Streit um Woh­nungs­bau

Ko­ali­ti­on ei­nigt sich nicht über Steu­er­an­rei­ze und För­de­run­gen

Neue Presse - - NACHRICHTEN - VON AN­DRé STAHL

ber­lin. Im Ko­ali­ti­ons­streit über Steu­er­an­rei­ze zur An­kur­be­lung des Miet­woh­nungs­baus zeich­net sich kei­ne Ei­ni­gung ab. Fi­nanz­po­li­ti­ker von SPD und CDU/CSU konn­ten sich ges­tern er­neut nicht ver­stän­di­gen. Die ur­sprüng­lich für die­se Wo­che an­ge­streb­te Lö­sung im Fi­nanz­aus­schuss des Bun­des­ta­ges wur­de da­mit er­neut ver­tagt.

Die Uni­on lehnt die von der SPD ge­for­der­te Miet­preis­ober­gren­ze eben­so ab wie ge­kürz­te För­der­gren­zen bei gleich­zei­ti­ger Aus­wei­tung der För­de­rung auf den teu­re­ren Um­bau et­wa von Dach­ge­schos­sen und die Um­wid­mung von Im­mo­bi­li­en zu Woh­nun­gen.

Die Bun­des­re­gie­rung will mit ei­ner Son­der­ab­schrei­bung über drei Jah­re Pri­vat­in­ves­to­ren für den Miet­woh­nungs­bau in an­ge­spann­ten Re­gio­nen ge­win­nen. Ziel ist es, vor al­lem Miet­woh­nun­gen im un­te­ren und mitt­le­ren Preis­seg­ment zu bau­en. Da­her soll bei der För­de­rung ei­ne Ober­gren­ze ge­setzt wer­den.

Nach dem Re­gie­rungs­ent­wurf kön­nen In­ves­to­ren je Qua­drat­me­ter bis zu 2000 Eu­ro Bau­kos­ten gel­tend ma­chen. Über­stei­gen die Kos­ten 3000 Eu­ro, gibt es kei­ne För­de­rung. Der Bun­des­rat schlug ei­ne Kap­pungs­gren­ze von 2600 Eu­ro vor. Die för­der­fä­hi­ge Be­mes­sungs­grund­la­ge soll­te auf ei­nen Höchst­be­trag von 1800 Eu­ro je Qua­drat­me­ter Wohn­flä­che be­grenzt wer­den.

SPD-Fi­nanz­po­li­ti­ke­rin Can­sel Ki­zil­te­pe er­klär­te, oh­ne ei­ne Miet­preis­ober­gren­ze wür­den die Be­güns­ti­gun­gen auf Kos­ten der Steu­er­zah­ler noch ein Brand­be­schleu­ni­ger bei den Miet­prei­sen. Zu­dem soll­ten die Ober­gren­zen der För­de­rung ge­senkt und sol­le die Steu­er­be­güns­ti­gung auch für um­ge­wid­me­te Bü­ro­flä­chen mög­lich sein.

In der Uni­on wird ar­gu­men­tiert, ei­ne Miet­preis­ober­gren­ze wür­de den Nut­zen der Son­der­ab­schrei­bung zu­nich­te ma­chen. Zu­dem sei die Um­wid­mung von Im­mo­bi­li­en teu­rer als der Neu­bau, wes­halb dann nicht gleich­zei­tig Kap­pungs­gren­zen ge­senkt wer­den könn­ten. Das SPD­ge­führ­te Bun­des­bau­mi­nis­te­ri­um pocht auf ei­ne Ver­stän­di­gung. Ei­ne Ei­ni­gung sei wich­tig, da die steu­er­li­che Ab­schrei­bung ein wich­ti­ges In­stru­ment zur An­kur­be­lung des so­zia­len Woh­nungs­baus sei.

NEUE WOH­NUN­GEN: Da­von müs­sen noch viel mehr ge­baut wer­den – im­mer­hin dar­über ist sich die Ko­ali­ti­on ei­nig.

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