Red Bull schenkt Ha­mil­ton den Sieg

Ros­berg ge­horcht und lässt Welt­meis­ter vor­bei. Pein­li­che Bo­xen-Pan­ne: Ric­ci­ar­dos Rei­fen nicht da.

Neue Presse - - SPORT -

MON­TE caR­LO. Ni­co Ros­berg ge­horch­te bei sei­nem ver­patz­ten For­mel-1-Heim­ren­nen in Mo­na­co der Mer­ce­des-Stall­re­gie und wur­de von der Füh­rungs­rie­ge mit Lob über­schüt­tet, sein von der Te­a­m­or­der be­güns­tig­ter WM-Wi­der­sa­cher Le­wis Ha­mil­ton schlug im Ti­tel­kampf zu­rück. Der bri­ti­sche Welt­meis­ter nutz­te das an­ge­ord­ne­te Über­hol­ma­nö­ver ge­gen Ros­berg in der frü­hen Pha­se ei­nes er­eig­nis­rei­chen Re­gen-un­dSon­ne-Ren­nens. Er pro­fi­tier­te beim Klas­si­ker da­zu noch von ei­nem ver­häng­nis­vol­len Rei­fen­stopp von Pre­mie­ren-Po­le-Mann Da­ni­el Ric­ci­ar­do im Red Bull.

Sei­nen ers­ten Grand-Pri­x­Er­folg seit sie­ben Mo­na­ten fei­er­te Ha­mil­ton aus­ge­las­sen, Ros­berg wur­de für sein Ver­hal­ten von der Mer­ce­des-Füh­rungs­rie­ge ge­lobt. Für Daim­ler-Chef Die­ter Zet­sche war es ein sen­sa­tio­nel­ler Sieg. „Ni­co hat mit­ge­hol­fen, dass Le­wis ge­win­nen konn­te“, be­ton­te Zet­sche. „Es war ein Te­am­dienst.“

An Ros­bergs Renn­wa­gen wa­ren Mer­ce­des-Mo­tor­sport­chef To­to Wolff zu­fol­ge die Rei­fen ein­fach nicht auf Tem­pe­ra­tur ge­kom­men. „Wenn ich ei­ne Kap­pe wie Ni­ki hät­te, wür­de ich sie zie­hen“, mein­te Wolff vol­ler Re­spekt vor Ros­berg in An­leh­nung an Team­auf­sichts­rat Ni­ki Lau­da. „Ich ha­be mich ge­fühlt wie auf ro­hen Ei­ern da drau­ßen“, sag­te Ros­berg.

Ha­mil­ton fei­er­te da­von un­ge­rührt. Er sprang mit An­lauf in die Ar­me seiner ju­beln­den Mecha­ni­ker, warf den Sie­ger­po­kal wie­der und wie­der in die Luft.

Nach ei­ner Bo­xen-Pan­ne lan­de­te der Aus­tra­li­er Da­ni­el Ric­ci­ar­do nur auf Rang zwei, doch der Red-Bul­lPi­lot hat­te Ha­mil­ton ei­nen har­ten Kampf ge­lie­fert – WM-Spit­zen­rei­ter Ros­berg wur­de nur Sieb­ter, wäh­rend es Fer­ra­ri-Star Se­bas­ti­an Vet­tel auf Platz vier schaff­te.

„Ich bin jetzt ziem­lich sprach­los. Ich ha­be für ei­nen Tag wie heu­te ge­be­tet. Es hat lan­ge ge­dau­ert, wie­der zu ge­win­nen“, sag­te Ha­mil­ton nach zu­letzt schwe­ren Mo­na- ten mit vie­len Rück­schlä­gen: „Ich möch­te mei­nem Team für die­ses un­glaub­li­che Au­to dan­ken.“

Der pein­li­che Faux­pas der Re­dBull-Bo­xen­crew er­mög­lich­te Ha­mil­ton den Sieg. Die Cr­ew hat­te beim zwei­ten Stopp nicht die rich­ti­gen Rei­fen für den lan­ge Zeit füh­ren­den Ric­ci­ar­do (Aus­tra­li­en) be­reit­ste­hen. Er muss­te meh­re­re Se­kun­den ta­ten­los zu­schau­en, und Ha­mil­ton zog am Aus­gang der Bo­xen­aus­fahrt haar­scharf vor­bei. „Ich wur­de in die Box ge­ru­fen, sie hät­ten be­reit sein müs­sen“, sag­te er: „Ich war hier der Schnells­te un­ter al­len Be­din­gun­gen und bin trotz­dem nur Zwei­ter. Das ist Mist, ich hat­te viel Pech.“

Ha­mil­ton nahm das Ge­schenk an und lan­de­te sai­son­über­grei­fend erst­mals nach acht Ren­nen wie­der vor Ros­berg. In der Ge­samt­wer­tung führt Ros­berg nach dem sechs­ten von 21 Sai­son­läu­fen mit 106 Punk­ten trotz­dem noch vor dem drei­ma­li­gen Cham­pi­on Ha­mil­ton (82), der vor dem nächs­ten Ren­nen in Ka­na­da (12. Ju­ni) al­ler­dings auf 24 Zäh­ler her­an­rück­te.

DER FOR­MEL-1-KÖ­NIG VON MO­NA­CO: Le­wis Ha­mil­ton ist glück­lich, Fürs­tin Char­lè­ne und Fürst Al­bert (im Hin­ter­grund) klat­schen höf­lich Bei­fall.

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