Klei­ner Mann mit gro­ßem Traum

Neue Presse - - HANNOVER -

Wie die Zeit ver­geht. Eben noch ras­te er mit dem Bob­by­car durch den Gar­ten, jetzt schon will er sich ein Mo­tor­rad kau­fen. Hin­wei­se auf Kom­pli­ka­tio­nen auf­grund sei­nes Al­ters kon­tert mein Sohn mit dem Hin­weis auf den na­hen­den Ge­burts­tag. Er wird drei.

Der Jun­ge hat sich, das muss man ihm las­sen, schon reich­lich mit dem Ge­dan­ken be­fasst. Be­geis­tert schil­dert er der Ma­ma, dass sie selbst­ver­ständ­lich auch mal auf dem Mo­tor­rad Platz neh­men kön­ne, sie müs­se sich dann eben an seiner Schul­ter fest­hal­ten. Ich ver­su­che mir vor­zu­stel­len, wie der 0,93-Me­ter-Mann in Le­der­kla­mot­ten aus der Haus­tür stapft, läs­sig sein Mo­tor­rad star­tet und mit we­hen­der Gold­lo­cken­pracht der Son­ne ent­ge­gen fährt und spa­re mir wei­te­re Ein­wän­de – Träu­me müs­sen nicht in Er­fül­lung ge­hen, um zu wir­ken.

Er spürt den­noch un­se­re Skep­sis: Al­so ver­spricht er, dass er auch im­mer „lei­se“fah­ren will, ver­mut­lich meint er ei­gent­lich „lang­sam“. Ein Ver­spre­chen, an das ich ihn in 15 Jah­ren er­in­nern möch­te, selbst wenn es zu­nächst nur zum Au­to-Füh­rer

schein langt.

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