Land will bes­se­re Hil­fe für psy­chisch Kran­ke

Mi­nis­te­rin plant Aus­bau von wohn­ort­na­hen An­ge­bo­ten

Neue Presse - - NACHRICHTEN -

HAN­NO­VER. Nie­der­sach­sens Ge­sund­heits­mi­nis­te­rin Cor­ne­lia Rundt will die Hil­fen für psy­chisch kran­ke Men­schen bes­ser ver­net­zen. Das Au­gen­merk müs­se auf den Aus­bau wohn­ort­na­her An­ge­bo­te ge­rich­tet wer­den, sag­te die SPD-Po­li­ti­ke­rin ges­tern bei der Vor­stel­lung des ers­ten Lan­des­psych­ia­trie­plans.

Rundt plä­dier­te da­für, die Zu­sam­men­ar­beit mit Haus­ärz­ten, Selbst­hil­fe­grup­pen und wei­te­ren An­ge­bo­ten vor Ort zu för­dern. Auf die­se Wei­se kön­ne viel­fach ei­ne sta­tio­nä­re Be­hand­lung ver­mie­den wer­den.

See­li­sche Krank­hei­ten sind weit ver­brei­tet: Et­wa ein Vier­tel der Be­völ­ke­rung er­lei­det im Lau­fe ei­nes Jah­res psy­chi­sche Stö­run­gen. Ge­sund­heits­ex­per­ten se­hen seit lan­gem Hand- lungs­be­darf. „Ge­ra­de die In­trans­pa­renz der psych­ia­tri­schen Ver­sor­gung ist in Nie­der­sach­sen ein Man­ko“, sagt der Spre­cher der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung, Det­lef Haff­ke. Es ge­be nie­der­ge­las­se­ne Psych­ia­ter, In­sti­tutsam­bu­lan­zen und die so­zi­al­psych­ia­tri­schen Di­ens­te der Kom­mu­nen: „Aber der Bür­ger ist et­was ver­las­sen, wenn er das An­ge­bot nut­zen will.“Nach au­ßen hin müs­se deut­li­cher wer­den, wen Be­trof­fe­ne im kon­kre­ten Fall an­spre­chen könn­ten.

Be­son­ders auf dem Land müs­sen Pa­ti­en­ten mit see­li­schen Pro­ble­men zu­dem teil­wei­se mo­na­te­lan­ge War­te­zei­ten auf ei­nen The­ra­pie­platz in Kauf neh­men. Hin­zu kom­men wei­te An­fahrts­we­ge. „Dort, wo die fach­ärzt­li­che Ver­sor­gung aus­ge­dünnt ist, müs­sen jetzt schon Mo­del­le ent­wi­ckelt wer­den, dem ent­ge­gen­zu­wir­ken“, sag­te Ru­dolf Schmid von der Be­ra­tungs­fir­ma „Fogs/ceus con­sul­ting“, die den Lan­des­psych­ia­trie­plan mit Un­ter­stüt­zung ei­ner 30-köp­fi­gen Fach­kom­mis­si­on aus Nie­der­sach­sen er­stellt hat. Ins­ge­samt sei die psych­ia­tri­sche Ver­sor­gung in Nie­der­sach­sen aber gut bis sehr gut aus­ge­baut, be­ton­te Schmid.

Der Lan­des­psych­ia­trie­plan ent­hält kon­kre­te Vor­schlä­ge wie zum Bei­spiel die Eta­b­lie­rung von De­menz­be­auf­trag­ten in Ein­rich­tun­gen oder die För­de­rung de­menz­freund­li­cher Kran­ken­häu­ser. Auch müs­se in sta­tio­nä­ren Kin­der- und Ju­gend­psych­ia­trie das schu­li­sche An­ge­bot für jun­ge Pa­ti­en­ten ver­bes­sert wer­den.

HAND­LUNGS­BE­DARF: Ge­sund­heits­mi­nis­te­rin Cor­ne­lia Rundt will „Schritt für Schritt be­gin­nen, die gu­ten Vor­schlä­ge (des Psych­ia­trie­plans) um­zu­set­zen“.

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