„Der Markt wird sich re­geln“

Milchbauer Ar­ken­berg sieht die Er­geb­nis­se des Milch­gip­fels po­si­tiv

Neue Presse - - NACHRICHTEN - VON JAN HEEMANN

Wunstor. Fred Ar­ken­berg aus Wun­storf kann mit den Er­geb­nis­sen des Milch­gip­fels in Ber­lin zu­frie­den sein. Es steht für ihn au­ßer Fra­ge, dass der Milch­markt Un­ter­stüt­zung braucht, aber ei­nen groß an­ge­leg­ten Ein­griff hat­te er sich schon im Vor­feld nicht ge­wünscht.

„Bei der Idee ei­ner Re­gu­lie­rung war ich schon vonAn­fang an skep­tisch. Wir ha­ben doch die Quo­te letz­tes Jahr erst ab­ge­schafft. War­um soll­ten wir zu­rück­keh­ren? Nichts ist schäd­li­cher als ein Sal­to rück­wärts“, re­sü­miert er die Ent­wick­lung des Mark­tes.

In sei­nen Au­gen ha­ben die Be­schlüs­se sei­ne Er­war­tun­gen so­gar über­trof­fen. Land­wir­te, die Hil­fe be­nö­tig­ten, wür­den die­se jetzt be­kom­men, in Form von Steu­er- aus­gleichs­mög­lich­kei­ten, so der Land­wirt. Ein wei­te­rer Ge­dan­ke, der al­ler­dings noch nicht fest­steht, sind die Bürg­schaf­ten vom Staat für Kre­di­te der Land­wir­te. Auch das, fin­det Ar­ken­berg, sei ei­ne gu­te Lö­sung: „Ei­ne Re­du­zie­rung der Men­ge brau­chen wir nicht un­be­dingt. Der Markt wird sich von selbst re­gu­lie­ren. Bei ei­ner ab­sicht­li­chen Ver­min­de­rung der Men­ge ist doch gar nicht klar, wie lan­ge das dau­ern soll und wo­hin das ge­nau führt. Es gibt jetzt schon Trends, die zei­gen, dass sich die Milch­men­ge an­passt.“

Das Pro­blem liegt in den Au­gen des Milch­bau­ern auch im Ma­nage­ment so man­cher Kol­le­gen, die die Kri­se wahr­schein­lich nicht über­ste­hen wer­den: „Auch da­durch wer­den die Men­gen we­ni­ger wer­den. Die sind an die Her­aus­for­de­run­gen falsch ran­ge­gan­gen. Mit den rich­ti­gen Ge­winn­mar­gen kann man auch mit 35 Cent pro Li­ter, vi­el­leicht so­gar mit 29 Cent über­le­ben.“

Auch die Kal­ku­la­ti­on mit dem glo­ba­len Markt soll­te man nicht ver­ges­sen, fügt Ar­ken­berg hin­zu. Welt­weit kon­kur­riert die eu­ro­päi­sche Milch un­ter an­de­rem auch mit asia­ti­schen, ka­na­di­schen und US-ame­ri­ka­ni­schen Pro­duk­ten.

Fo­to: Beh­rens

EIN HERZ UND EI­NE SEE­LE: Fred Ar­ken­berg mit sei­nen Kü­hen. Der Wun­stor­fer ist mit dem Milch­gip­fel zu­frie­den.

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