NDR schließt Lü­cken im Di­gi­tal­ra­dio-Emp­fang

Neue Presse - - NACHRICHTEN - VON ELMAR STE­PHAN

OSNABRüCK. Wer der­zeit durch Nie­der­sach­sen fährt und di­gi­ta­les Ra­dio hö­ren will, muss noch oft auf den Nord­deut­schen Rund­funk ver­zich­ten. Der Süd­wes­ten mit gro­ßen Tei­len des Ems­lands und des Os­na­brü­cker Lan­des, aber auch der Nord­os­ten und der Süd­os­ten mit dem Harz und Göt­tin­gen wer­den noch nicht mit DAB+ ver­sorgt. Ein Teil der Lü­cke soll nun im Lau­fe des Jah­res ge­schlos­sen wer­den, kün­dig­te NDR-Spre­cher Ralph Co­le­man an.

In der zwei­ten Jah­res­hälf­te soll der Sen­der in Osnabrück in Be­trieb ge­hen. Auch die an­de­ren wei­ßen Fle­cken sol­len ge­schlos­sen wer­den. „Es wird suk­zes­si­ve aus­ge­baut“, sagt Co­le­man. Ei­nen ge­nau­en Zeit­plan kann er noch nicht nen­nen, im­mer­hin aber ge­be es im Groß­raum Ham­burg die Mög­lich­keit, den NDR di­gi­tal aus der Han­se­stadt zu emp­fan­gen.

Mit dem di­gi­ta­len DAB+ kön­nen Ra­dio­pro­gram­me rausch­frei in CD-Qua­li­tät emp­fan­gen wer­den. Im Ge­gen­satz zum Strea­m­ing übers In­ter­net be­nö­tigt man kei­nen In­ter­net- oder Mo­bil­funk­pro­vi­der, je­der kann – wie beim kon­ven­tio­nel­len ana­lo­gen Ra­dio auch – die aus­ge­strahl­ten Sen­der frei emp­fan­gen. Mög­lich sind auch Zu­satz­diens­te wie Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen zu Sen­dun­gen. Das DAB+-An­ge­bot er­streckt sich der­zeit dia­go­nal durch Nie­der­sach­sen von Au­rich über Del­men­horst/Bre­men nach Han­no­ver und Braun­schweig. In den noch nicht vom NDR ab­ge­deck­ten Ge­bie­ten sind Nach­bar­se­n­der wie WDR, HR, MDR oder Deutsch­land­funk emp­fang­bar.

Die Pri­vat­sen­der sind in Nie­der­sach­sen der­zeit noch nicht beim di­gi­ta­len Rund­funk DAB+ da­bei. „Al­le drei lan­des­wei­ten pri­va­ten Rund­funk­ver­an­stal­ter leh­nen zum jet­zi­gen Zeit­punkt ei­ne Be­tei­li­gung bei DAB+ ab“, sagt Andre­as Fi­scher, Di­rek­tor der Nie­der­säch­si­schen Lan­des­me­di­en­an­stalt (NLM). Ein Grund sei, dass die Pri­vat­sen­der den Aus­bau sel­ber fi­nan­zie­ren müss­ten, wäh­rend die öf­fent­lich­recht­li­chen Sen­der Mit­tel aus den Rund­funk­bei­trä­gen für den Aus­bau be­kom­men.

Erst we­ni­ge Hö­rer schal­ten in Nie­der­sach­sen die DAB+-Pro­gram­me ein. In ei­ner ak­tu­el­len Um­fra­ge der NLM ha­ben von 7000 Be­frag­ten nur fünf Pro­zent an­ge­ge­ben, in den ver­gan­ge­nen vier Wo­chen Di­gi­tal­ra­dio ge­hört zu ha­ben, sag­te Fi­scher. Die Kom­mis­si­on zur Er­mitt­lung des Fi­nanz­be­darfs der Rund­funk­an­stal­ten geht da­von aus, dass bis 2028 in Deutsch­land noch UKW läuft und dass erst ab 2029 die öf­fent­lich-recht­li­chen Pro­gram­me nur noch über DAB+ aus­ge­strahlt wer­den.

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