons­ta“, „Ham­ma!“und „Ber­lin Ci­ty Girl“dem Ra­dio­hö­rer de­fi­ni­tiv ein Be­griff. Voll­start in den Som­mer­nach­mit­tag. Mal wird die recht ein­deu­ti­ge For­de­rung nach Can­na­bis-Le­ga­li­sie­rung (Re­frain: „Lass’ ma’ ein’ bau’n“) mit Reg­gae un­ter­malt, dann der er­wähn­te Hit „Ham­ma!“mit oor­dent­li­chen SSal­sa-Rhyth­men eein­ge­lei­tet.

Et­was spä­ter dann der 34-jäh­ri­ge Bel­gi­er Mi­low – der von „Ayo Tech­no­lo­gy“bis „You and Me“, von „You don’t know“bis „Litt­le in the Midd­le“in­zwi­schen doch er­staun­lich vie­le Ra­dio-Hits pro­du­ziert hat. Die vor al­lem, und das ist heu­te wich­tig, ex­trem gut zum Som­mer pas­sen. Lo­cker 24 Grad hat es in­zwi­schen. Die Stim­mung ist aus­ge­las­sen.

Das än­dert sich mi­ni­mal, als Ye­ars & Ye­ars auf die Büh­ne kom­men. Die En­g­län­der ha­ben tanz­ba­ren Elek­tro­pop mit al­ter­na­ti­ver No­te mit­ge­bracht, die Zu­ga­be „King“könn­te ein ganz gro­ßer Hit sein. Aber: Bis­her ha­ben doch noch nicht al­le der Zu­schau­er von der Band ge­hört, ver­hal­te­nes Mit­schun­keln und Be­ob­ach­ten des auf­ge­kratzt-fröh­li­chen Sän­gers. Aber Han­no­ver ist of­fen für Neu­es, mit je­dem Lied groovt sich das Pu­bli­kum – zu dem auch Ex-96-Tor­wart Ron-Ro­bert Zie­ler und Kul­tur­de­zer­nent Ha­rald Här­ke ge­hö­ren – mehr ein.

Von der ers­ten Se­kun­de an wird dann Fe­lix Ja­ehn ge­fei­ert. Der, ab­ge­se­hen von ei­ner Licht­show und et­was Ne­bel, auf gro­ßes Tam­tam ver­zich­tet. Egal ob sein Re­mix von „Cheer­lea­der“, das Co­ver von „Ain’t no­bo­dy“oder „Book of Lo­ve“– der me­lo­di­sche Hou­se des Ham­bur­gers passt der­zeit per­fekt ins Ra­dio und funk­tio­niert auch live. Der sym­pa­thi­sche jun­ge Mann legt und dreht auf, ver­schickt ne­ben­bei ein paar Snap­cha­tS­to­rys, legt die Hür­de für den Fi­nal-Act, Fer­gie aus Ka­li­for­ni­en, hoch.

Aber man ist nicht jah­re­lang Teil ei­ner der er­folg­reichs­ten Grup­pen der ver­gan­ge­nen Jah­re – den Black Ey­ed Peas – oh­ne zu ler­nen, wie es geht. Erst prä­sen­tiert die in­zwi­schen 41-Jäh­ri­ge neue und al­te So­lo-Songs („Lon­don Bridge“, „Big Girls don’t cry“), tanzt da­bei mit knapp ver­deck­tem Hin­ter­teil über die Büh­ne, als sei es das ein­fachs­te der Welt. Rockt dann ein biss­chen – und for­dert dann nach ei­nem lan­gen Pla­za-Tag bei ei­nem halb­stün­di­gen Med­ley der größ­ten Black-Ey­ed-Peas-Songs („Boom Boom Pow“, „The Time“) noch ein­mal die letz­ten Ener­gie­re­ser­ven des Pu­bli­kums ein. Gro­ßes, per­fekt durch­cho­reo­gra­fier­tes US-En­ter­tain­ment. Mit „I got­ta Fee­ling“en­det das Pla­za Fes­ti­val. Und man geht tat­säch­lich mit vie­len Ge­füh­len nach Hau­se. Vor al­lem: ziem­lich gu­ten.

Fo­tos: Heu­sel

SCHÖN SCHARF: Die meist jun­gen Fans fei­ern Fer­gie (gro­ßes Fo­to) und ih­re Stie­fel.

LITT­LE IN THE MIDD­LE: Der Bel­gi­er Mi­low lie­fert aus­ge­las­se­ne Stim­mung. Und sei­ne zahl­rei­chen Ra­dio-Hits. EIN DJ-PULT UND EIN WE­NIG LICHT: Fer­tig ist die Show, mit der Fe­lix Ja­ehn auf der Ex­po-Pla­za über­zeugt.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.